Bestrafe einen, erziehe Tausende!
Selber einer zwar manchmal ironischer, aber stets absolut ungewalttätiger Sprachäußerung zugeneigt, sehe ich doch eine gewisse logische Konsequenz in dem Vorgehen.
Einerseits spricht nereus von "Inkonsequenz", was die rechtlichen Folgen durch das Rechtssystem der BRD betrifft, und dem stimme ich voll zu; andererseits muss man die Logik des Internets sehen:
Bisher ein - inzwischen nicht mehr - anonymer Freiraum, wo man hemmungslos der veröffentlichten Meinung Kontra geben konnte.
Ich habe schon lange überlegt, was die Herrschenden dagegen unternehmen werden. Und allmählich klärt es sich: Zum einen möchte man alle Internetuser aus der Anonymität herausnehmen. Zum anderen möchte man durch intensive Bestrafung von sog. Hassreden eine Drohkulisse aufbauen. Der normale Bürger soll begreifen, dass im Augenblick nur "Hassreden" heftigst sanktioniert werden, aber er ahnt, dass vielleicht später intensive Kritik oder freie Meinungsäußerung zu diversen Ansichten oder angeblichen Tatsachen heftigst sanktioniert werden.
Ähnlich wie willfährige Redakteure die Schere im Kopf haben, soll die breite Masse sich schon mal zurückhalten, damit der einzelne nicht merkt, dass er eben nicht ein einzelner ist.
Was die gewalttätigen Kraftausdrücke betrifft, so sollte in einer evidenzbasierten Kultur doch mal nachgewiesen werden, ob diese tatsächlich mit effektiven Gewalttaten korrelieren - ich weiß es nicht. Aber z.B. die Tatsache, dass der mutmaßliche Krankenhausmassenmörder von OL/DEL keinesfalls durch eutanasiale Äußerungen auffiel, sondern stets der erste beim Reanimieren war, sollte doch mal zum Nachdenken Anlass geben.
Die unverschämte Äußerung " B. Harris do it again" betrachte ich, da ich familiär betroffen bin, als infame und zutiefst geschmacklose Beleidigung der betroffenen Toten und Überlebenden aber nicht eigentlich als Aufforderung zur Gewalttat.