Viele haben immer noch nicht kapiert, dass Deutschland den Trend längst verschlafen hat
Ich habe nicht alles im Detail gelesen, das du geschrieben hast. Trotzdem möchte ich auf ein paar Punkte eingehen:
Schaut mal in die USA. Dort sind E-Autos im täglichen Straßenverkehr schon die Norm, man sieht sie überall herumfahren. In LA siehst du mehr Teslas, als in ganz Deutschland. Die Tatsache, dass man über Gesetze versucht, die E-Mobilität zu fördern, ist für mich eher ein Zeichen dafür, dass es der Politik langsam (viel zu spät) dämmert, dass ihre Vorzeige-Autoindustrie von der innovativen Konkurrenz praktisch schon abgehängt wurde. Ich bin mir sicher, dass sich in den nächsten 10-20 Jahren die E-Autos durchsetzen werden. Die Frage ist nur: mit oder ohne die großen deutschen Konzerne? Was bleibt noch von der deutschen Industrie, wenn die Autoindustrie wegbricht? Nicht viel.
Diese lächerliche Diskussion über Teslas "Autopiloten" ist nichts anderes als der verzweifelte Versuch der deutschen Autoindustrie (indirekt, vertreten durch die Politik, die bekanntlich nach der Pfeife ihrer Lobby tanzt), den Vorsprung der Konkurrenz zu bremsen. Und unsere (Lügen-)Presse spielt das schmutzige Spiel wie üblich mit fliegenden Fahnen mit. Denn was die deutschen Autohersteller jahrelang verschlafen haben, lässt sich mit normalen Mitteln nicht mehr aufholen, wenn man sich zu lange faul auf den Lorbeeren einer hoffnungslos veralteten, energetisch ineffizienten und rückständigen Verbrennungstechnologie ausgeruht hat.
Denn wenn man ehrlich ist, wird einem klar, dass angesichts der kriminellen Fahrweise vieler Autofahrer, die das Fahrzeug ja bewusst lenken, ein "Autopilot" für die Menschen sogar ein Segen sein könnte. Ich würde mich auf den Straßen jedenfalls sicherer fühlen, wenn ich wüsste, dass die Autos von Computern gesteuert werden, die nach bestimmten Regeln funktionieren, als von Menschen, die in vielen Fällen unkontrolliert, irrational, psychopathisch, aggressiv oder unzurechnungsfähig handeln.
Das ganze Gejammer über Reichweiten kommt von Menschen, die sich mit Teslas Technologien überhaupt nicht beschäftigt haben, sie nie ausprobiert haben und generell Vorurteile pflegen. Denn mit 400 km Reichweite und einer Ladezeit von 30 Minuten kommt man überall hin.
E-Autos als umweltfreundlich zu verkaufen, halte ich für kritisch. Zwar ist der Wirkungsgrad um Welten höher als bei Verbrennungsmotoren, deshalb sind sie zumindest wesentlich weniger umweltfeindlich als herkömmliche Autos. Und die Menschen atmen weniger Abgase ein, was die Lebensqualität besonders in den Städten deutlich erhöht. Aber irgendwoher muss der Strom kommen, und bekanntlich ist Stromerzeugung selten umweltfreundlich, von der Akkuproduktion ganz zu schweigen. Die Hoffnung ist, dass die Stromerzeugung zunehmend mit regenerativen Methoden erfolgt anstatt mit Kohle- und Kernkraftwerken. Auf dem Weg befinden wir uns ja bereits seit vielen Jahren.