Friedensursachen und Regionen

tar ⌂, Gehinnom, Mittwoch, 25.05.2016, 00:19 (vor 3553 Tagen) @ Tyler Durden2206 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 25.05.2016, 00:26

Hi Tyler,

bzgl. Populismus stimme ich dir zu. Dieser Begriff lenkt nur ab und was sind schon die hinter dem Populismusvorwurf stehenden "einfachen Lösungen"? Womöglich könnte man ja auch die bisherigen Versuche, sämtliche Probleme mit Geld zuzuscheißen und Märkte immer weiter zu deregulieren, als "einfach" interpretieren. Insofern d'akkord und sorry, dass ich das übernommen haben.

Die Ursachen des Friedens in Europa (wobei wir den Kalten Krieg und den Kosovo-Konflikt beherzt ausblenden) sind meines Erachtens nach drei:

1. Demographische: Es gab/gibt keinen Youth-Bulge (siehe Heinsohn) mehr.

2. Wirtschaftliche: Die wachsende innereuropäische Vernetzung und gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit seit der EGKS.

3. Energetische: Es besteht nicht nur eine grundsätzlich wirtschaftliche, sondern auch energetische Abhängigkeit (vor allem Energietransportwege) und Verletzlichkeit (Atomkraftwerke).

Welche Auswirkungen hätte nun ein Rückzug zur Nationalstaaterei wirtschaftlich und energetisch?

Die Besinnung auf den Nationalstaat ist meines Erachtens auch nicht per se zu verteufeln. Nur - und hier spricht Guérot den wesentlichen Punkt an - geht es wohl nicht wirklich um die Nation, sondern vielmehr um regionale Interessen. Heimatgefühl und Kulturwahrung ist meines Erachtens nach auch eher regional als national ausgerichtet und immer mehr Bürger sehen nicht legitimierte Eingriffe in die Wahrung ihrer Regionalität, wobei die Besinnung auf diese Regionalität gerade in Großstädten nicht außerordentlich stark ausgeprägt zu sein scheint. (ERGÄNZUNG: bzw. die starke regionale Besinnung an den größeren sozialen Problemen in den ländlichen, "überholten" Regionen liegt.) Gleichzeitig beobachten die Bürger das Nichteinhalten bestehender Gesetze und fühlen sich unzureichend vertreten. Insofern gehe ich mit und ich glaube, in diese Richtung geht auch die Kritik Guérots an der EU, von der sogar Martin Schulz sagt, dass sie keine Vertretung aller Bürger Europas ist.

Gruß!â„¢

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Gruß!™

Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.


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