Ja, aber seine Angst kann für ihn eben im Moment sehr real sein

Prophet, Montag, 20.06.2016, 23:02 (vor 3533 Tagen) @ Mephistopheles2261 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 20.06.2016, 23:11

... auch wenn diese Angst nur durch Vorstellungen erzeugt wird. Es gibt ja viele Leute, die sich lustvoll in der Ausmalung von allerlei Schreckensszenarien ergehen. Da wird dann (in der Phantasie (Fantasie??)) alles zig-Mal durchgespielt. Und das, obwohl gar nichts passiert ist.

Dass man eines Tages tot sein wird, ist meines Erachtens kaum im Bewusstsein des Menschen vorhanden (dieses Wissen blitzt nur gelegentlich auf). Wenn das Todesbewusstsein der ständige Begleiter wäre, gäbe es ja Massensuizide u.dgl. weil ja praktisch alles sinnlos wäre. Der Mensch lebt jeden Tag so, als würde er ewig leben. Deswegen denkt man ja auch zeitlos von seinem "Ich", denn dieses "Ichbewusstsein" behält man bis zum Tod, und man denkt, dass sich sein "Ich" ja gar nicht verändert hätte. (Was ja auch stimmt, geändert haben sich nur Verhaltensweisen aufgrund von Fehlvorstellungen, Erkenntnissen etc. Aber das "Ich" ändert sich ja nicht, nur weil man bspw. eine neue Fähigkeit wie das Violinenspiel erlernt. Aus dem Grund empfinden sich selbst ja meistens auch 90jährige als "geistig jung", obwohl Aussenstehende das natürlich ganz anders sehen. Aber das "Ich", auf das man selbst sieht, ist aber natürlich jung wie eh und je - da zeitlos - nur der Körper verfällt zusehends.) Daraus entsteht/entstand natürlich auch der Glaube an eine unsterbliche (persönliche) "Seele" und solche Ammenmärchen.

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Wenn du also Herrn A. zur "Tat" anspornen willst, dann musst du eben mehr Schreckensszenarien an die Wand malen. Z.B.: "Wenn du die Tat X nicht begehst, wird Y ("Name geändert") kommen, und höchstwahrscheinlich deine Frau vergewaltigen und deine Tochter verschleppen und dir vielleicht die Augen ausstechen und die Zunge abschneiden (Folge "C")."

Also wird A. zur "Tat" schreiten und Y ("Name geändert") erledigen, um die Unlust C zu vermeiden. Dabei nimmt er die scheinbar geringere Unlust "B" eines Mordes an Y in Kauf, obwohl alle Erziehung darauf abzielte, keine Menschen zu töten (weil er dann in die Hölle kommt oder sowas).

Natürlich muss es plausibel erscheinen, und es ist nicht ganz einfach. Aber genau darauf laufen alle "Psychotricks" hinaus. Erzeuge Bilder im Kopf, und das Opfer wird das tun, was gewollt ist. Das ist natürlich sehr vereinfacht, und hat in der Realität nicht immer den gewünschten Erfolg. Aber sehr oft. Und dann glauben die "Täter", sie hätten irgendwas aus freiem Willen heraus getan, oder sie hätten es unbedingt tun müssen, weil ja Unlust C "drohte". Ob C - ausgelöst durch Y - überhaupt eine reale Gefahr darstellte, spielt überhaupt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass es A. glaubt, dass es so sei.

So entstehen Kriege und Mord und Totschlag.


Grüße,
Prophet


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