Aber da fängt doch intelligente Politik erst an
Natürlich sind die Machtverhältnisse aus deutscher Sicht derzeit so, wie sie sind - nämlich für deutsche Politik nur mit sehr viel Finesse zu beeinflussen, wenn man sie den hätte. Gegen 11 Flugzeugträgergruppen und zahlreiche Schiffe mit Tomahawk Marschflugkörpern ist hier eben kein Kraut gewachsen.
Das heißt doch aber nicht, daß alles zu realisieren sein wird, was jenseits des großen Teiches gedacht und geplant wird, insbesondere nicht zu beeinflussen sein soll. Man muß sich wohl aber zunächst davon verabschieden, nationale Politik mit einem Wunschkonzert zu verwechseln, denn natürlich gibt es bei unseren östlichen Nachbarn - bei den westlichen wie bei uns übrigens auch - gegenseitige Ressentiments aus der Geschichte, bekanntermassen nicht nur gegenüber Rusland. Die sind nicht einfach verschwunden, weil Martin Schulz meint, alle müßten sich in \"seiner\" EU liebhaben und alles ließe sich mit Geld regeln. Die EU ist m.E. nur ein Hebel, ein weiterer müßte verantwortliche, nationale Interessenpolitik - natürlich unter Berücksichtigung der herrschenden Machtverhältnisse - sein. Der stereotype Verweis auf noch mehr EU ist m.E. nicht ausreichend und verfehlt. Wenn anderen Ortes Polen z.B. als Barriere zwischen Rußland und Deutschland gedacht wird, könnte man jetzt die Politik gegenüber der polnischen Seite auf vielen Gebieten noch mehr entwickeln und so noch mehr Einfluß zu gewinnen. Nötig wäre eine Art unaufgeregte und nicht agressive intelligente Containment-Politik ohne militärische Mittel, denn auf dem Gebiet haben wir nichts zu bestellen, um unsere eigenen Interessen zu wahren.
Das es schön wäre, wenn alle friedlich wären, steht außer Frage. Leider ist die Welt aber nicht so. Vielleicht wird noch deutlicher, was ich meine, wenn man sich das nicht lange, kurzweilige Interview mit Bazon Brock im 3sat anschaut: hier der Link
Sonntägliche Grüße an alle
Mira