Leider nicht - das ist Geschichtsklitterung / "Flüchtlingsdrama in der Ägäis: Fähren oder Grenzöffnung als Rettung?"

azur, Samstag, 31.10.2015, 13:02 (vor 3745 Tagen) @ Manuel H.4488 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 31.10.2015, 13:22

Hallo Manuel H.,

Du magst in etlichem recht haben, aber gewiss nicht darin, dass Sundevil hinsichtlich des Endes der DDR recht hätte. Die DDR hat nicht mit Maueröffnung aufgehört zu existieren und sie wurden auch nicht von Massen überrannt, denen die Ureinwohner weichen mussten, und hätte deswegen aufgehört zu existieren. Das ist schlicht Geschichtsklitterung. Man muss aufpassen, dass man sich nicht selbst die Fakten so hinbiegen will, wie es zu seinem Bild von anderen Vorgängen, also der derzeitigen Massenzuwanderung, passt.

Gegen Sundevils These spricht hierbei alles. Erstens hat die Bevölkerungsanzahl auf dem Gebiet der fünf neuen Bundesländer stetig abgenommen. Da kamen also keine Massen und haben sich im Anschlussgebiet angesiedelt. Und der Anschluss erfolgte nicht auf Grund von Massenabwanderung durch Massenzuwanderung.

Die Mauer fiel am 9. November. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon Massenfluchten und die Absetzungen Honeckers zugetragen (gut einen Monat vor Mauerfall).

Die Visumspficht für Einreisen in die DDR entfiel für Westdeutsche endgültig im Dezember 89. Der Abbau der Sperranlagen zum Westen (also die innerdeutsche Grenze) folgte.*

Die Grundlage für den Anschluss legten die ersten freien Wahlen am 18.03. 1989. Der Beschluss zum Anschluss fiel auf den 20. September 90.

Ein Massenzuzug hat es nicht gegeben.

Zudem: Ein Staat, der den Zuzug nicht mehr aufhält (im Gegenteil - viele von den massenhaft Zuwanderenden heute fühlen sich quasi eingeladen), wie die BRD heute, hört nicht dadurch auf zu existieren, so wie dadurch ebensowenig Staatsgrenzen, sowie Staathoheit und Staatsgebiet wegfielen.

Das ist alles prekär genug im Moment. Die These von Sundevil waren leider völlig unzutreffend.

Viele freundliche Grüße

azur


Edit: Dazu passend: Flüchtlingsdrama in der Ägäis: Fähren oder Grenzöffnung als Rettung?
"Als Reaktion auf die Flüchtlingskrise forderten Jugendorganisationen und Bürgerinitiativen die Regierung in Athen auf, die Landesgrenze Griechenlands zur Türkei entlang des Flusses Evros (türkisch: Meriç) zu öffnen."

*) da sind überall Ungenauigkeiten zu finden.

Falsch: "10-m-Kontrollstreifen unmittelbar vor dem Grenzzaun zusammen. Der zehn Meter breite (gepflügte) Kontrollstreifen wurde auch „Todesstreifen“ genannt."
https://de.wikipedia.org/wiki/Innerdeutsche_Grenze

Denn es gab vor dem Zaun 2, wo es möglich war, einen K2 genannten Kontrollstreifen (t. w. stand der Grenzzaun an der Grünen auch entlang der Strasse, also ausnahmsweise ohne K2) und am Grenzzaun 1 den K6, der also 6 m breit war.

Richtig: http://grenzrelikte.jimdo.com/begriffserkl%C3%A4rung/kontrollstreifen/

"Ca. 6 m breiter geharkter Kontrollstreifen K-6 zwischen Kolonnenweg und einreihigem Metallgitterzaun. Dieser würde zweimal täglich auf Spuren von "Grenzverletzern" untersucht."

Das stimmt nicht. Da ich an der Grenze dienen musste, weiß ich, dass die Kontrollstreife nur einmal am Tag abfuhr (Krad). An Schwerpunkten und bei Anzeichen eines Vorkommnisses (meistens war zum Glück nichts) wurde zusätzlich kotrolliert.

Der K6 wurde mit schlimmen Pestiziden frei von Bewuchs gehalten, aber war über Km in einem räudigen Zustand, so dass man daruf hätte keine Spur mehr finden können, und auch, wie bei uns an der Elbgrenze, nicht immer vorhanden.

Alles in allem waren die aufwendigen und teuren Sperrmaßnahmen allerdings sehr effektiv.

--
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(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


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