Änderung der Rahmenbedingungen

Taurec ⌂, München, Montag, 12.10.2015, 20:40 (vor 3760 Tagen) @ Hinterbänkler2896 Views

Hallo!

Der "große Monarch" der Prophezeiungen und Spenglers Imperator passen nur bedingt zusammen. Ersterer ist mehr eine fiktive Figur der europäischen Kultur, die ihre Vorstellungen des auf Erden vollends verwirklichten Reichsgedankens, eine Herrschaft die nach Gottes Willen ist, in der Zukunft verankerte. Natürlich sind diese Vorstellungen vom Entwicklungsstand der Menschen geprägt. Wenn Du diesen "debitistisch" nennst, ist auch diese Zukunftsvorstellung (teils) debitistisch.

Spenglers Philosophie setzt als Endzustand der Zivilisation Imperatoren, starke Gewaltherrscher, welche die Zivilisation zu ihrer Beute machen, weil sie zu etwas anderem nicht mehr fähig ist.

Beide Ansichten haben gemein, daß sie in der Zukunft einen starken Einzelherrscher erwarten. Bei genauerem Hinsehen passen sie aber nicht zusammen, weil die eine Idee aus einer lebendigen Kultur mit tiefer Religiosität geboren ist, die andere einen unfruchtbaren Endzustand postuliert. Recht viel valides über den "großen Monarchen" der europäischen Prophetie, also Aussagen, die keiner religiösen Zukunftsprojektion entsprungen, sondern echte Präkognition sind, gibt es nicht.
Daher läßt sich auch nicht feststellen, ob die Zukunft nun mehr von der prophetischen oder der spengler'schen Variante geprägt sein wird. Von den Tatsachen ausgehend, dürfte Spengler näher an der Wirklichkeit liegen.

Eines scheint mir jedoch klar: Auf dem gegenwärtigen Stand der menschlichen Evolution wird es auf jeden Fall immer eine Zentralmacht geben, die das menschliche Zusammenleben mit mehr oder minder großer Gewalt bestimmt. Dies ist schlichtweg so, weil der allergrößte Teil der Menschen für etwas anderes zu unreif ist. Das mögliche Spektrum bewegt sich hier lediglich zwischen einer wohlwollenden Zentralmacht (etwa im Sinne eines gutmütigen Monarchen, der auf einem gesitteten Adelsstand fußt) oder einer verbrecherischen Zentralmacht, wie wir sie im Augenblick haben. Alles andere, nämlich ein Zustand, in dem alle Menschen von sich aus so vernünftig sind, daß es einer Ordnungsmacht nicht bedarf, ist utopisch.

Nicht auszuschließen ist, daß es in der Zukunft durch eine Änderung der metaphysischen Rahmenbedingungen, die wir nicht beeinflussen können, zu einem Entwicklungssprung kommt, welcher Debitismus, Staat, Zentralmacht, wie wir sie aus unserer Geschichte kennen, obsolet macht und ähnlich primitiv erscheinen läßt, wie auf uns heute die sogenannte Steinzeit wirkt. Auch bei einer solchen, weiterentwickelten Menschheit dürfte es noch Männer an der Spitze geben, deren Rolle aber nicht praktische Gewaltanwendung ist, sondern jene eines priesterlichen Mittlers zu transzendenten Sphären. Das ist utopisch und solange sich nicht real Anzeichen für einen solchen Sprung zeigen, gehe ich nicht davon aus, daß wir es noch erleben werden. Nach meiner Auffassung der Schöpfung müßte es aber irgendwann dazu kommen.

Die Geschichte schreitet zyklisch, durch Cäsuren fort. Derzeit erleben wir auf Erden Zustände, wie sie in der bekannten Menschheitsgeschichte noch nie vorhanden waren. Das Ende dieser Zustände, der hohe Fall muß dem entsprechend eine Cäsur sein, die für uns ebenso unvorstellbar ist. Die Mythologie erahnt es nur durch den Kampf der Götter mit den Titanen/Riesen, durch die Sintflut, den Untergang von Atlantis, die Lehre der Weltzeitalter oder ähnliches. Ob ich recht behalte, wird sich erst zeigen, wenn die Talsohle durchschritten ist, es wieder aufwärts geht und sich der Dunst lichtet. In diesem Falle dürfte die Zukunft sich tatsächlich mehr der prophetischen Variante "großer Monarch" annähern.

Daß Dir die Welt gegen den Strich geht, ist immerhin schon ein gutes Zeichen, nämlich daß sich im geistigen Urgrund etwas regt. Bis es auch durchbricht, Folgen zeitigt und die Welt umwandelt, könnten aber noch einige Generationen vergehen und wahrscheinlich ist es ohne einen Eingriff höherer Mächte gar nicht möglich.

Gruß
Taurec

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