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Moin,
also: Antonis (so heisst der Vater) hat einen Hausmeisterjob und Gott sei Dank kann er da in relativ freier Zeiteinteilung rumbasteln. Das Kind (Aggelos, geben wir den Menschen doch mal ihre Namen) ist mal zu Hause, mal in der Klinik. Es laufen diverse Zyklen Chemo und Bestrahlung, da ist Klinik angesagt - ansonsten mehrheitlich zu Hause aber diverse Male in der Woche dann ambulant in die Klinik zur Untersuchung.
Lena, die Mutter, ist quasi ganztags eingespannt, Aggelos hat einen künstlichen "Ablauf" vom Gehirn (wegen der überschüssigen Flüssigkeit) in den Magen liegen, damit der Druck nicht zu sehr steigt. Dazu einen Blasenkatheter, weil er diese nicht kontrollieren kann. Dann die ganzen Medikamente - also auch, wenn Aggelos zu Hause ist, ist 24/7 Pflege angesagt (und wenn er in der Klinik ist, ist sie natürlich bei ihm, sie wird dann mit aufgenommen, das ist Standard bei so kleinen Kindern. Aggelos spricht ja auch kein Deutsch, da muss sie da sein). Da sehe ich wenig Spielraum für mögliche Extra-Arbeit.
Antonis sagte zu mir, dass sich nun, nach einem halben Jahr, sich die Dinge doch recht stabil eingependelt hätten und er bei sich eben doch die Kapazität sähe, einen Vollzeitjob zu übernehmen, gerade in der Gastronomie und im Schichtbetrieb hätte er dann wohl die Zeitlücken, die er bräuchte.
Was die finanzielle Lage betrifft: Wie gesagt, es bestehen (noch) private Reserven. Hier in GR laufen auch immer wieder Spendenaktionen wie Benefizkonzerte etc und da kommt immer mal was zusammen. Darüber hinaus könnte die Familie eben auch Aufstocker-Geld beantragen (da ja immerhin ein geringes Einkommen da ist). Für die Lebenshaltung ist also auf die eine oder andere Art gesorgt. Die schriftliche Zusage vom JobCenter gibt es halt bekloppter Weise erst, wenn er eine Wohnung hat.
Viele Grüße
Gaby
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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci