ergänzungsbedürftig oder ja-sagend

Hinterbänkler, Schweiz - tief im Emmental, Montag, 28.09.2015, 13:45 (vor 3774 Tagen) @ trosinette3628 Views

Zara tut ja nur so, als ob er in der Lage wäre, den Menschen
abschließend zu bestimmen, um ihm anschließend sein Menschsein
abzusprechen. Wer sich bei der Bestimmung des Menschen aus der Deckung wagt
muss den Menschen aber immer reduzieren. Reduzieren ist quasi
Basisqualifikation des hochzivilisierten System- Sub-System und
SubSub-System-Denkers. Weil - wenn wir nicht reduzieren, könnten wir nicht
so tun, als ob wir im Gegensatz zu den Vormalsmenschen den totalen
Durchblick hätten.

Wenn wir den Menschen als Kollektivisten bestimmen, dann ist das auch eine
Reduktion, weil auch wir Kollektivisten immer noch kleine
ergänzungsbedürftige und sehnsüchtige Würstchen sind, die in erster
Linie abseits des Kollektivs im Mikrokosmos von Familie,
Blutsverwandtschaft, Tennisverein, Kleingartenkolonie oder Peergroup
zuhause sind.

Hallo Schneider,

Das 'Sehnsüchtige' oder 'Ergänzungsbedürftige' ist mit der Verhausschweinung gekommen. Der Delfin oder Bonobo wird sich eher nicht als ergänzungsbedürftig reflektieren. Und der homo ergaster oder homo erectus heidelbergensis wohl auch nicht. Ich bin überzeugt, das Empfinden der Ergänzungsbedürftigkeit ist mit der neolithischen Revolution entstanden. So hat also auch der homo sapiens 190.000 Jahre holistisch gelebt, bevor er bedürftig wurde nach Ergänzung. Bedürftig zu sein ist eben gleichbedeutend damit, nicht mehr holistisch/ganzheitlich/ja-sagend zu leben. Nebenbei: Damit hat sich das Denken und Handeln des Menschen den damals revolutionären neuen Paradigmen unterworfen: Rationalismus und Debitismus.

Interessant wäre sicher, was denn 'den Menschen' ausmacht. Im Moment möchte ich nur mal bei meinen Satz von hier ein Wort ändern:

"Wir können nicht mit einem Verlust des Menschseins bezahlen. Wir bezahlen immer nur mit einem Verlust des umfassenden, be'geist'erten Bewusstseins. Aber selbst als abgestumpfte verhausschweinte Wesen sind wir reflektierende Bewusstseinsträger."

Danke und Gruß
Hinterbänkler

--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'


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