Bad Aibling
Hallo Rotti!
Hallo nereus!
Du schreibst: Das mit der "Unwetterwarnung" muss nichts Besonderes
sein.
Diese werden relativ schnell per Fax oder BKU rausgeschickt. Die
Reaktionen darauf sind unterschiedlich und im "BeBu" (Betriebsstellenbuch
als eine Art Betriebsanleitung für die betriebsstellenspezifischen
Gegebenheiten) hinterlegt. Ob deshalb eine Zugkreuzung verlegt wird,
bezweifle ich.Ich hatte mich auch gewundert, aber die Meldung steht nun mal so da:
"Bekannt ist, dass im Zusammenhang mit einer Sturmwarnung am Unfalltag
eine ursprünglich in Kolbermoor vorgesehene Zugkreuzung in Bad Aibling
stattfinden sollte."Die Meldung habe ich ja nicht erfunden, daher nehme ich sie ernst.
Eine gute Frage, nur wer gab wirklich die Antwort darauf? Die Unwetterwarnung muss überhaupt nichts mit dem Unglück zu tun haben. Das Ganze ist mittlerweile sehr unübersichtlich. Hier reden viele mit, die nicht viel Ahnung vom Bahnbetrieb haben.
Eine außerplanmäßige Verlegung von Kreuzungen wird bei
Verspätungen gemacht, um diese wieder auszubügeln. Also daran würde ich
mich nicht aufhängen.Na ja, früher dachte ich das auch immer – es wird schon passen.
Aber nach 20 Jahren Verschwörungspraxis lege ich Wert auf die Details.
Es ist ja nicht die einzige Merkwürdigkeit in diesem Fall.Schon eher an der zahlreichen Folge an persönlichen Fehlern, die zu
diesem Unglück geführt haben.Keine Frage, aber darum kümmert sich schon die Justiz.
Ich kümmere mich um Dinge, welche die Justiz nicht interessieren.
Und manchmal kommt dazu sogar Hilfe von außen.
Ich zitiere mal aus einem Thread vom Februar.Wenn die Kreuzung verlegt wird, müssten die Hauptsignale mit
angeschlossenem Streckenblock funktionieren. Die Technik soll ja
verhindern, dass zwei Züge in den gleichen .. Der Fdl hat einen
Stelltisch, auf dem Streckengleise und Bahnhofsgleise aufgezeichnet sind,
und belegte Gleisabschnitte rot beleuchtet sind, in solche Abschnitte kann
ich einen Zug mittels Hauptsignale nicht einlassen. Also Irrtum beim Geben
des Ersatzsignals, wobei sich die Frage nach dem Triebfahrzeugführer
stellt, der da zumindest misstrauisch werden und nachfragen sollte, obwohl
er nicht dazu verpflichtet ist. Aber man kann sie leider nicht mehr
befragen. Es stellt sich hier tatsächlich die Frage, was da auf dem
Stellwerk vorgegangen ist. Ich kann mir das so nicht erklären. Wenn die
Technik streikt, dann habe ich Rückfallebenen, an die ich mich halten
muss.
Trotzdem funktioniert der Betrieb weiter. An eine alleinige Schuld des Fdl
kann ich nur schwer glauben.Quelle: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=396283
Da schrieb offenbar jemand vom Fach.
So einer läßt sich jetzt doch nicht vom Handy-Geklingel abwimmeln,
oder?
Der kannte sich wirklich aus.........
Aber auch ich lerne dazu und die Buschtrommeln trommeln eine plausible Erklärung, die doch auf menschliches Versagen hindeutet und es nicht mehr so unwahrscheinlich erscheinen lässt.
Ein Lokführer hat ein paar Minuten Aufenthalt. Der Fdl stellt entgegen des BeBus gleich die Ausfahrt und gibt grün. Da die Abfahrtszeit noch nicht erreicht ist, wartet er also. Der Fdl verliest sich im Fahrplan um eine Stunde und verwechselt die Kreuzung. Er spielt auf dem Handy rum und stellt zwischendurch die zweite Ausfahrt. Die Technik sagt nö, da spiel ich nicht mit und macht gar nix. Der Fdl ist genervt (hat in letzter Zeit evt. öfters Signalstörungen gehabt) und gibt Ersatzsignal für den zweiten Zug. Auf dem Stelltisch hat er auf der Strecke noch keine Rotausleuchtung, da der erste Zug noch nicht losgefahren ist (wegen der noch nicht erreichten Abfahrtszeit).
Also fahren beide Züge los.
Eine mögliche Erklärung.
Wie wir aber gerade sehen, wird das Verfahren und die Berichterstattung so
aufgezogen, daß nur ein Handyspiel spielender Fahrdienstleiter schuld
gewesen sei.
Und ich schrieb im gleichen Disput dies:Nichtsdestoweniger streute man von Beginn an das Gerücht, daß der
Fahrdienstleiter Schuld sei. Wenn so früh die Medien die Richtung
vorgeben, macht mich das meistens stutzig.
Wenn nicht zwei Kamikaze unterwegs waren, hat der Fdl mindestens eine Teilschuld. Was am Flughafen der Lotse, ist am Bahnhof der Fdl. Er bedient die Signale Punkt.
Wie Du also siehst, ist man im Gegensatz zum Februar kein Stück
weitergekommen.
Der Schuldige war und bleibt der FDL.
Dito!
Du erinnerst Dich an das 10. bzw. 11. Todesopfer, daß man suchte, wohl
auch fand, es aber dann wieder „löschte“.
Auch war zunächst keiner mehr in Lebensgefahr und just verstarb darauf
ein Verletzter doch noch.
Und eigenartigerweise ging es genau um einen der Lokführer, der eben ein
sehr wichtiger Zeuge gewesen wäre.
Ehrlich gesagt, habe ich da keine Ahnung. Lokführer können zu Ausbildungszwecken, Streckenkundefahrten, Gastfahrten oder auch privat dabei sein.
Es ging damals um lächerliche 4 Minuten.
Ich hatte später einmal die anderen Züge zuvor überprüft und dort gab
es z.T. Verspätungen von mehr als 20 Minuten.
Daher glaube ich nicht an die Kreuzungsverlegung wegen 4 Minuten.
Und falls doch, warum wird das dann nicht kommuniziert?
Wegen dem laufenden Verfahren.
Und soweit ich mich erinnere, waren bei dieser verhängnisvollen Fahrt
jeweils 2 Lokführer an Bord. Die haben dann alle gepennt?
Nein, aber alle haben eine Fahrerlaubnis gesehen.
Werden die nicht auch über die Verlegung eines Kreuzungspunktes
informiert?
Gute Frage
Auch wenn ich nicht weiß, was konkret dahinter steckt – die Sache
stinkt.
Und das berichtet aktuell der Merkur vom Ereignisablauf.„Die Beschäftigung mit seinem Smartphone lenkte den Angeklagten von
der Regelung des Zugverkehrs ab“, sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Branz.
Nur so habe es zu den Fehlleistungen kommen können, die den Unfall
verursachten. Denn Fehler sind gleich mehrere passiert – und zwar noch
während P. aktiv spielte.Michael P. sagte in seiner Polizei-Vernehmung, er sei im Plan um eine
Zeile verrutscht und ging so davon aus, dass sich die Züge in Bad Aibling
kreuzen sollten, statt in Kolbermoor. P. bemerkt den Fehler zunächst nicht
und gibt beiden Zügen freie Fahrt auf die eingleisige Strecke. Beinahe zur
gleichen Zeit rekrutiert er in seinem Handyspiel einen Krieger.
Die Technik lässt eigentlich nicht zu, dass die beiden Züge auf der
eingleisigen Strecke aufeinander zu fahren, das System schaltet auf Rot.
Aber weil P. immer noch denkt, die Züge müssten sich in Bad Aibling
kreuzen, setzt er ein Sondersignal, genannt Zs1. Damit ist es für den
Meridian aus Holzkirchen trotz Rot möglich weiterzufahren. Wenig später
bemerkt P. seinen Fehler. Er setzt über das Mobilfunknetz der Bahn einen
Notruf ab. 36 Sekunden vor dem Aufprall.
Fatal: Er drückt eine falsche Taste, so dass die Gefahrenmeldung nur für
das Streckenpersonal, nicht aber für die Lokführer hörbar ist.
Streckenpersonal ist zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort. „Die Kollision
hätte vermieden werden können“, sagt der Staatsanwalt – wenn der
erste Notruf richtig abgesetzt worden wäre. P. setzt einen weiteren Notruf
ab. Doch es ist zu spät.
Die entscheidenden Fehler sind vorher passiert. Der Nothaltauftrag............nun ja, wie der Name schon sagt. Ich kann mir das gut vorstellen, wenn es einen wie ein Schlag trifft, wenn man merkt, was man gerade angerichtet hat und man dann vor Aufregung einen falschen Knopf drückt.
Quelle:
http://www.merkur.de/bayern/fahrdienstleiter-nach-zugunglueck-von-bad-aibling-habe-gros...Als Nicht-Fachmann frage ich @Rotti:
Warum wurde die Zugkreuzung verlegt, wenn es doch gar keine Sturmwarnung
gegeben hat? Die lachhaften 4 Minuten lasse ich nicht gelten, da es zuvor
um x-fach größere Verspätungen ging.
Wie oben beschrieben. Aber wenn man Zeit gutmachen kann, kann man auch eine Kreuzung verlegen. Jede Zugfahrt hat Auswirkungen auf Andere, da können sich auch 4 Minuten auswachsen.
Die Kreuzung in Bad Aibling war ein Sonderfall, der so normalerweise nicht
gehandhabt wird.
Und ausgerechnet bei diesem Sonderfall, der eigentlich besondere
Aufmerksamkeit erfordert, verrutscht der FDL um eine Zeile und landet wo?
Beim Sonderfall aufgrund einer Sturmwarnung oder Verspätung.
Nein, aber er landet bei einer Zugkreuzung eine Stunde später, die eben auf der anderen Betriebsstelle stattfinden soll. (Spekulation Meinerseits, da ich den entsprechenden Fahrplan nicht kenne) Die Sturmwarnung steht nicht auf dem Fahrplan.
Das ist mir, ehrlich gesagt, zu hoch.
Die Sturmwarnung, die eigentlich das ganze Desaster ursächlich begründen
würde/könnte, bleibt seltsamerweise im Nebel verborgen.
Warum?
Zeitungsente?
Und wenn es nun keine Sturmwarnung gab, welchen Sinn soll es dann ergeben,
daß sich die Züge außerplanmäßig woanders kreuzen?
Siehe oben
Kann die Kreuzung der FDL alleine verlegen?
Bedarfs es dazu keiner vorherigen Abstimmung?Wieso setzt der Bundestag eine solche Meldung in die Welt?
Warum soll der FDL, der dieses Geschäft seit Jahren betreibt, nun
ausgerechnet den Sonderfall als alltäglich einstufen und ihn einfach
übersehen?
Und dann massiert er noch die Katastrophe durch fehlerhafte
Folgehandlungen.
Und das ist des Pudels Kern. Das beherrscht jeder im Schlaf. Aber, damit ein solches Unglück geschehen kann, müssen mehrere sehr schwere Fehler passieren. Aber absolute Sicherheit erreichen wir erst, wenn alle Züge still stehen. Aber es passiert auch sehr sehr selten.
Das ist irgendwie alles ziemlich sinnlos.
Siehe gleich oberhalb.
Wenn er den Normalfall nachlässig behandelt hätte, wäre es schlüssig,
aber so?Das Handy-Theater soll meiner Ansicht nach eine andere Schweinerei
verdecken.
Der FDL hat gerade die Rolle von Beate Zschäpe übernommen.
Die hat auch Verbrechen ihrer Kumpane zugegeben, die sie definitiv nicht
begangen haben.
Möglich, oder auch nicht.
Übrigens, kennst Du diesen Link?
http://russophilus.diary.ru/p208590457.htm
Verfasse Deine eigene Zeitlinie. http://www.apps-bahn.de/bin/livemap/query-livemap.exe/dn?L=vs_livefahrplan&livemap=yes
klicke auf die Züge, dann siehst Du sie in Echtzeit, klicke die Zugnummern an und die Haltepunkte. Nun hast Du alle relevanten Daten in der Karte und kannst es in Echtzeit verfolgen. Also während der Woche aufstehen anklicken und los gehts.
Falls ja, was sagst Du dazu?mfG
nereus
Abschließend kann ich sagen, dass mit mir sich 15000 Kollegen den Kopf zerbrechen, wie es gelaufen sein könnte. Wie solche Fehler passiert sein können. Wenn es vom EBA analysiert worden ist, wird der Fall garantiert in unseren Schulungen aufgearbeitet. Du kannst davon ausgehen, dass uns da Keiner ein X für ein U vormachen kann.....
Ich denke, alle haben sich die Frage gestellt, hätte das mir auch passieren können?
mfG
Rotti
--
Ich esse und trinke, also bin ich.
![[[hae]]](images/smilies/hae.gif)