Alles bestens - Mein Ideal: Leben einzeln und frei (wir Gefährten im Streit)

azur, Mittwoch, 02.09.2015, 21:58 (vor 3796 Tagen) @ Shindo4245 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 02.09.2015, 22:02

Hallo Shindo,

Du fragst u. a. wer denn die Verantwortlichen wären. Weißt Du, ich habe soviel über deutsche Oligarchen, Verbände, Think tanks hier und im Ausland etc. pp. geschrieben, und Du fragst mich das?

Ebenso habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass die Verantwortung zu trangen haben, die dier Verantwortung per Amt haben. Ob in der Gesetzgebungen oder Ministerialämtern etc. pp.

Es heißt auch oft, die für das Tragen von Verantwortung bezahlten Personen. Verantwortung für die konzertierten Aktionen in den Medien tragen Verantwortliche in den Medien, wie Chefredakteure und Verleger. Auch das ist hier hinlänglich beschrieben worden.

Verantwortung für einiges tragen sich auch Politiker in Parteiämtern, wie die Grünenspitze.

Ehrlich, hast Du Deine Frage ernst gemeint?


Gruß S. und nichts für ungut.[[top]]

Dito.

Weißt Du, was ich heute vor mich hin gesummt habe, und das erinnert auch an Le Bon und vor allem an Cannetti, der in Masse und Macht die Deutschen mit Bäumen und Wald beschreibt?

»Das Massensymbol der Deutschen war das Heer. Aber das Heer war mehr als das Heer: es war der marschierende Wald. In keinem modernem Lande der Welt ist das Waldgefühl so lebendig geblieben wir in Deutschland. Das Rigide und Parallele der aufrechtstehenden Bäume, ihre Dichte und ihre Zahl erfüllt das Herz des Deutschen mit tiefer und geheimnisvoller Freude. Er sucht den Wald, in dem seine Vorfahren gelebt haben, noch heute gern auf und fühlt sich eins mit Bäumen.

Ihre Sauberkeit und Abgegrenztheit gegeneinander, die Betonung des Vertikalen, unterscheidet diesen Wald von dem tropischen, wo Schlinggewächse in jede Dichtung durcheinanderwachsen. Im tropischen Wald verliert sich das Auge in der Nähe, es ist eine chaotische, ungegliederte Masse, auf eine bunteste Wiese belebt, die jedes Gefühl der Regel und gleichmäßiger Wiederholung ausschließt.

Der Wald der gemäßigten Zone hat seinen anschaulichen Rhythmus.

Das Auge verliert sich, an sichtbaren Stämmen entlang, in eine immer gleiche Ferne. Der einzelne Baum aber ist größer als der einzelne Mensch und wächst immer weiter ins Reckenhafte. Seine Standhaftigkeit hat viel von derselben Tugend des Kriegers. Die Rinden, die einem erst wie Panzer erscheinen möchten, gleichen im Walde, wo so viele Bäume derselben Art beisammen sind, mehr den Uniformen einer Heeresabteilung. Heer und Wald waren für den Deutschen, ohne daß er sich darüber im klaren war, auf jede Weise zusammengeflossen. Was andere am Heere kahl und öde erscheinen mag, hatte für den Deutschen das Leben und Leuchten des Waldes. Er fürchtet sich da nicht; er fühlte sich beschützt, einer von diesen allen. Das Schroffe und Gerade der Bäume nahm er sich zur Regel.« (Elias Cannetti, Masse und Macht, 185f, 190)

»Das Massensymbol der geeinten deutschen Nation, wie sie sich nach dem französischen Kriege von 1870 bildete, war und blieb das Heer Jeder Deutsche war stolz darauf; es gab nur vereinzelte, die sich dem überwältigenden Einfluß des Symbols zu entziehen vermochten. Ein Denker von der universalen Kultur Nietzsches empfing den Anstoß zu seinem Hauptwerk, dem »Willen zur Macht«, in jenem Krieg: es war der Anblick der Reiterschwadronen, den er nicht vergaß. Dieser Hinweis ist nicht müßig; er zeigt, wie allgemein die Bedeutung des Herres für den Deutschen war, die sich hochmütig gegen alles, was an Menge gemahnte, abzugrenzen verstanden. Bürger, Bauern, Arbeiter, Gelehrte, Katholiken, Protestanten, Bayern, Preußen, alle sahen in der Armee das Sinnbild der Nation. Die tieferen Wurzeln dieses Symbols, seine Herkunft aus dem Wald, sind an anderer Stelle aufgedeckt worden. Wald und Herr hängen für den Deutschen auf das innigste zusammen, und es läßt sich das eine so gut wie das andere als das Massensymbol der Nation bezeichnen; sie sind in dieser Hinsicht dassselbe..."

Quelle: http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr04.htm

(Sieh auch https://de.wikipedia.org/wiki/Masse_und_Macht#Canetti_in_Abgrenzung_zu_Le_Bon_und_Freud )

Jedenfalls habe ich das vor mich hin gesummt:

"Leben einzeln und frei,
Wie ein Baum und dabei
Brüderlich wie ein Wald.
Diese Sehnsucht ist alt.
Sie gibt uns Halt
in unserem Kampf
Gegen die Dummheit,
den Hass, die Gewalt.
Wir Gefährten im Zorn,
wir Gefährten im Streit,
Mit uns kämpft die Vernunft und die Zeit."

Vollständig: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=149621

Und auch an das gedacht:

"Die Handvoll Jahre,
die ich leb
Sind zu kostbar,
dass ich sie vergeb'
Ich trau' meinen Augen
und nehm' euch beim Wort
Und wehre mich,
eh mir die Hand verdorrt
Und werde nie fertig sein mit der Welt
Solang die mich am Leben hält"

Vollständig: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=178437

Viele freundliche Grüße

azur

--
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