Die Zahlen stimmen doch ...

Arvid, Mittwoch, 21.10.2015, 12:29 (vor 3752 Tagen) @ Revoluzzer3408 Views

Hallo Revo,


vorweg diese Frage: Woher hast Du denn diese Zahlen?

Ich habe eine Familie mit vier Kindern unter 18 zu Grunde gelegt, also 2 Erwachsene und vier Kinder. Für diese habe ich die HIV Regelsätze angenommen, zzgl. Kindergeld, zzgl. Wohngeld / Miete für 120 qm a 9 Euro, zzgl. 66% für Bildung und Krankenversicherung.

Dann habe ich den resultierende Betrag durch sechs geteilt und bin auf 628 Euro monatlich zzgl. der besagten 66 % gekommen.

Zu den Zahlen inhaltlich nur soviel: Da werden die Kosten VIEL zu niedrig
angesetzt. Eine einjährige Bildungsmaßnahme für Migranten kostet z.B.
allein rund 6.000 Euro pro Jahr und Migrant und das wird aktuell für
10.000e durchgeführt / aufgelegt. Weiter musst Du die Betreuungs-,
Gesundheits- usw. Kosten berücksichtigen. D.h., die Kosten sind VIEL
höher, aber werden zu einem sehr großen Teil "versteckt". Deine Zahlen
sind da für sich zwar wahrscheinlich richtig, aber trotzdem völlig
falsch.

Hier sind die Kosten je Schüler, auch für Berufsschüler und solche im dualen System, aufgeführt.

Eventuell wäre eine Berichtigung / Ergänzung meiner Annahmen erforderlich, da ich aber die Kosten für jeden Einzelnen betrachtet habe, wird der Zuschlag, den ich mit 66% angenommen habe, nicht über 100 Prozent hinausgehen, zumal die Einzelnen Personen - anders als in meiner Betrachtung - nicht dauerhaft in solchen Maßnahmen stecken. Ich bin insgesamt mit meiner Annahme nicht so ganz falsch. Aber meinetwegen können wir den Zuschlag auf 80 Prozent erhöhen.

Ebenfalls ist nicht davon auszugehen, dass diese Personen - anders als in meiner worst-case Berechnung - allesamt keinen Zugang zum Arbeitsmarkt haben.

Die Mehrkosten für Bildung die Du zu Felde führst, werden sich ausmitteln.

Weitere Betrachtungen: Nach 8 Jahren erreichen Migranten 80 Prozent der
Durchschnittseinnahmen aller Migranten, nach 15 Jahren ist kein
Unterschied mehr feststellbar.


Das mag richtig sein, aber eben das Problem: Nach meinem Kenntnisstand
bleiben 50 bis 60% der Einwanderer dauerhaft auf Hartz IV. Und das unter
den relativ günstigen Bedingungen der letzten 15 Jahre (d.h. diese Quote
wird sich mit Sicherheit erhöhen).

Das stimmt so nicht, Du irrst Dich sehr. Hier (Bundesamt für Migration) kannst Du folgende Zahlen nachlesen:

Beschäftigungsquote in Prozent in DE
Männer Einheimische 82,9 Migranten 78,3
Frauen Einheimische 72,8 Migranten 60,0

Die Studie ist nicht ganz aktuell, aber ich schätze zum Beispiel die Syrer (besonders die Frauen) als arbeitsmarktfähiger ein, als die durchschnittlichen türkischstämmigen Frauen ein.

Je nach Zuzugsalter erreichen die Migranten positive Beiträge zur
staatlichen Einnahmenbilanz (Siehe Bonin, DIW Studie zur Migration).
Die Zuwanderer sind im Mittel altersmäßig deutlich innerhalb des
positiven Bereiches.


Sorry, aber diese "Studie" ist ein politisches Machwerk im von mir
beschriebenen Sinne: Man hat das vorher so angelegt, dass dieses Ergebnis
herauskam, indem man, wenn ich mich richtig erinnere, nur eine Betrachtung
der variablen Kosten zu Gesamterträgen gemacht hat. Diese Studie ist ein
Witz. Ein Unternehmen, das so ansetzen würde, ginge Pleite, ein seriöser
Wirtschaftswissenschaftler würde seinen Ruf verlieren. Aber beim DIW weis'
ja jeder aus welcher Ecke das kommt...

OK, es gibt nicht viele frei zugängliche Studien aus unterschiedlichen politischen Lagern, das werden wir abwarten müssen, aber Du solltest Dir die methodischen Grundlagen kritisch anschauen und dann neu darüber nachdenken. Die Studie geht nämlich von einer maximalen Zuwanderung (positives Saldo) von 300.000 Personen aus.


Was wir gerade erleben, ist aber fundamental größer und deswegen - in Negativen wie im Positiven - deutlich anders zu betrachten.

Die Annahmen der Studie skalieren nicht besonders gut, weil die Zahlen so stark differieren, das gilt aber für negative und positive Aspekte gleichermaßen.


Ich möchte damit darstellen, dass der Zuzug von insgesamt >= 13,5
Millionen Menschen nach DE finanziell kein Desaster darstellt, sondern
innerhalb des Systems mit einigen - wenige Personen belastenden -
Einnahmeverbesserungen zu bewältigen ist.


Der zweite Teil ist falsch, der erste richtig. Man kann 13,5 Mio.
Einwanderer versorgen und den Staat wird es qua Mehreinnahmen und weiterer
Aufblähung sogar freuen. Nur in der Netto-Netto-Betrachtung würde der
Mittelstand dafür brutalst gemolken - und bei 13,5 Mio. wahrscheinlich
sogar über den Bruchpunkt hinaus.

Das Einzige aus meinen Annahmen ableitbare "melken" des Mittelstandes besteht darin, dass der Soli nicht abgeschafft werden wird und zudem eine Vermögenssteuer eingeführt wird. Bei den Annahmen die ich übernommen habe, wird von Freibeträgen von 2 Millionen je Erwachsenem und 500.000 für Kinder angenommen, Unternehmensanteile sind mit 5 Mio. anrechnungsfrei.

Das wird also den Mittelstandsbürger kaum betreffen.

Ebenso die Finanztransaktionssteuer, die ihn kaum belastet.

Von direktem Melken kann ich nichts erkennen.
Benenne diese doch mal konkret.


Allerdings hat eine solche Migration erhebliche gesellschaftliche Auswirkungen, die zum Teil auch finanzieller Natur sein werden.


Dazu schreibe ich gerade an einem Beitrag.

--
"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell

Arvid


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