Ich sage: die Bürger selbst werfen ihr eigenes Land zum Fenster hinaus!
Guten Abend!
Ein ordentliches Gemeinwesen kann nicht existieren (offen und lebendig bleiben), ohne dass sich die Mitglieder mit den Themen des Gemeinwesens kontinuierlich und sachkundig beschäftigen. Ganz besonders ist das aber nötig in Zeiten einer Krise. Das ist die Maxime (=Soll).
Im Realzustand (=Ist) beschränken die Bürger in modernen Staaten ihre Teilnahme darauf, alle paar Jahre zur Wahl zu gehen und zwischendurch kräftig Steuern zu zahlen. Das ist so, obwohl in den Verfassungen und Fundamentalgesetzen der Staaten Freiräume und Mitwirkungsmöglichkeiten am Gemeinwesen formal ausreichend gewährleistet werden.
Frühere europäische und deutsche Generationen haben dieses Recht der Teilnahme gegen größten Widerstand und unter sehr großen Opfern erstritten. Wenn heutzutage von dieser Freiheit kein Gebrauch mehr gemacht wird, dann ist das (überspitzt ausgedrückt) eine Verhöhnung dieser früheren Opferbereitschaft - so wie es gleichzeitig eine Verantwortungslosigkeit gegenüber kommenden Generationen ist. Denn wir zerstören heute unseren Nachkommen nicht nur die Natur als Lebensgrundlage (Böden, Arten, Wasser, Luft etc.) sondern auch Entfaltungsmöglichkeiten für ein angemessenes soziales Leben.
Eines möchte ich hier bitte sagen dürfen: wenn viele großartige Persönlichkeiten und unzählige unbekannte Frauen und Männer nicht ihr Leben gegeben hätten für bürgerliche Freiheiten, für menschliche Arbeitsbedingungen, für Zugang zu Bildung und Freiheit der Lehre, dann würden wir heute immer noch im Mittelalter leben. Und wenn wir heute auf gleiche Weise nichts gegen die jetzigen schmutzigen Herrscher der Welt unternehmen, dann dreht sich das Rad der Geschichte zehnmal schneller zurück als es nach vorne gebracht wurde. In einer Generation ist dann verspielt, was zehn Generationen erarbeitet haben.
Es ist also überhaupt nicht so, wie Wimmer sagt, dass sich die Parteien von "ihren Aufgaben verabschiedet haben" (Mitwirkung an der politischen Willensbildung), sondern die Bürger haben sich von den Parteien und vom Staat verabschiedet: 1976 hatte alleine die SPD noch 1,022 Mio Mitglieder, heute haben die 6 Mainstream-Parteien zusammen genommen 1,2 Mio.
Ich will einmal ein krasses Gedankenexperiment entwerfen: wenn heute 1,2 Millionen unzufriedene Bürger mit klaren Vorstellungen und festem Willen auf einen Schlag neu in die CDU eintreten würden, dann könnten sie binnen weniger Monate den Betonköpfen dort neues Leben einhauchen oder sie vor die Tür setzen. Der Punkt ist der, dass die Mehrheit hier in Deutschland keine klaren Vorstellungen, keine Sachkunde und auch keinen festen Willen hat, neue politische Vorstellungen zu formulieren und durchzusetzen. Sondern man lässt sich Tag für Tag gehen - in der wahren Bedeutung des Bildes: man geht nicht selbst und souverän, sondern lässt sich VON ANDEREN TREIBEN.
Gut, man hat jetzt einen neuen, jungen Bock gefunden, die AfD/alpha. Den jagt man mit seinen Proteststimmen durchs Dorf. Weil ich ja immer gerne Voraussagen mache: nichts wird sich mit dieser neuen Parteiung ändern! Die Republik befindet sich im freien Fall. Wir haben einen Rettungsfallschirm (von mir schon mehrfach angedeutet). Aber die Zeit, ihn zu ziehen, wird immer knapper.
Gruß,
Weiner