Noch ein Apologet des "freien Marktes". Oder: "Gut ist nur, was mir persönlich nützt".
In Frankreich ist der Anteil der beim Staat Beschäftigten übrigens
DOPPELT so hoch wie in Deutschland.
In Nordkorea ist er noch viel viel hoeher. Was willst Du uns sagen?
Dass der deutsche Staat in Anbetracht seiner im internationalen Vergleich dünnen Personaldecke äußerst effizient arbeitet.
Und: Vor WK I von einem "etwas freieren Staatsgebilde" zu sprechen ist
absurd. Da hatten wir noch die Monarchie. Schon vergesssen?
Nein. Wo war die Monarchie weniger frei, als im "freisten Staat, den es
jemals auf deutschem Boden gab"?
Die Monarchie hat Deutschland in den Ersten Weltkrieg geführt, was zum Verlust von Millionen Menschenleben, zum Verlust von Staatsgebiet und unbezahlbaren Reperationszahlungen geführt hat. Da bevorzuge ich doch eindeutig die aktuelle Form der Demokratie.
Deutschland hat unter den entwickelten Nationen eine der NIEDRIGSTEN
Staatsschuldenstände (75% am BIP in 2014, zum Vergleich: Japan 244%,
Japans Pensionen sind viel staerker Fondgedeckt, die deutschen fast gar
nicht. Sobald Du den Unterschied einrechnest werden Deine Zahlen sinnlos.
Hättest du dir die verlinkte Tabelle angesehen, hättest du gemerkt, dass Japans Staatschuldenquote von 1990 bis 2014 von 67% auf 244% gestiegen ist. Haben die jetzt ihre Rentenzahlungen innerhalb von 24 Jahren fast vervierfacht? Wohl kaum. Auch hier war es die "freie" Wirtschaft, die mit einer Spekulationsblase (Nikkei) den Staat zum Bailout gezwungen hat.
Bildung? Viel mehr Privat. Von mir aus mit Stiftungen. Die besten Unis in den USA sind privat.
Klar, die haben auch milliardenschwere Stiftungsvermögen im Hintergrund und verlangen Studiengegebühren von zehntausenden Dollar pro Jahr. Dafür sind die anderen 80% der Unis weit unterdurchschnittlich. "Bist du zu arm, bleibst du dumm. Selber schuld!".
In einem System, in dem das Wirtschaftswachstum zum
erliegen kommt, z.B. durch Energielimitierung und das Schuldenwachstum auch
zum erliegen kommt, wird es zu einem Zusammenbruch kommen. Das kann der
Staat verzoegern, aber nicht verhindern. Er koennte es mildern. Ein
Moeglichkeit waeren z.B. massive Investitionen in die Infrastruktur wie
China es tut (Zuege kann man auch mit Thoriumreaktoren betreiben). Ich sehe
dbz. keinerlei Ambitionen des Staates.
Also was jetzt? Staat ja oder nein? Oder wieder das neoliberale Mantra: Staat ist nur gut, wenn er die Wirtschaft subventioniert? Seltsamerweise sind die Kritiker der sozialen Leistungen des Staates immer die ersten, die nach Bailouts, Subventionen und Staatsaufträgen schreien.
Gruß,
Phil.M.