na ja

nereus, Dienstag, 21.06.2016, 08:00 (vor 3530 Tagen) @ KK2331 Views

Hallo KK!

Natürlich sind die Devisenreserven nicht der einzige Indikator für eine Staatspleite, aber sie sind ein wesentliches Indiz.
Als Rußland 1998 in die Grube fuhr, waren die Devisenreserven bei nahezu 0 angekommen.

Die gesamte private und öffentliche Verschuldung Russlands im Ausland ist von ihrem Höchststand Ende Juni 2014 (733 Milliarden Dollar) bereits bis Ende 2014 um rund 18 Prozent gesunken. Bis Ende 2015 hat sie sich dann mit rund 516 Milliarden Dollar gegenüber ihrem Höchststand um rund 30 Prozent vermindert. Ende März 2016 stagnierte sie nach ersten Schätzungen der Zentralbank auf diesem Niveau.
Die Auslandsschulden der Regierung (ohne Zentralbank und staatliche Unternehmen) wurden dabei von Juni 2014 bis März 2016 sogar um fast die Hälfte verringert (-46 Prozent). Ende März 2016 betrugen sie nur noch 30,8 Milliarden Dollar. Ihr Anteil an der gesamten Auslandsverschuldung Russlands verminderte sich auf rund 6 Prozent.

Quelle: http://www.ostexperte.de/auslandsverschuldung-russlands-rasch-gesunken/

So, und nun vergleiche diese Entwicklung mal mit der Schuldenorgie der westlichen Wertegemeinschaft. Der Westen delektiert sich seit 4 Jahren an der kommenden Rußlandpleite und der EU-Mafiosi Draghi kauft mittlerweile im ganz großen Stil Staats- und Unternehmensanleihen auf, weil der FREIE Markt sie nicht mehr haben will.
Das ist die unausgesprochene Pleite!

[[euklid]]

Solange die Ölpreise hoch waren, vergaben westliche Investoren gerne Kredite nach Russland. Mit der Verhängung der Sanktionen waren die Kreditmärkte im Westen jedoch verschlossen. Letztendlich konnte sich Rosneft nur mit Hilfe der Zentralbank refinanzieren. Sie akzeptierte neue Rosneft-Anleihen als Sicherheit (eine Maßnahme, die zum Beispiel von Sergej Gurijew, bis 2013 Rektor der Moskauer New School of Economics und künftiger Chef-Volkswirt der Londoner EBRD, scharf kritisiert wurde).
Durch den Kursverfall des Rubels waren insbesondere die russischen Banken betroffen. Sie können nicht wie die russischen Energieexporteure ihre Schulden in ausländischen Währungen mit Devisen-Einnahmen bedienen, sondern nur mit abgewerteten Rubel-Einnahmen. Auch deswegen sind die Auslandsschulden der Banken seit 2014 um 38 Prozent gesunken, schneller als Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ihre Auslandsschulden abbauten (-20 Prozent). Zudem wurden einige der größten russischen Banken mit Sanktionen belegt, konnten also keine neuen Kredite im Westen aufnehmen.
Im Herbst 2014 ergriff die Zentralbank Maßnahmen, die den Banken die Refinanzierung ihrer in Dollar aufgenommenen Kredite erleichterten. Sie verband aber die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität, so Miller, mit einem entschlossenen Vorgehen gegen schlecht geführte Banken, um so die Gefahr zu verringern, dass der russische Steuerzahler Verluste tragen muss.

Die Inlandsverschuldung der russischen Unternehmen ist also gestiegen, was nicht schön ist, aber deutlich besser beherrschbar als eine Auslandsverschuldung.
Und meines Wissens sieht es bei den Firmen von Europäern und Amis auch nicht sonderlich rosig aus, was deren Schuldenquote angeht.

Übrigens, die Bank of Russia hatte 2014 einen Rückgang der Devisenreserven für Ende 2015 auf 290 Milliarden und für Ende 2016 auf 170 Milliarden prognostiziert.
Da stehen die 394 Milliarden vom Juni doch recht wacker in der Runde – findest Du nicht?
Aber vielleicht sind die Zahlen auch gelogen - wer weiß das schon so genau.

Wären die Russen in der Euro-Zone gewesen, würden sie gerade griechische Verhältnisse erleben.
Vielleicht sollte man bei @Gaby mal anfragen, ob sie Ihr Restaurant nicht auf die Krim verlagern will. [[zwinker]]

mfG
nereus


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