@ Philip M.
... haben wir heute im Vergleich dazu
bekanntermaßen Staatsschulden, die 1/4 des Gesamtvermögens der
deutschen
Bevölkerung ausmachen.
Das hasst du richtig ausgedrückt. Ohne die Staatsschulden würde dieses
1/4 des Gesamtvermögens nämlich nicht existieren. Saldiert im
Nichts-Staats-Sektor fiele dieses Viertel komplett als "Vermögen" weg,
denn Schulden = Guthaben. Zwei Seiten derselben Medaille.
Deine Antwort würde passen, wenn Deutschland keinen Außenhandel hätte. Wir haben aber einen exorbitanten Handelsüberschuß, der auch ohne jegliche Schulden des deutschen Staatsapparates zu hohem Privatvermögen der hiesigen Bevölkerung führt, führen müßte - und dann natürlich zu Schulden bei der Bevölkerung anderer Nationen oder deren Staatsgebilde.
Die werden sicherlich nie zurückgezahlt, schließlich müßten die
Erwerbstätigen und Vermögenden diese Tilgung zusätzlich zur
bisherigen
Steuerlast stemmen.
Natürlich nicht. Das geht im debitistischen Wirtschaftssystem auch gar
nicht. Schulden können in Summe nie netto zurückgezahlt werden, egal ob
es "böse" Staatsschulden oder "gute" Unternehmensschulden sind. Sobald
auch nur das WACHSTUM der Kreditvergabe abnimmt, geht's mit der "freien"
Wirtschaft den Bach runter. Haben doch die Subprime- und Euro-Krise jüngst
wieder bewiesen.
Bei ca. 2.2 Bill. öffentl. Schulden bei ca. 42 Mill Erwerbstätigen
wären das immerhin ca. 52.000 Euro pro Erwerbstätigen zusätzlich zur
bisher gewohnten und vorhandenen STeuerlast.
Nur die Zinsen auf die Staatschuld müssen aus dem Steueraufkommen bedient
werden. Schon dottores "Aufwärts ohne Ende bis zum Ende" vergessen?
Solange Zinsen auf Staatsschulden < Steueraufkommen kann's theoretisch
weitergehen.
Vergleicht man die jetzige Situation mit einem etwas freierem
Staatsgebilde auf deutschem Boden, also vor WK I, dann wird es
erschreckend. Die Zahlen habe ich einem Beitrag bei Mmnews vor ein paar
Tagen entnommen:Einwohner 1913 65Mill, davon 15Mill Selbständige und 420.000 Beamte
Einwohner 2015 83Mill, davon 4 Mill Selbständige und 5.500.000 Beamte
Nein, wir haben 1,7 Millionen Beamte, davon ein Großteil bei der Polizei
und im Bildungsbereich. Also die bringen schon "Dienstleistungen" von denen
auch der Dieter profitiert. Der Rest sind Tarifbeschäftige im
öffentlichen Dienst, die machen dann so Dinge wie Kitas, Müllabfuhr,
arbeiten in Hochschulen, Wasserwerken oder der ganz normalen öffentlichen
Verwaltung inkl. der Sozialversicherungen, von denen auch der Dieter
wahrscheinlich Leistungen im Krankheits- oder Rentenfall erwartet.
- Dieter ist gewohnt, nichts zu erwarten, Rente ohnehin nicht.
Nach meiner pers. Wahrnehmung dient der gesamte Justizapparat einschl. Polizei nicht vordringlich dem Bürger, sondern der Aufrechterhaltung einer staatlichen Ordnung, also Ordnung vor Bürgerrecht und vor Bürgerinteressen.
Die Leistung eines Parlamentes würde ich danach bemessen, in welchem Umfang es in der Lage ist, vorhandenen Gesetze und Verordnungen aufzuheben, ersatzlos zu streichen, oder so einzukürzen, daß der damit verbundene Aufwand bei Bevölkerung und Verwaltung stark reduziert wird.
Wenn der Staatsapparat einen geringeren Anteil vom Einkommen durch Steuern beansprucht, dann entsteht auch bei den Familien oder Bürgern weniger Belastung, weniger Druck, mehr Freiraum was zu weniger Krankheit, weniger Depressionen, weniger staatlicher Fürsorge führt. Auch Kitas werden fast überflüssig. usw., usw., usw. .......
In Frankreich ist der Anteil der beim Staat Beschäftigten übrigens
DOPPELT so hoch wie in Deutschland.
Frankreich ist ohnehin kein Vorbild.
Und: Vor WK I von einem "etwas freieren Staatsgebilde" zu sprechen ist
absurd. Da hatten wir noch die Monarchie. Schon vergesssen?
Na und, was haben wir denn jetzt? Eine Parteienoligarchie, in der Verwaltung, Justiz fest verbändelt sind mit den Führenden, keine Gewaltenteilung, nur auf dem Papier.
1913 Staatsquote 4-6% bei einem Staats-Schuldenstand von 0
2015 STaatsquote 54% bei einem Staats-Schuldenstsand von
2.200.000.000 E
wobei man ausdrücklich sagen muß, daß bislang der Steuerzahler noch
nie
für Zinsen aufkommen mußte, denn die wurden bisher immer indirekt
hochgebucht (Nettoneuverschuldung = höher als fällige Zinsen).
Deutschland hat unter den entwickelten Nationen eine der NIEDRIGSTEN
Staatsschuldenstände (75% am BIP in 2014, zum Vergleich: Japan 244%, unser
"Vorbild" die USA: 106%, Frankreich: 96%, GB: 92%, siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Staatsschuldenquote ).
Das Problem haben doch alle Staatsapparate, die ähnlich aufgebaut sind wie der unsrige.
Aus der Tabelle kann man auch die in den letzten Jahren rückläufige
Tendenz der Staatsschuldenquote entnehmen, sowie den Sprung nach oben von
65% auf 82% von 2007 nach 2010. Der ist übrigens nicht passiert, weil die
"faulen Beamten alles verfressen haben",
oh, ich habe nicht gesagt, daß die Beamten faul sind, ich habe nur behauptet, daß der Apparat sich dermaßen verselbständigt hat, daß er sich eigennützig Aufgaben schafft, sodaß ein immer größeres Arbeitsheer zu dessen Bewältigung dieser Aufgaben benötigt wird, wobei genau dies dem Bürger zunehmend die Luft zum Atmen nimmt.
sondern weil die
Leistungsträger in den Banken und der "freien" Wirtschaft vom Staat
gerettet werden mussten. All diese Banken und Manager in den
Exportunternehmen in ihren feinen Nadelstreifenanzügen würde nämlich
heute von Hartz IV leben, wenn der Staat nicht in der Folge der
Subprime-Krise ihren Arsch gerettet hätte.
1913 Arbeitslosigkeit 2% bei jährlichem Geburtenüberschuß von
300.000
2015 Arbeitslosigkeit 6,7%
Ja und? Ist doch super. Auch hier ist unsere Quote im internationalen
Vergleich so niedrig, dass mittlerweile die halbe Welt bei uns arbeiten
will. Warum haben wir sonst so große Migrationsbewegungen, auch von
innerhalb der EU aus anderen "entwickelten" Ländern (Spanien, Portugal,
Griechenland: Da beträgt die Arbeitslosigkeit für Jugendlichen ca. 50%).
Und wie hoch wäre die Arbeitslosigkeit, wenn unsere Staatsquote deutlich niedriger wäre? (damit wären natürlich auch andere politische Strukturen verbunden)
Wenn man sich diese Zahlen anschaut, dann fragt man sich, wofür unser
Staatsgebilde gut ist, bzw. ob nicht die ganze Veranstaltung nicht
einfach
Selbstzweck von Politik und Behörden ist, also der Bürger zum
kostenlosen
Dienstleister der Staatsorganisation degradiert ist, der arbeitende
Bürger
die Organisation alimentiert.
Also Dieter: Dann mal "Butter bei die Fische": Was soll der Staat denn
deiner Meinung nach nicht mehr machen? Polizei? Bildung?
Sozialversicherungen? Öffentliche Verwaltung? Die paar "Genderbeauftragen"
machen den Kohl nicht fett. Übrigens: Wir haben 20 Millionen Rentner in
Deutschland. Die werden auch vom Staat "alimentiert", wenn du es so willst.
Was sollen die in Zukunft machen? Beim Dieter in Portugal Oliven ernten, um
über die Runden zu kommen?
Weiter oben habe ich erste Anregungen gegeben. Aber man könnte problemlos einen neuen Bereich aufmachen mit der Fragestellung, auf welche "staatl.Leistungen" die Finanzierer des Staatsapparates verzichten können.
Das Geschwür ist der Staatsapparat. Läßt man ihn weiter wuchernd
gewähren, stirbt das Volk.
Außer unreflektiertem Staatsbashing und fehlendes Verständnis für
debitistische Grundlagen kann ich deinem Posting leider nichts
Substantielles entnehmen.
Vielleicht fehlt dafür ein grundsätzliches freiheitliches Verständnis und ein Denken zu sehr in den Kategorien eines Apparates. Mein Verständnis zum Debitismus ist in der Tat anders, als es hier im Forum als Allgemeingültig betrachtet wird.
Gruß Dieter
Gruß,
Phil.M.
Gruß zurück, Dieter