Meine bald 40 Jahre alte Bohrmaschine der Firma Fein möchte ich auch nicht missen wollen.
Guten Tag,
Deutschland, wie wir es kannten und schätzten, wird es nie wieder geben.
Was ich an Deutschland zu schätzen weiß ist allerdings verhältnismäßig vernachlässigbar.
Gestern Abend saß ich mit einer Pulle Bier vor einem Getränkespätkauf, die hier in der ehemaligen Reichshauptstadt wie Pilze aus dem Boden schießen. Da kam auf einmal ein Blinder vorbeigetappt. Ich dagegen kann seit 48 Jahren sehen. Bereits vor dem lächerlichen Umstand des sehen Könnens verblasst bei mir alles, was ich an Deutschland schätzten kann. Zu allem Überfluss konnte ich anschließend noch nach Hause laufen.
Diese Haltung ist aber vermutlich eher mein persönliches Spezialproblem. Der normale Mensch des individualistischen Zeitalters will ja meistens eher etwas mehr als die Gnade seiner profanen Vitalität zu schätzen. Er glaubt vielmehr, dass er sich dieses und jenes verdient hätte und der Weltenlauf aus irgendwelchen mysteriösen Gerechtigkeitsgründen von diesem Verdienst seine Finger zu lassen hat. Hierbei handelt es sich natürlich um einen modernen Irrglauben.
Mit freundlichen Grüßen
Schneider