Jesus und der IWF
Guten Tag,
Herr Wolff erklärt den Wahnsinn in unserer Welt, der darauf beruht, dass nicht mehr
die Wirtschaft (also das notwendige und sinnvolle) unser Leben bestimmt, sondern
die Kreditwirtschaft, die alles auf Pump finanziert und damit dafür verantwortlich
ist, dass wir uns praktisch nur noch mit künstlichen Werten beschäftigen, anstatt
mit realen Dingen.
Ganz profan gesehen geht es doch um die Tatsache, dass wir uns von der Realwirtschaft
verabschiedet haben, die dazu da ist, eine nachhaltige Grundlage unserer Lebens-
bedingungen zu ermöglichen und stattdessen ein Kredit-System erschaffen haben, das
auf Profit beruht. Die Idee der Kreditwirtschaft ist doch die, dass durch Kredite Geld
entsteht. Wenn dieses Geschäftsmodell zur Grundlage unseres Lebens wird, dann
ordnet sich alles diesem System unter bzw. wird dazu gezwungen sich ihm unterzu-
ordnen. Echte Werte verschwinden und Geld verdient nur noch derjenige, der Geld
hat und es für sich arbeiten lässt. Gleichzeitig wird durch die Verschuldung alles
teurer. Dort stehen wir jetzt. Der Kredit-Wirtschaft ist es doch egal, ob die Griechen
ihre Krankenhausrechnungen nicht bezahlen können und Stück für Stück enteignet
werden.
Black Rock könnte wahrscheinlich ganze Staaten kaufen oder in den Ruin treiben.
Und weil es geht, wird es gemacht.
Was hat nun Jesus damit zu tun? Er sprach davon Schuld zu vergeben. Also das
genaue Gegenteil dessen, was hier praktiziert wird. Denn das Kredit-System beruht
darauf, dem Schuldner Zins und Zinseszins aufzuladen und ihm diese bis in alle
Ewigkeit mit Gewalt abzupressen.
Die Solidargemeinschaft entsteht wahrscheinlich erst dann wieder, wenn aus Einsicht
oder Not erkannt wird, dass es nicht um Reichtum geht, sondern um die Lebens-
bedingungen und den Erhalt der Gemeinschaft. Insofern ist adrenalingeschwängerte
Aufregung nicht das Ziel von Herrn Wolff, sondern vielmehr die Aufklärung dieser
Tatsachen. Es nützt ja auch nichts, sich darüber aufzuregen, man muss es zuerst
verstehen. Wenn es verstanden wurde, kann man damit beginnen nachzudenken.
Die Erkenntnis, dass es meist Kriminelle sind, die an der Spitze der Nahrungskette
sitzen, ist ja nichts besonderes. Es rundet das große Bild nur ab. Vielmehr geht es
darum zu erkennen, dass das normale Leben nicht mehr funktioniert, wenn
es vom Großkapital und deren Profiten abhängig ist. Man muss dann eben damit
rechnen, dass Bargeld verschwindet und der größte Teil der Menschheit von
Almosen des Staates lebt. Also fremdbestimmt und in Abhängigkeit. Und das ist
fast schlimmer als in Armut zu leben. Das hat auch Nietzsche erkannt, der Armut
als edler empfunden hat, als käuflich zu sein. Lieber arm als korrupt. Das könnte
auch von Jesus stammen.
Gruß
nemo
P.S. Die Kleine am Schlagzeug ist echt süß.