Schön nachrecherchiert---
Am 5.11. erhielten KGB-Agenten von der Kreml-Führung den Auftrag,
alles zu melden, was auf einen Angriff schließen lasse. Am 8. oder 9.11.
informierte der KGB seine westlichen Residenturen irrtümlich, dass auf
einigen westlichen Basen sogar Truppen mobilisiert worden seien. Ohne dass
es die Geheimdienste des Westens bemerkt hatten, wurden alle möglichen
Abschussrampen für Atomsprengköpfe des Warschauer Pakts positioniert, um
sich für den Abschuss bereit zu halten. Der Leiter der Auslandsabteilung
und spätere KGB-Chef Wladimir Krjutschkow war überzeugt, dass ein
amerikanischer Erstschlag konkret geplant sei - eine Überzeugung, die er
bis zu seinem Tod 2007 nie abgelegt hat.
Dass es in dieser heiklen Situation nicht zu einem atomaren Konflikt kam,
lag letztlich an den Informationen, die die DDR-Hauptverwaltung Aufklärung
über einen bei der NATO platzierten "Kundschafter" beschaffte.[3]
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45638/1.html
Gruß Mephistopheles
Du fragtest ja noch: "Er [BLa: Rupp] wurde doch, wenn ich mich richtig erinnere, deswegen, wegen seiner Verhinderung eines Atomkriegs, erst als Doppelagent Topas enttarnt und durfte mehrere Jahre im Knast verbringen, richtig?"
Ich weiß es immer nich nicht, aber den Telepolis-Artikel finde ich gut. Weitere plausible Infos zu diesem krassen Ereignis hinter der Bühne.
Ich nehme das immer gerne zur Kenntnis, wenn einigermaßen große Namen etwas loswerden wollen. Hier, in diesem Fall: Dieter Deiseroth ist Richter am Bundesverwaltungsgericht. Neben seiner richterlichen Tätigkeit publiziert er vor allem zu Fragen des (Kriegs-)Völkerrechts und der Verfassungsrechtsgeschichte vor und während des Nationalsozialismus. Deiseroth ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der internationalen Juristenvereinigung IALANA, die sich für ein weltweites Verbot von Atomwaffen einsetzt.
Sein Fazit ist bestechend plausibel:
"Die "Abschreckungslogik" funktioniert auch dann nicht und stößt an gefährliche Grenzen, wenn menschliche Fehleinschätzungen oder "technisches Versagen" wirksam werden. Dies ist etwa der Fall, wenn sich Defekte in Kommunikationssysteme einschleichen oder dort wirksam werden, die es für die jeweils andere Seite angesichts sehr kurzer Vorwarnzeiten sehr schwer oder gar unmöglich machen, sicher zu diagnostizieren, ob in der konkreten Entscheidungssituation die z.B. aus den Computersystemen verfügbaren Daten nun auf einen gegnerischen Angriff schließen lassen oder nicht. Weiterhin auf Atomwaffen zu setzen, gründet die Fortexistenz und das Überleben der Bewohner des Planeten Erde letztlich auf rouletteartige Bedingungen. Das dürfen wir nicht länger hinnehmen. Sicherheitsstrategien, die bewusst die mit einem nuklearen Inferno verbundenen Mega-Risiken einkalkulieren und sich darauf gründen, sind menschenverachtend und letztlich verbrecherisch."
Danke, Bernadette