Betreue als Arzt eine Notunterkunft (mT)

WhiteEagle, Donnerstag, 15.10.2015, 21:55 (vor 3757 Tagen) @ ebbes6871 Views

Hallo ebbes,

zunächst einmal ja, die ungewöhnlichen Erkrankungen nehmen zu. Hatten bislang 2 Patienten mit offener TBC in der Unterkunft. Diese wurden stationär behandelt.

Impfstoffe gehen tatsächlich aus. Leider ist vor allem Polio (Kinderlähmung) nicht mehr lieferbar.
Andere sind noch lieferbar, werden zum Teil vom Land aus Reservebeständen bereit gestellt. vermutet wird aus Katastrophenschutz Beständen. Kann aber nicht bestätigt werden.

Die Haltung der Flüchtlinge ist sehr unterschiedlich. Man erkennt sehr schnell gut situierte Syrer mit gutem Englisch und gutem Benehmen, auch der Kinder.
Diese werden aber immer weniger. Zunehmen kommen Menschen aus Bangladesch, Georgien, Russland, Balkan, etc.
Frauen lassen sich teilweise nicht gerne vor den Sanitätern untersuchen, meist aber kein Problem. Sonst kann ich das aber auch verstehen.
Aus Afrika habe ich schon sehr fordernde erlebt. Aber auch andere, die binnen weniger Wochen gut deutsch gelernt haben. Die haben an 4 Tagen in der Woche an Deutsch Kursen teilgenommen. Die benannten Syrer übrigens auch. Diese waren auch schnell in Wohnungen untergebracht.
In der Notunterkunft kommen die Flüchtlinge direkt nach den Drehkreuzen an und bleiben im Normalfall nur wenige Wochen.
Renitente Bewohner werden in andere Unterkünfte untergebracht. Abgelegenere mit schlechterer Ausstattung. Allerdings sind alle überfüllt.
Die wahre Zahl der Flüchtlinge wird die Bevölkerung erst in einigen Wochen richtig bemerken. Dann läuft die Verteilung erst richtig an.

Falls noch spezielle Fragen bestehen, einfach hier fragen.

Gruß in die Runde

WE mo


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