durch gegenseitige unbegrenzte Intervention zu Gunsten eines festgelegten Kurses

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Mittwoch, 01.07.2015, 19:15 (vor 3853 Tagen) @ Gaby2340 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 01.07.2015, 19:52

Liebe Wahlgriechin,

Moin,

sorry für den neuen Thread, aber das ist ein neues Thema. Wenn
Griechenland zur Drachme zurück kehrt, würde die Anbindung der Drachme an
den Euro eine gewisse Stabilität bringen. Es gibt ja Beispiele, siehe


das ist komplett sinnfrei, denn das ist genau der heutige Zustand!

Stabilität gibt es nur, wenn die Neue Drachme frei "floaten" kann.

Dann nämlich wird der Konsumhunger der Griechen auf Auslandsgüter nämlich mit einer fallenden Neuen Drachme bestraft, so dass die Auslandsgüter teurer werden. Das hört erst auf, wenn die Griechen sich nur noch im Inland selbst versorgen oder Güter exportieren, z.B. Öl und Gas über die sie ja mutmaßlich verfügen.

Das Tolle an freien Währungen ist, dass sie Angebot und Nachfrage von alleine regeln. Es braucht dazu keine staatlichen Kurpfuscher oder Zentralbankinterventionisten, was traurig ist für regelungswütige Bürokraten mit geminderter Intellektausstattung.

Bulgarien oder damals schon Estland (ich glaube, es war Estland) mit der
Bindung an die Mark.

Frage: Wie funktionert so etwas technisch? Was muss die Zentralbank tun?

Die griechische Notenbank muss lediglich Neue Drachmen auf dem Devisenmarkt verkaufen, wenn der Kurs der Neuen Drachme ansteigt.

Umgekehrt muss sie, wenn die Neue Drachme unter den gewünschten Wechselkurs fällt, Drachmen gegen Gold und Devisen kaufen.

Gold und Devisen hat die griechische Notenbank nur in beschränktem Maße zur Verfügung. Sind die alle verkauft, fällt der Kurs der Neuen Drachme.

Nun könnte sich die griechische Nationalbank auch Devisen leihen, aber das ist ein rein hypothetischer Fall, wer wollte ihr Kredit einräumen?!

(Deutschland lieh Frankreich während der Währungskrise 1993 cira 100 Mrd. DEM, mit deren Verkauf die Banque de France den Franc stützen konnte.)

Es bräuchte also noch die Mithilfe der zweiten Zentralbank mit der die griechische Zentralbank eine Währungsunion eingehen will. Diese müsste, wenn die Neue Drachme fällt, unbegrenzt Neue Drachmen kaufen.

Aber welche Zentralbank würde das freiwillig tun?

Beides passiert aber heute schon im Eurosystem, mit dem Unterschied, dass nicht zwei, sondern viele Zentralbanken beliebig viel Währung eines anderen Euromitgliedsland ankaufen - ein beklagenswerter Zustand, der den deutschen Arbeiter um die Früchte seiner Arbeit betrügt, die darin bestehen, dank starker DEM jedes Jahr im Ausland billiger Urlaub machen zu können und von einem Energie- und Nahrungsmittelpreisanstieg nur begrenzt geschädigt zu werden.

Gruß
paranoia

P.S.:
Du weißt ja hoffentlich, dass Deine Rettung kostenpflichtig wird, wenn das Auswärtige Amt eine Einreisewarnung für Griechenland ausspricht.

Nachtrag:
Ich bin begeistert von der aktuellen Inszenierung mit den Geldautomaten und dem Rest. Die beiden Bankräuber könnten genauso gut auch als Dramaturg arbeiten oder Bayreuth inszenieren.
Im nächsten Akt kommt so eine Art Brutkastenszene. Gezeigt wird eine Szene aus einem griechischen Krankenhaus. Da werden noch einmal alle Register gezogen und auf die Tränendrüse gedrückt.

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


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