Ist Merkel US-hörig, US-Agentin oder einfach nur eine geistige Flachwurzlerin mit Hang zur Egozentrik?
Vor gut einer Woche habe ich hier die These in die Welt gesetzt, dass Merkel eine US-Agentin sein müsse, weil ich mir sonst auf all ihre Aktionen während ihrer Amtszeit absolut keinen Reim machen könne, egal wie sehr ich auch versuche sie im Kontext des Rationalen zu erfassen. Meine Hauptthese war, dass Merkel noch nie irgendetwas zum Wohle Deutschlands, ja noch nicht einmal zum Wohle der EU getan hat bzw. noch provokanter formuliert: Sie hat noch nie etwas getan, dass langfristig NICHT zum Schaden Deutschlands bzw. des deutschen Volkes gewesen wäre und noch selten etwas, dass langfristig nicht zum Nachteil der EU bzw. der europäischen Völker gewesen wäre.
Ich habe daraufhin eine Leserzuschrift von jemanden erhalten, der vor dem gleichen Problem stand wie ich, nämlich Merkels Politik zu verstehen und er hat eine andere Lösung dafür: Merkel ist einfach eine egozentrische Flachwurzlerin, vollkommen ohne Plan, getrieben von ihrem Machtwillen und ihren spontanen Eingebungen. Auch wenn ich noch nicht vollkommen überzeugt davon bin, hat diese These etwas für sich, denn in Österreich konnten wir oft genug erleben, wie wirklich strohdumme Politiker oder aber schlichtweg planlose Gierhälse (v.a. während der schwarz-blauen Regierungszeit: Haider und Schüssel duldeten keine andere Intelligenz neben ihnen) oft hohe Ämter in der Politik bekleideten und von den "geistigen" Kapazundern bei den Grünen in Österreich oder Deutschland braucht man gar nicht erst zu reden. Ich musste an nereus Posting hier denken, in dem er etwas von Merkels psychischen Innenleben schrieb. Auch wenn nereus da eher auf etwas anderes hinauswollte, würde das (auch) für diese These sprechen.
Mit Erlaubnis des Lesers, will ich seine mail hier zu Diskussion stellen:
>Gab es je eine größere Entscheidung/Weichenstellung/Gesetzgebung im "Kabinett Merkel", die NICHT zum Nachteil Deutschlands gewesen wäre? Mir fällt keine einzige ein. Und auch Entscheidungen, die nicht zum Nachteil der EU gewesen sind, gibt es nur wenige.<
Stimmt, aber IRGENDJEMAND muss ja davon profitiert haben, wenn vielleicht auch nur kurzfristig. Sonst wären all diese Entscheidungen ja so von ihr nicht getroffen worden.
[quote]Und wem glaubst du, diente Merkel ursprünglich?<[/quote]
Das ist die 1 Million Dollar-Frage. Wir müssen die Antwort suchen, am besten, wenn wir uns mal zwei Entscheidungen genauer anschauen, die die Frau während ihrer Amtszeit getroffen hatte.
Ich beginne mit einer Geschichte. Vor einigen Jahren begleitete ich einige Studenten aus XXX bei einer Betriebsbesichtigung des AKW XXX. Sachkundig wurden wir durch die ganze Anlage geführt und bekamen alle Teile der Einrichtung zu sehen, zumindest jene, die für Besucher zugänglich waren. Seitens des AKW-Betreibers XXX war der Besuch sehr professionell organisiert und wir wurden gut bewirtet. Während des Besuchs wurden wir von Technikern und Ingenieuren begleitet, die uns auch Rede und Antwort standen, wenn wir Fragen hatten. Während der Werksführung ergab sich für mich die Gelegenheit, mit einem unserer Begleiter näher ins Gespräch zu kommen. Wir kamen zwangsläufig auch auf das Thema Energiewende. Und da wusste der Mann doch ganz erstaunliches zu erzählen: Die recht willkürliche Entscheidung der Kanzlerin, die Laufzeiten der AKWs mit einem Schlag drastisch zu reduzieren, hatte bei den Energiekonzernen damals für ziemlich turbulente Zeiten gesorgt. Mit einem Schlag, praktisch über Nacht, wurden sämtliche Planungen der Energiewirtschaft, was die Energieversorgung Deutschlands betrifft, wertlos und waren nur noch Makulatur. Stattdessen mussten, so der Ingenieur weiter, die Energiekonzerne innerhalb weniger Wochen, ja in einem Zeitraum von Tagen, neue Pläne ausarbeiten. Anfangs muss es recht hektisch, ja chaotisch zugegangen sein. Nach den Angaben meines Gesprächspartners wurde ununterbrochen Tag und Nacht in den Planungsabteilungen der Konzerne mit Hochdruck daran gearbeitet, innerhalb kürzester Zeit die Energieversorgung Deutschlands auf eine neue Grundlage zu stellen. Dass das in dieser kurzen Zeit dann auch tatsächlich gelang, sei "schon ein kleines Wunder" gewesen, so der Mann nicht ohne Stolz, es ginge ja schließlich um nichts geringeres als darum, die Energieversorgung Deutschlands für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen. Schließlich kann man ein Kernkraftwerk ja nicht einfach so ausschalten, wie man abends vor dem Schlafengehen die Schreibtischlampe ausknipst, nicht wahr? Irgendwo muss ja der Strom herkommen, den das abgeschaltete AKW dann nun nicht mehr liefert.
Was sagt uns diese Geschichte? Die Entscheidung der Kanzlerin, aus der Kernenergie auszusteigen, war offensichtlich ohne vorherige Absprache mit den Energiebetreibern getroffen worden. Die wurden von der Energiewende kalt erwischt. Auch Fachleute wurden scheinbar nicht zu Rate gezogen, sonst wären viele Entscheidungen im Zusammenhang mit der Energiewende damals wohl anders gefallen (man denke nur an das unendliche Hickhack um die Trassenführung quer durch Deutschland).
Ich bin absolut davon überzeugt (und alles spricht dafür), dass die Entscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie von Frau Merkel völlig kurzfristig im Alleingang getroffen wurde, gewissermassen eine Spontanidee, die die Frau ohne vorherige Absprache mit Experten (und ihrer eigenen Partei!!) dann so schnell wie möglich umzusetzen versuchte. Ich bin weiterhin absolut davon überzeugt, dass Deutschland in jenen Tagen nur knapp an einer Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes vorbeigeschrammt ist. Wären die Dinge anders gelaufen, wäre schlimmstenfalls in Teilen der Republik zumindest zeitweilig die Stromversorgung zusammengebrochen. Nicht sofort, aber nach der Abschaltung der ersten AKWs wäre das denkbar gewesen. Die Dramatik der Worte meines Gesprächspartners lassen keinen Zweifel daran.
Sicher, der Mann arbeitet für die XXX. Man könnte einwenden, er habe mit Absicht die Situation dramatischer dargestellt, als sie tatsächlich war. Die Energiekonzerne waren sauer, weil die Regierung ihnen ihre AKWs schließen wollte, mit denen die Konzerne ja ganz ordentlich Geld verdienen konnten. Und auch so, wenn man die Umsetzung der sich aus der Energiewende resultierenden Maßnahmen betrachtet, erscheint alles doch unausgegoren und planlos, zumindest am Anfang. Leugnen lässt sich jedoch nicht, dass die Energiewende den Stromkonzernen bedeutende finanzielle Einbußen verursacht hatte.
Und zu wessen Wohle wurde nun die Energiewende beschlossen? Sicher nicht zum Wohle der Stromkonzerne, die hatten zuerst einmal Verluste. Die Solarindustrie? Ach geh, die meisten Solarpanells kommen doch aus China. Windradhersteller? Als ob die Hersteller von Windrädern in Deutschland mehr politischen Einfluss hätten als XXX & Co...
Und jetzt kommt die Antwort auf deine Frage:
Die Entscheidung hat nur einem genutzt, nur einer hat daraus Nutzen gezogen: SIE SELBST.
Die Kanzlerin.
Frau Dr. Angela Merkel.
Niemand sonst.
Erinnern wir uns, wie die Situation damals war: Die Bilder von Fukushima. Eingestürzte Gebäude. Rauchende Trümmer. Überall tödliche Strahlung. Menschen in Schutzanzügen. Evakuierte alte Leute in Sporthallen. Und das immer wieder, wie in einer Endlosschleife, in allen Medien. In anderen Ländern wurde die zwangsläufig daraufhin einsetzende Diskussion um die Kernenergie eher sachlich geführt, die Regierungen suchten einen gesellschaftlichen Konsens, es wurde mit Fakten argumentiert und diskutiert. Nicht so in Deutschland. Gab es überhaupt eine Diskussion, die Suche nach einem parteiübergreifenden gesellschaftlichen Konsens in Punkto Kernenergie? Haben sich die Parteien je zusammengesetzt und gemeinsam über die Zukunft der Energiegewinnung in Deutschland beraten? Nicht, dass ich wüsste. Stattdessen heizten die Medien die Stimmung noch an. Ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass in jenen Tagen ein sehr großer Teil der Bevölkerung einem sofortigen Abschalten der AKWs in Deuschland bedingungslos zugestimmt hätte.
Was hätte die Kanzlerin damals machen können?
Eben jenen gesellschaftlichen Konsens suchen, parteiübergreifend. Wieder Sachlichkeit in die Diskussion bringen, dafür sorgen, dass mit Fakten und nicht mit Stimmung argumentiert wird. Auf lange Sicht wäre das für Deutschland besser gewesen, auch wenn kurzfristig niemand, vor allem nicht die amtierende Kanzlerin, davon profitiert hätte ("Die labert nur und tut nichts", "die Stromkonzerne scheffeln Geld mit den AKWs und die Regierung guckt zu" etc).
Was hat die Kanzlerin tatsächlich getan?
Die Stimmung im Volk war eindeutig gegen Kernkraft. Die Gefahr war groß, dass die Grünen versuchen würden, sich wieder als Ökopartei und traditionelle Kernenergiegegner zu profilieren. Back to the roots. Der Gedanke lag ja nahe ("wir waren schon immer dagegen", "die bösen Stromkonzerne" etc. - die ganze "grüne" Polit-Litanei eben), sicher hat das auch die Kanzlerin befürchten müssen. Hätte ihre Popularitätswerte sinken lassen, vielleicht hätte das sogar innerparteiliche Gegner wieder auf den Plan gebracht. Wie auch immer, die Kanzlerin "greift die Stimmung auf" (um es mal so zu formulieren) und - statt Sachlichkeit in die Debatte zu bringen - erklärt sich kurzerhand, in einer 180°-Wende zur bisherigen Energiepolitik der Regierung, zur absoluten Obergegnerin von aller Kernenergie und kündigt die Energiewende an. Einfach so.
Warum hat die Kanzlerin das getan?
Aus Angst, Macht und Einfluss zu verlieren, ich denke, vor allem in der Partei. Angst vor sinkenden Popularitätswerten bei der Bevölkerung. Mit diesem Schachzug hat sie nicht nur möglichen außerparteilichen Konkurrenten um politische Macht den Wind aus den Segeln genommen (vor allem den Grünen), auch Gegnern innerhalb der Partei dürfte sie den Boden unter den Füßen weggezogen haben. Sehr geschickt, wenn auch nur kurzzeitig. Aber das hat ihr schon gereicht.
Betrachten wir die Regierungstätigkeit von Frau Merkel ohne alle Emotionen, sachlich und nüchtern, so stellen wir fest (zumindest ich bin dieser Meinung), dass wir es mit einer absolut skrupellosen Frau zu tun haben, die über keine eigenen Werte, eigene Überzeugungen oder moralische Grundsätze irgendwelcher Art verfügt. Das einzige, was die Frau antreibt, ist ihr Wille zur Macht. Nichts anderes. Politische Entscheidungen beurteilt sie nur anhand eines einzigen Kriteriums: Nützt es mir? Es geht nicht um das Wohl Deutschlands, der EU, um Umweltschutz, Menschenrechte, eine bessere Welt etc. Es geht immer nur um sie. Um nichts anderes. Um ihre Macht. Ich zweifle keine Sekunde daran: Eine solche Frau hätte auch in einem Nordkorea unter Kim Il Sung es bis in die höchsten Spitzenämter geschafft. Ich glaube nicht, dass sich diese Frau langfristiger Strategien hingibt oder überhaupt ein anderes Ziel vor Augen hat als das, an der Macht zu bleiben oder ihre Machtposition auszubauen. Die ist eher simpel gestrickt, die geistige Tiefe ihres Denkens dürfte so platt wie ein dünner Pfannkuchen sein.
Wie ging die Geschichte mit der Energiewende nun weiter? Den Rest ganz schnell, und muss trotzdem erzählt werden, weil wichtig. Natürlich murrten die Stromkonzerne, und auch unserer Pastorentochter war klar, dass sie nicht dauerhaft gegen diese mächtige Lobby anregieren kann. Was hat sie also getan? Das was sie immer tut in solchen Fällen: sie hat sie mit Geld zufriedengestellt. Ich glaube, ich erzähle nichts neues, wenn ich behaupte, dass nur in wenigen anderen Industriestaaten die Energiekonzerne ihre Kunden (mit staatlichem Wohlwollen) so dermaßen schamlos abzocken lönnen wie bei uns.
Und jetzt sind alle zufrieden: Die Bürger, weil in Deutschland die AKWs dichtgemacht werden ("Die Merkel hat die Gefahr erkannt und richtig gehandelt"), die Stromkonzerne, weil sie bald wieder richtig Geld verdienen konnten, und die Kanzlerin, weil sie sich der Zustimmung "ihres" Volkes sicher sein kann. Ist doch toll, oder? Alle, wirklich alle sind happy.
Tatsache bleibt aber, dass Deutschland nur knapp an einer energiepolitischen Katastrophe vorbeigeschrammt ist. Wir sind nochmal davongekommen. Glück gehabt diesmal. Die zukünftigen Kosten der Energiewende sind nicht abzusehen, schlimmstenfalls wird das Ganze ein Fass ohne Boden.
Jetzt ganz schnell weitere Beispiele, wir wissen ja jetzt, wie die Frau tickt und ihre Regierungstätigkeit "funktioniert":
Baustelle Griechenland: Wenn wir ehrlich sind, ist das Geld, das die deutschen Banken und die EU den Griechen geliehen hatten, weg. Totalverlust. da ist nichts mehr zu holen. Die Kredite sind mausetot. Wenn die Kanzlerin ehrlich wäre, würde sie das auch dem Volk sagen. Schade ums Geld, um die vielen Millarden Euro, aber passiert ist passiert. Kann man nix machen. Ehrlich wäre auch ein Grexit, denn die Griechen haben in der Eurozone echt nichts verloren. Mit dem Grexit müssten die Griechen aber auch die Hosen runterlassen: Geld weg - Kredite futsch. Das wäre aber eine ungeheuer unpopuläre Maßnahme, daher macht sie es nicht. Stattdessen hält sie die Fassade aufrecht, und wirft den Griechen noch neues Geld hinterher. Man erinnere sich: der jüngste Deal war ja, dass die Griechen einen Maßnahmenkatalog umsetzen müssen, und wenn das geschehen ist, gibt es neue Milliarden. Die Maßnahmen wurden uns Deutschen als hart und einschneidend verkauft, und die entsprechenden Hitler-Merkel-Karikaturen in den griechischen Zeitungen als Zeichen dafür gewertet, wie drastisch die Entscheidungen der EU-Troika von der griechischen Bevölkerung angeblich empfunden wurden.
Und jetzt sind alle zufrieden: Die Griechen, weil sie die ersehnten Milliarden bekommen haben, ohne ihren Teil des Deals (vorerst mal) erfüllen zu müssen, denn erst mal gibt es Neuwahlen, dann wird eine neue Regierung gebildet, und dann sieht man weiter. Die Deutschen, weil sie (irrtümlich) glauben, in Griechenland werde sich was ändern, weil sich die deutsche Regierung scheinbar dort mit ihren Forderungen durchgesetzt habe. Und die Kanzlerin auch, weil sie unter den Deutschen allgemein Zustimmung zu ihrer Griechenlandpolitik gefunden hat und Zeit gewinnen konnte. Alle sind glücklich.
Übrigens zeigt das auch, was die aktuelle Bundeskanzlerin von Außenpolitik hält: nicht viel. Außenpolitik ist für sie nur eine Plattform, auf der sie innenpolitisch punkten kann. Gewählt wird sie schließlich von den Deutschen, nicht von Griechen, Ungarn oder Polen.
Tatsache bleibt aber nun, dass die der Finanzkrise zugrundeliegenden Probleme nicht einmal ansatzweise gelöst wurden, dass man nur Zeit herausgeschunden hat, dass der Maßnahmenkatalog von den Griechen nicht umgesetzt wurde und dass wir das Geld, das wir den Griechen "geliehen" haben, nie wiedersehen werden. In ein paar Monaten geht das Spiel von vorne los. Das ganze wird für Deutschland ein Fass ohne Boden, siehe nächstes ...
Beispiel Flüchtlinge: Dass eine Welle von Flüchtlingen auf Europa zurollt, ist nun wahrlich keine neue Erscheinung. Das hatten wir schon einmal, nämlich in den neunziger Jahren. Ich erinnere mich an den damaligen SPIEGEL - Titel mit der Schlagzeile "Das Boot ist voll" und entsprechender Zeichnung. Man könnte sich ja jetzt fragen, warum die deutsche und europäische Politik in den mehr als zwei Jahrzehnten, die seitdem vergangen sind, sich nicht die Mühe gemacht hat, mal einheitliche Kriterien für eine geordnete Zuwanderung mit klaren Regeln festzulegen, aber das ist wie mit dem Jahrhunderthochwasser in Ostdeutschland. Da gibt es mal ein verheerendes Hochwasser, es werden von den Landesregierungen entsprechende Maßnahmen verlangt, um künftig Schäden bei vergleichbaren Überschwemmungen zu verhindern, doch gemacht wird unterm Strich nichts. Denn: Es war ja eine JAHRHUNDERT-flut, die eben nur einmal alle Hundert Jahre kommt. Pech, wenn die nächste "Jahrhundertflut" schon ein paar Jahre später wieder kommt ...
Also, jedenfalls rollt nun wieder eine Welle von Flüchtlinge heran, mit Lieblingsziel Deutschland. Und die Flüchtlinge kommen in großer Zahl hier an und eine Welle der Hilfsbereitschaft brandet ihnen entgegen. Ob das die Stimmung in der Gesamtbevölkerung wiederspiegelt, sei mal dahingestellt. Entscheidend ist, dass in den Medien eine unüberschaubare Anzahl von hilfsbereiten Menschen zu sehen war, Bilder, die den Eindruck erwecken könnten, dass "die" Deutschen den Flüchtlingen in ihrer Mehrheit wohlgesonnen sind und ihnen helfen wollen. Man könnte in Betracht ziehen, dass diese Bilder ursprünglich von den Medien in erster Linie mit der Absicht lanciert wurden, im Ausland ein positives Bild von Deutschland zu erzeugen: "Da schaut her, Holocaust und Zweiter Weltkrieg war gestern. Heute sind wir anders. Heute heißen wir alle Flüchtlinge willkommen." Gewissermaßen: Die Welt (zumindest jener Teil, der auf der Flucht ist) zu Gast bei Freunden. Eine solche Situation konnte sich Frau Merkel nicht entgehen lassen, die Versuchung war wohl zu groß. Und in dem Glauben, beim Wahlvolk punkten zu können, stellt sie sich an die Spitze aller Willkommenbegeisterter und posaunt in die Welt hinaus, dass in Deutschland alle, alle Notleidenden, Flüchtlinge und Verfolgte willkommen sind. Kommt alle. Eintritt frei. Es gibt keine Obergrenze.
Ob diese Willkommensbotschaft in der Welt gehört wird, ist ihr reichlich schnuppe. Wichtig ist, dass er in Deutschland gehört wird. Damit ihr die Herzen der deutschen Gutmenschen zufliegen, von denen es offensichtlich so viele gibt, dass sie wahlpolitisch interessant sind. Also nichts Neues. Merkel as usual. Pech nur, dass dieser Ruf nicht nur in Deutschland, sondern auch im Rest der Welt gehört wird. Und wer schon so nett eingeladen wird, der kommt auch. Und sie kommen. Nicht zu tausenden oder zehntausenden, sondern zu Millionen. Das ist wie mit den Facebook-Parties, bei denen man den "nur für Freunde"-Button vergisst (oder so ähnlich).
Und jetzt gerät alles außer Kontrolle. Interessant ist, wie die Kanzlerin dieses Problem zu lösen versucht. Indem sie es nämlich auf das Ausland abwälzt, Stichwort Quotenregel. Und wie sie dabei auch noch versucht, innenpolitisch Kapital daraus zu schlagen: Merkel = Deutschland = Menschenfreunde, Willkommenskultur + Solidarität versus Ausland = Geiz + Fremdenfeindlichkeit. Oder jener Vorschlag, demzufolge jedes Land, das einen Flüchtling aufnimmt, 6000 Euro bekommt, während ein Land pro abgelehntem Flüchtling 6000 Euro zahlen muss. Ganz schön frech. Erinnert ein bisschen an ihr Gerede von "Wir machen mit den Griechenland-Krediten sogar Gewinn, denn die zahlen uns ja Zinsen, die über den aktuellen marktüblichen liegen."
Jetzt hat sie ja außenpolitische Verbündete gewonnen, die ihr vorerst mal aus der Patsche helfen, allen voran Frankreich. Hollande, das Schlitzohr, hat die Gunst der Stunde genutzt und zeitgleich eine fiskalische Neuordnung der EU gefordert, hin zu einer Transferunion. Stand bei uns in der Zeitung, in einem kleinen Artikel, demzufolge die Regierung diesen Plänen positiv gegenübersteht. Und wieder wird ein von der Kanzlerin geschaffenes Problem mit Geld gelöst. Das dürfte wohl der Deal sein: Wir helfen Deutschland (eigentlich Merkel) mit den Flüchtlingen, dafür kommt die Transferunion. Vor ein paar Jahren noch hätte man die Franzosen in Deutschland medial an die Wand genagelt, wenn sie an das Wort "Transferunion" nur gedacht hätten ...
Und wieder sind alle zufrieden: Die Deutschen können sich dem Gefühl hingeben, dem schäbigen Ausland in moralischer Sicht überlegen zu sein (ja, das tun die Deutschen gern, die Kanzlerin kennt ihre Pappenheimer ...) und den armen Flüchtlingen zu helfen.
Die Flüchtlinge sind wahlweise in Sicherheit, oder in der Lage, deutsche Sozialleistungen abzugreifen, oder was auch immer und daher auch glücklich. Und die Franzosen, Griechen, Italiener etc. sind glücklich, weil jetzt die Transferunion kommt (komisch, dass von den Griechen keine Kritik an der deutschen Regierung kam wegen derer Flüchtlingspolitik. Die Griechen hätten ja den meisten Grund, über Frau Merkel zu schimpfen). Und wieder sind alle ganz furchtbar glücklich und haben sich ganz arg lieb, und die paar zehntausend Flüchtlinge, die Frankreich aufnehmen muss, sind schnell wieder abgeschoben. Die Transferunion aber bleibt. Und die bösen Osteuropäer (die von der Transferunion nicht profitieren würden) schauen dumm in die Röhre.
Tatsache ist aber, dass im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise kein einziger nachhaltiger Lösungsansatz gefunden wurde, die Flüchtlinge kommen weiterhin in großer Zahl, und in ein paar Monaten geht die ganze Show von neuem los. Zudem dürfte uns dieses "Merkel-Abenteuer" wiederum gewaltige Summen kosten, wie alles andere vorher auch.
Fazit: Die Kanzlerin entscheidet spontan und selbstherrlich auf der Jagd nach Wählergunst, zumeist mit verheerenden Folgen. Dann müssen die Folgeschäden mit Steuerzahlers Geld wieder notdürftig repariert werden. Die Meinung des Auslands ist ihr schnuppe, Außenpolitik ist nur eine Chance, sich innenpolitisch zu profilieren. Ihre Politik schielt nur auf kurzfristige Erfolge, eine zugrundeliegende längerfristige Strategie ist nicht erkennbar. Ihre angewandten "Problemlösestrategien" sind kurzsichtig, nicht nachhaltig und oft unüberlegt, leicht durchschaubar und folgen immer demselben Muster. Ihr Machterhalt hat oberste Priorität. Das ist ihr einziges Ziel, andere hat sie keine.
Mit anderen Worten: Die Frau ist als Kanzlerin der totale Reinfall. Noch nie in der Nachkriegszeit hat ein so unfähiger Mensch in Deutschland ein so hohes Amt bekleidet.
Dass solche Totalnieten nicht unbedingt Fehler in der Matrix sind, sondern sich durchaus kulturzyklisch erklären lassen, zeigt uns der Leser dann hier:
Ich zitiere mal aus deinem Posting vom 17.9. dieses Jahres:
[quote]Mit welch drängenden Problemen sich der EU-Gender-Ausschuss die nächsten 6 (!) Monate beschäftigt...< und weiter ...
Soviel Distanz kann man zum westlichen Geschehen gar nicht aufbauen, dass einem die Zugehörigkeit zu diesem Kulturkreis nicht peinlich ist.<[/quote]
Hihi, nur keine Angst, da kommt noch mehr, da ist noch Potenzial nach oben (oder muss ich sagen: nach unten?). Vor Jahren hatte ich mal Bücher über den Niedergang und Zerfall des römischen Reiches gelesen. Ich weiß echt nicht mehr, in welchem ich das folgende gelesen hatte, es könnte Cochrane gewesen sein oder der Gibbon, ich habe die Stelle neulich gesucht, aber leider nicht mehr gefunden. Ist ja auch schon etliche Jahre her. Jedenfalls ist mir die Stelle lebhaft in Erinnerung geblieben, ich habe sie oft im Kreis meiner Familie erzählt, denn bei uns daheim wird noch offen über Politik gesprochen und diskutiert, ein Luxus, den wir uns in der Öffentlichkeit schon lange nicht mehr gönnen.
Jedenfalls wurde in der betreffenden Literaturstelle eine Begebenheit geschildert, die sich in der Endzeit des römischen Reiches zugetragen hat und uns dank römischer Geschichtsschreiber und der Kirchenväter bis heute überliefert worden ist. Man stelle sich folgende Situation vor: In Rom hat sich der Senat versammelt, das römische Reich ist gerade dabei auseinanderzufallen, von überall her bringen Boten Schreckensmeldungen von militärischen Niederlagen, von Barbarenhorden, die die Grenze überqueren und scheinbar ohne Widerstand ganze Landstriche erobern und verwüsten, von Provinzen, die sich von Rom für unabhängig erklären und ihre Steuerzahlungen einstellen, jede Meldung ist dramatischer und schrecklicher als die vorhergehende, das ganze Reich steht in Flammen, das Ende des glorreichen Römischen Imperiums steht unmittelbar bevor. Und nun kommen die Senatoren zusammen, um sich wie üblich über die wichtigsten Dinge im Imperium Romanum zu beraten. Nachdem sie sich begrüßt haben, setzen sie sich nieder und beginnen die Tagesordnung zu studieren. Ganz oben auf der Liste steht der wichtigste Punkt, der, den die Senatoren schon seit Wochen beschäftigt und beunruhigt und für den man dringend eine Lösung finden muss. Es geht um nichts geringeres als ...
... die göttliche Natur der Vorhaut Jesu.
Ja, tatsächlich.
Ich habe die Situation natürlich - der Dramatik wegen - ein wenig literarisch ausgeschmückt. Der historische Kern aber bleibt. Es ist überliefert, dass im Senat erbittert um die Vorhaut des Erlösers diskutiert wurde, während drumherum das ganze Reich auseinanderfiel. Grotesk, nicht wahr?
Das war ja auch eine wichtige theologische Frage. War Jesus ein Mensch mit göttlichen Kräften? Dann wäre seine Vorhaut, die als Reliquie in einigen Kirchen angebetet wird, lediglich ein kleines Stückchen vertrocknete Haut. Wenn er jedoch ganz Gott war, also alles an ihm göttlich, dann wäre seine Vorhaut tatsächlich auch ein Stück Gott und damit für die Gläubigen auch viel bedeutender. So ungefähr habe ich das in Erinnerung. Es war lediglich eine theologische Frage, um die jedoch erbitterte Diskussionen geführt wurden.
Über den Zerfall des römischen Reiches wird nur am Rande gesprochen. Und zwar im Zusammenhang mit dem Beruf des römischen Soldaten. Denn die müssen ja bei ihrer Berufsausübung töten. Das ist aber eindeutig ein Verstoß gegen die göttlichen Gebote. Die Senatoren einigen sich auf einen Antrag, Soldaten in der römischen Gesellschaft zu ächten. Sogar eine Strafsteuer soll erhoben werden, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.
Kann es wirklich so einfach sein? Vielleicht ja. Merkel als selbstherrliche Hohlnuss, das EU-Parlament als Diskussionsplattform um die Vorhaut Jesu, ein Machtgebilde, das sich durch Ächtung der Exekutive selbst schädigt, die Politik eine Narrenposse, die von vielen kapitalistischen Kräften gestaltet wird und oft auch nur vom Hormonhaushalt einer einzelnen Person? Eines ist klar: Wir suchen Ordnung im Chaos und haben als Menschen des Patriarchats die Tendenz, unseren symbolischen Vätern (Politikern) unbewusst mehr Intelligenz und Weitblick zuzugestehen als uns selbst und das, obwohl wir es doch schon lange besser wissen sollten und deshalb finde ich diese Leserzuschrift auch so wertvoll, dass ich sie unbedingt hier reinstellen wollte. Sie zeigt uns, dass wir hin und wieder einen Schritt zurückgehen sollten, um zu begreifen, dass da oben auch nur Menschen sitzen und oft genug auch einfach nur Vollidioten.
Beste Grüße
Phoenix5