Mir scheint auch, hier wird vorsätzlich einiges an die Wand gefahren

stocksorcerer, Sonntag, 20.03.2016, 12:06 (vor 3615 Tagen) @ DT3180 Views

Hallo DT,

meine Tochter (im Mai 11) geht auf eine Realschule, die einen recht guten Ruf hat (ich weiß aber nicht, wie alt der Ruf schon ist).

Wir hatten überlegt, dass wir sie nicht auf ein Gymnasium geben wollten, weil ich sie nicht in verkürzter Zeit durchs Abi prügeln wollte; sie soll ordentlich lernen, aber auch noch Zeit für Karate und Freizeitaktivitäten haben.

Weil ich selbst Mitte der 70er Realschüler war und ich dann nach Qualifikation Gymnasium und Studium angeschlossen habe, hatte ich mit der "Realschule" nie ein Problem. Die Gesamtschule wollten wir meiden, weil unser Töchterchen die zweifelhafte Gabe hat, sich meist freundschaftlich an Vollidioten zu binden. Und da hatten wir dann doch zu viel Angst, dass sie statt über die gymnasiale Schiene plötzlich in der Sackgasse landen könnte.

Auch wenn die Wahl - gemäß der Noten (sie ist Zweitbeste der Klasse) - eine gute Entscheidung zu sein scheint - fliegt mir langsam das Blech weg. Der Sache sei geschuldet, dass die Klassenlehrerin operiert werden musste und deswegen acht Wochen ausfiel. Aber in der Zeit gab es auch ansonsten reichlich Vertretungen oder Unterrichtsausfälle - meine Tochter ist nun etwas über ein halbes Jahr auf der Schule und hat bereits den dritten Mathelehrer (der letzte ist natürlich der schlechteste in ihrer Wahrnehmung).

Was aber gar nicht geht, und darüber habe ich mich bereits mit einigen Eltern ausgetauscht und werde der Klassenlehrerin dies nach ihrer Rückkehr nach Ostern besprechen, ist, dass die Kinder jetzt rund seit zwei Monaten quasi GAR KEINE Hausaufgaben mehr aufhaben. In der Schule vorgestelltes Wissen wird also in keiner Weise durch Aufgaben gefestigt und dann am Ende lediglich in Arbeiten abgefragt. Wenn ich mir die Klassenspiegel anschaue, dann muss das Gerüst immer wieder angehoben werden, um eine "Normalverteilung" hinzukriegen. Es gibt also mit ein paar Fehlern noch immer eine Eins. Ich erinnere mich, dass ich - nach diesem System, vermutlich in den 70ern im Schnitt eine ganze Note besser gewesen wäre. Schräg, oder? Ich habe auch das Gefühl, dass man hier in den verschiedenen Schulzweigen keine überdurchschnittlichen Abschlüsse mehr erreichen will.

Wie sind denn die Erfahrungen von anderen Eltern?

Lieben Gruß
stocksorcerer


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