Nationen, Ethnien...
Hallo Sundevil,
wenn die deutschen Grenze wegfielen (und wie sollte das passieren?), dann wären die Deutschen keine Deutschen mehr?
So wie etwa die Kurden keine Kurden sein würden?
(Wir wollen mal nicht über die verstreuten Völker reden)
Das soll übrigens der Beginn des National-Gedankens sein: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationes
Vergleiche hierzu die DDR. Mit dem Mauerfall gab es defacto keine Grenzen
mehr, bzw. konnte man die Grenzen nicht mehr gegen den Massenansturm
westdeutscher Fachkräfte sichern.
Die Grenzen gab es bis zum Anschluss am 3. Oktober 90.
Es gibt auch noch massig weitere Staatsgrenzen, die nicht per Grenzsoldaten und Grenzsperren gesichert sind. Ohne dass jemand auf die Idee käme, dass die Grenze und der begrenzte Staat nicht mehr sein würde.
Die DDR wurde einfach überrannt,
Von wem?
Das stimmt schlicht nicht.
während gleichzeitig die Einheimischen vor den Neuankömmlingen ins
Ausland flohen.
Die absolute Masse der DDR-Bürger blieben. Es gingen zum Ende der DDR noch einmal schlagartig mehrer zig tausend, von denen aber sehr viele zurück kamen, als die Mauer gefallen war (kenne da etliche).
Und im Lauf der Jahre nach der Wende, wanderten ca. 2 Mio ehemalige DDR-Bürger in den Westen, weil es dort u. a. Arbeit gab, während in der DDR Massenentlassungen stattfanden (abgefedert per ABm usw.). Von 17 Mio. Es flohen aber keine Einheimische vor irgendwelchen Neuankömmlingen (auch wenn darunter auch unangenehme Menschen waren - der Bevölkerungsaustausch im Prenzlauer Berg, der so nicht noch ein weiteres Mal stattfand, geschah auf Grund der weit höheren Kaufkraft und Vermögen der aus dem Westen Kommenden, und ist keineswegs beispielhaft).
In der Folge verloren tausende von ostdeutschen
Facharbeitern ihre Jobs durch die Billiglohnkonkurrenz aus dem Westen.
Billigkonkurenz aus dem Westen? Lagen die Lohnkosten im Oste etwa höher? Nein, das eben nicht. Deswegen wurden ja in nahezu jedem Betrieb etwas für den Verkauf in Westdeutschland produziert (sogar in den Knästen).
Vielmehr sprach man doch nach der Wende von "verlängerter Werkbank" und, dass Treuhand und Westunternehmen Konkurenz im Osten aufkauften, Subventionen dabei kassierten (berühmter Fall: Bremer Vulkan, für Ostwerfen*) und dann die Betriebe schlossen und die Grundstücke verwerteten.
Dies
führte dann zur Auslöschung der DDR als nationalstaatliches Konstrukt.
Die DDR löste sich als Staat quasi auf, im dem sie per Beschluss ihrer Parlament den Anschluss an die BRD herbeiführte. Und nicht, weil die Einheimischen massenhaft geflohen wären und das Land von anderen geflutet wurde. Das ist schlicht unrichtig.
Viele freundliche Grüße
azur
* Im September 1995 werden erste Berichte über Liquiditätsprobleme des BV veröffentlicht. Betriebsräte der ostdeutschen Werften erheben erstmals den Vorwurf, 850 Mio. DM EU-Fördermittel für die Ostwerften in die westdeutschen Betriebe zweckentfremdend umgeleitet zu haben. Der Aktienkurs der Vulkan AG brach um 20 Prozent ein und erholte sich nicht mehr. Ein Jahr später trat Friedrich Hennemann als Vorstandsvorsitzender zurück, mehrere Monate war der Konzern dadurch führungslos."
https://de.wikipedia.org/wiki/Bremer_Vulkan#1990er_Jahre
Es wurden auch "die Kali" ( https://de.wikipedia.org/wiki/Kombinat_Kali#Aufl.C3.B6sung_des_Kombinats ) und viele Großbetriebe zerschlagen (z. B. SKET: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwermaschinenbau-Kombinat_%E2%80%9EErnst_Th%C3%A4lmann%... - alles sehr nett umschrieben, was zig tausende Facharbeiter erlebten: Massenarbeitslosigkeit, von vielen erlebt als Demütigung). Andere, wie Zeiss in Jena, hatten Glück. Auch Jena gilt als absolute Ausnahme, in der Entwicklung Ostdeutschlands (oder Mitteldeutschlands) nach der Wende.
Viele Ostdeutsche konnten keine halbwegs vergleichsbare Vermögensbildung vornehmen. Viele Grundstücke wurden zurück gegeben )"Rückgabe vor Entschädigung: Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Verm%C3%B6gensfragen ) und die Ostdeutschen hätten sie nicht einmal Mittel, die Grundstücke zu erwerben, auf denen sie lange lebten und gebaut hatten. Insofern waren die Westler, die kamen, vielfach im Vorteil. Dafür mussten sie keine Massen sein.
Die Westler kamen aber nicht in Massen und haben dadurch Massen von Ostdeutschen verdrängt. Das ist so nicht richtig.
--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)
Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.