Auch am Manne finden sich der Räthsel genug :-)

Silke, Montag, 03.08.2015, 15:12 (vor 3824 Tagen) @ Vatapitta2751 Views

Lieber Vatapitta,

wie wenig hilfreich Verallgemeinerungen sind, wird leicht anhand der
Überschrift deutlich.

Weiß ich nicht so recht. Manche ja, manche nein, würde ich sagen.
Gewisse Verallgemeinerungen sind aber unumgänglich.

Rätselhaft mag die Frau oder der Mann wohl den meisten schon irgendwie erscheinen. Wenn man nicht daran verzweifelt ist das doch spannend und schön.
Auch erlebte ich mich als Trägerin von Leben auf die Schwangerschaften hinstrebend, in der Tat „problemlösend“, da auf das Wichtigste in meinem Leben fokussiert „Der Mann ist für das Weib ein Mittel: der Zweck ist immer das Kind.“[[zwinker]]
Da hat der Friedrich jetzt nicht falsch gesprochen. Schade, dass ihm das Vaterglück nicht vergönnt war. Wie er seinen „Frauenhaushalt“ mit Mutter, Schwester, Großmutter, Tanten und Dienstmädchen und die beschriebene Liebe zu Lou von Salomé samt Zurückweisung erlebt hat weiß ich auch nicht.

Du hast ja in hervorragender Weise gelernt, genau hinzusehen und zu
differenzieren. Daran
mangelt es zu häufig.

Ich habe eher auf Dein Posting reagiert um Dich zu ermutigen, Deine Beiträge in die Runde zu reichen, auf dass sie nutzen kann, wer möchte - weil ich sie regelmäßig gut und richtig finde.

Deshalb halte ich auch dein Nietzsche Zitat zum Staat nicht für
hilfreich. Es generiert
Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit.

Das habe ich jetzt gar nicht so erlebt, weil das Zitat in mir gerade Hoffnung weckt.
Wenn ich einem kranken Menschen gegenüberstehe, sind doch die Optionen des Überdenkens der ineinandergreifenden Ursachen für mich als Patient und als Heiler viel erträglicher als die fruchtlose und frustrierende Suche nach Schubladen auf Nebenschauplätzen.
Die Heilung ist ein Prozess, oft ein fernes Ziel nach einem weiten Weg, ein Interagieren, oft gar nicht gewünscht weil es bei Symptomträgern ganze Verstrickungskonstrukte erschüttert.

Das ist zwar unangenehm, aber auch
bequem und sorgt für
den Fortbestand aller Probleme.

Dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt.
Sich zurücklehnen mit dem Spruch: "Staat ist schuld, kann ich nix machen"
ist wahrlich nicht hilfreich. Staat bin ich als Bürger auch, also achte ich auf meinen Anteil an der Misere bzw. ressourcenorientiert auf die Chancen zur Veränderung für mich, den Patienten und seine Angehörigen.

Meine Idee ist, immer genau hinzuschauen und zu differenzieren. Hinter
allem stecken sehr
unterschiedliche Menschen.

Ja. Aber doch in einem ziemlich einheitlichen menschenfeindlichen System - in Zivilisation. Jeder geht aber anders damit um, jeder reagiert anders auf die Einflüße bietet andere Widerstandfähigkeit und Verletzbarkeit. Bestimmte Muster sind allerdings überall häufiger erkennbar.

Ich betrachte schon den Menschen als Einzelperson mit seinen spezifischen Fähigkeiten und Möglichkeiten aber auch den Menschen eingebunden in das ihn umgebende System und Umfeld mit seinen Stärken und Schwächen, Grenzen und Nöten.
Es war ein schwieriger Prozess für mich, zu lernen, weniger zu helfen, zu zerren, zu schieben und mich mehr als Kreuzpunkt, als Angebot, als Spiegel zu erleben.

...vielleicht zu kurz gesprungen? (andererseits - besser Weitsprung als
Schlusssprung)

Das habe ich nicht gut formuliert.
Jeder positive Denkansatz hilft grundsätzlich weiter, auch wenn er nur eine untergeordnetere Ebene berührt und/oder erst die Summe der Ansätze und Veränderungen die Bewegung schafft. Die Gefahr der Ablenkung ist aber schon groß...schau Dir die Ökonomen an, die an Schräubchen drehen wollen - die nähern sich genauso wenig dem Kern wie meine symptombeseitigenden Kollegen.

Für hilfreich halte ich es, ein gut belichtetes Bild zu machen, so dass
es dem einen oder
anderen von Nutzen ist.

Ein Bild ist besser als kein Bild... der ganze Film mit Ton und anderen begleitenden Eindrücken ist aber auch spannend.

Ein Bild nach dem Motto: "Für alles gibt es eine Pille" sehe als stark
unterbelichtet an.

Ja.

Und ein Bild: "Wie kann es in einem kranken Staat überhaupt Gesundheit
geben", für stark
überbelichtet.

Wie wiederholt hier im DGF richtig angesprochen wurde: selbst in Staat kann man seine Gesundheit mehr oder eben weniger schädigen, kann sich zufriedener oder weniger zufriedener einrichten.
Geschädigt wird aber so und so eben systemimmanent.

Beides ist in einer Welt, die sich in ihrer Feinstruktur erneuert und dazu
immer genauer hinsieht,
wenig hilfreich.

Wenn ich nur mit der Keule arbeite, ja.

Jeder ist mehr oder weniger auf seinem Weg zur Weisheit. Die Wege sind
sehr unterschiedlich
und auch unterschiedlich lang.

Ja. Mäeutik ist geeigneter als Erziehung.

Ich wünsche Dir viel Freude auf Deinem Weg.
Verzagen gilt nicht...

Liebe Grüße
Silke


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