Vielen Dank auch Dir. Und ein paar Worte zum Tierschutz in GR

Gaby, Freitag, 21.10.2016, 16:14 (vor 3424 Tagen) @ Kurz_vor_Schluss3168 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 21.10.2016, 16:21

Lieber KvS,

besten Dank auch Dir! Zum Tierschutz in GR vielleicht noch für Interessierte ein paar Worte: Es hat sich da tatsächlich sogar vieles getan in den letzten Jahren. Es gibt harte Strafen für Tierquälerei - und die werden auch durchgesetzt und angewendet (35.000 Euro pro Fall plus Knast). Beispiel: In Volos erwischte man einen, der hat sechs Welpen mit dem Spaten erschlagen, weil er sie nicht wollte. 210.000 Euro Strafe plus ein Jahr Gefängnis.

Da das Geld nicht vorhanden war, wurde das Haus gleich in seiner Abwesenheit (wegen Knast) zwangsversteigert. Ähnliche Fälle gibt es jetzt fast jeden Monat. Jedes Mal wird auch sehr breit in den Medien berichtet. Getreu nach Mao: Bestrafe einen, erziehe Hunderte.

Aber auch ohne dies hat sich doch einiges verändert, der Anteil der Griechen, die wirklich auch im nordwesteuropäischen Sinne als tierlieb gelten dürfen, wächst ständig. Das Problem ist einfach die schiere Menge der Tiere, die Hilfe brauchen - und das fehlende Geld.

Der hiesige Tierschutz in Saloniki (der staatliche, meine ich) ist anders organisiert und eigentlich ist das angesichts der Ressourcen auch gar nicht so schlecht. Ein Tier vor Ort, d.h. in einem Heim, zu halten, kostet ziemlich viel Geld dauerhaft. Deshalb ist das hier so, dass man diese Stellen anrufen kann, wenn man einen Hund oder eine Katze sieht, die Hilfe braucht. Dann wird das Tier geholt, untersucht, es werden ggf. nötige Behandlungen gemacht, es wird geimpft, gechippt und kastriert/sterilisiert. Wenn es gesund ist, wird es wieder da ausgesetzt, wo es gefunden wurde.

Das ist zwar alles keine Ideallösung, aber immerhin wird kastriert/sterilisiert und kranke Tiere werden behandelt. Es gibt dann (meist wiederum private) Organisationen, die Futterplätze unterhalten und die frei lebenden Tiere vor Ort versorgen, im Sommer auch mit Wasser, was bei den Temperaturen hier meist sogar dann wichtiger ist als Futter.

Auch Peter arbeitet mit dieser staatlichen Stelle zusammen, sonst könnte er die ganzen Sterilisationen und Kastrationen und das Chippen überhaupt nicht bezahlen, das ist pro Hund ja immer gleich 200 Euro oder mehr (alles zusammen, meine ich).

Nur auch bei der staatlichen Stelle ist das Geld längst zu knapp, besser gesagt, es gibt keines. Derzeit werden überhaupt keine Anfragen mehr entgegen genommen. So muss die alte, kranke Hündin, die Peter jetzt auf mein Bitten hin aufgenommen hat, auch behandelt werden und wir wollten das über diese Stelle machen - nun müssen wir das Geld so auftreiben. Ganz zu schweigen von der OP für ihre Tochter, die einen riesigen Abszess im Ohr hat (da läuft schon Eiter raus und die Maden fühlen sich drin wohl, Mahlzeit, das Tier hat Schmerzen ohne Ende. Und trächtig ist sie wahrscheinlich auch noch ...).

Viele Grüße

Gaby

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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci


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