Zufallsauswahl

Kaladhor, Münsterland, Mittwoch, 09.03.2016, 12:13 (vor 3626 Tagen) @ Falkenauge2175 Views

Eine rein mechanische Computerauswahl ist ja fürchterlich. Es geht um die
Wahl von geeigneten Menschen.

Genau hier ist ja die Crux: Es sollen geeignete Menschen in den Parlamenten sitzen. Wer aber kann denn geeigneter sein als ein Otto Normalbürger, wenn es um die Gestaltung unseres Staates gehen soll? Wir haben die letzten Jahrzehnte bei jeder Wahl die (vermeintlich) geeigneten Menschen in die Parlamente geschickt, und wo sind wir schlußendlich angekommen? Wir haben Parlamente, wo zu 80% Juristen und Lehrer sitzen, wo Menschen sitzen, die vom tatsächlichen Leben im Staat nur vom Hören-Sagen Kenntnis erlangt haben. Was zur Zeit bei uns in den Parlamenten sitzt, ist der mit Abstand am ungeeigneteste Teil unserer Bevölkerung.

Nein, wir brauchen Menschen in den Parlamenten, die ganz genau wissen, dass sie nach der Legislaturperiode unter den verabschiedeten Gesetzen ihr normales Leben fortsetzen müssen. Die sich darüber im Klaren sind, welche Auswirkungen bestimmte Änderungen nach sich ziehen werden. Genau aus diesem Grund müssten Parlamentarier auch rein zufällig aus der Gesamtmenge der Bevölkerung ausgewählt werden. Es muss dies eine Bürgerpflicht sein, der man sich nur unter Angabe wirklich gewichtiger Gründe entziehen kann.

Auf die Kenntnis von Sachfragen kommt es bei
der Reduktion der Gesetzgebungskompetenz auf das reine Recht gar nicht mehr
an, denn die bezieht sich immer auf Fragen des Wirtschafts- oder des
Kultur- und Bildungswesens. Das ist Sache der dort sachkundig arbeitenden
Menschen, die horzontal Vereinbarungen treffen. In Bezug auf das Recht ist
jeder mündige Mensch urteilsfähig.

Sehe ich geringfügig anders. Es sollte Aufgabe der Legislative sein, gewisse Rahmenbedingungen festzulegen, um allzu viel Wildwuchs zu vermeiden. Mehr aber auch nicht. Alles andere ist Aufgabe der Tarifparteien.
Im Bereich Bildung wäre es einfach nur die Definition gewisser Standards, die Schüler bspw. nach zehn Jahren Schulbesuch vorweisen müssen. Wie genau dieses Ziel erreicht wird, sollte Sache der Schulen sein.
Im Bereich Kultur sollte wieder vermehrt auf das früher weit verbreitete Mäzentum gesetzt werden. Ansonsten sollten auch hier wieder nur gewisse Standards definiert werden, und nicht wie heute, wo der politische Arm teilweise bis ins Spielprogramm eines Theaters hereinreicht.
Grundsätzlich, also nicht nur bei den oben genannten Beispielen, sollte die Legislative nur die jeweiligen Rahmenbedingungen definieren und die Exekutive mit deren Umsetzung beauftragen.

Im übrigen sollten die Gerichte in ähnlicher Weise personell "versorgt" werden. Es gibt mittlerweile einfach viel zu viele Staaten innerhalb des Staates, die alle ihr eigenes Süppchen kochen und einseitige Vorteilsnahmen betreiben.

Ach, und für Änderungen an der Verfassung müsste eine Volksabstimmung durchgeführt werden, und nur bei einer dreiviertel Mehrheit dürften Änderungen vorgenommen werden.

Gruß,
Kaladhor

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Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!


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