Ein Aussteiger im Odenwald

DDüsentrieb, Samstag, 03.09.2016, 20:23 (vor 3464 Tagen)4879 Views

In der Zivilisation geht der Mensch früher oder später als Person zu Grunde.
Es entstehen unzählige psychische und reale Abhängigkeiten und Unfreiheiten. Der Mensch hat keinen wirklichen Bezug mehr zu den Notwendigkeiten und Erfordernissen des Lebens. Das Essen kommt aus dem Supermarkt. Die schützenden vier Wände und das Dach vermittelt der Makler. Das Wasser kommt aus der Leitung, der Strom aus der Dose und der Partner findet sich über das Internet. Meinungen werden als Wahrheiten durch die Medien verbreitet und die eigene sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit, die der Ausgangspunkt für wirkliche Erkenntnis ist, stumpft ab.
Dabei wird der Mensch unglücklich und es gibt daher einige Menschen, die als Aussteiger auf diesem oder jenem Wege versuchen, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Cascabel aus diesem Forum ist mit seinem Projekt in Panama ein Beispiel dafür.

Ich habe neulich ein Buch von einem anderen Menschen in die Hand bekommen, der sich seinen eigenen Weg aus der Zivilisationsjauche hinaus sucht. Marc Freukes war Golflehrer, zum Ende ein immer unglücklicherer, der Anfang 2014 in ein Tipi in den Odenwald zog. Seitdem lebt er dort. Im Sommer, wie im Winter. Er bietet Wildniskurse an und verkauft seine Bücher, womit er sein nötiges geringes Einkommen erzielt, welches ihm ausreicht, um im Wald zu leben. Er lernt von der Natur, stellt sich möglichst vieles selbst her und setzt sich den Elementen der Natur aus.

Er ist sicherlich noch abhängig von der Gesellschaft. Er benutzt Geld und muss sich das meiste Essen kaufen. Ist keineswegs Selbstversorger. Aber gewinnt er in seiner Zeit in der Natur trotzdem sehr viel psychische und reale Eigenständigkeit und ist vor allem glücklicher, als zuvor in der Zivilisation.
Man kann ihn in kurzen youtube-Videos sehen, wenn man mag. Bücher hat er auch geschrieben. Einfach Marc Freukes suchen. Für mich ist sein Projekt eine große Inspiration und gibt mir Vertrauen zurück, dass nicht alle Menschen verloren sind. Ich kenne Marc nicht persönlich.

Viele Grüße aus dem zivilisierten Wahnsinn,
DDüsentrieb


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