Namenloser Stolz für Versager

Fidel, Donnerstag, 14.01.2016, 15:49 (vor 3676 Tagen) @ CrisisMaven4467 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 14.01.2016, 16:32

Jetzt hast Du daraus eine Diskussion gemacht, die hier vielleicht zu wenig Beachtung findet.

Da spricht der
Handwerksmeister.

Ja, nur nicht so einfach wie es scheinen mag.

Auch hier wieder: auf individuelle Leistung kann man stolz sein, ebenso,
wie man sich individueller Schuld schaemen kann.

Meine Heimatstadt ist voll von Geschichte die es über Handwerkskunst zu entdecken gilt. Unser kulturelles Erbe hier im Donautal reicht von den Kelten über die erste bayrische Universität bis zu Industrialisierungsdenkmälern.

Sensibilisiert man Kinder für die Zusammenhänge und Feinheiten (z.B. handgefertigte Operationsinstrumente) sind sie erst Stolz und gleich danach bemüht dazu zu gehören. Kinder begreifen sofort, dass Stolz und eigene Leistung zusammen gehören.

Ist Dir das zu weit hergeholt? Ich habe beim ersten Mal gestaunt und war stolz auf diese Reaktion.


Aber da, wo kollektive Leistung zu Auswuechsen wie Cargolifter, Transrapid
oder Raumfahrtprogrammen fuehren, wo "der Naechste" nichts zu fressen hat,
wird der Begriff der kollektiven Leistung fuer mich schal, wenn nicht
bitter.

Handwerk wird immer individuell bleiben, schon deshalb zerstört man der Industrie zu Liebe universelle Fähigkeiten durch extreme Arbeitsteilung.
Der Stolz auf eigene Fähigkeit darf gar nicht entstehen, kaum Selbstbewußtsein, kaum Verantwortung für Schwächere, wenig Identität....


Das, worauf Deutsche stolz sein koennen, ist m.E. nicht z.B. Max Planck.
Der konnte meinetwegen auf sich selbst stolz sein. Aber: wenn ich die
Kollektivschuld wegen eines Himmler und Hitler ablehne, kann ich
dann einen Kollektivstolz auf Planck fuer mich reklamieren?

Es soll nicht pahtetisch sein, aber kulturelles Erbe ist Verantwortunng. Selbst die Fehler (z.B. Versuche von Robert Koch) sollten uns anleiten es beim nächsten Mal besser zu machen.


Ich bin da ganz radikal, an die Wurzeln gehend: wenn der
Nationalstolz
die Deutschen nicht in die Katastrophe getrieben haette, braeuchten sie
auch keinen Kollektivstolz. Ich weiss, ketzerische Gedanken, ungerne
gehoert.

Dieser namenlose Stolz macht es den Versagern einfach. Demokratie braucht das Mittelmaß für Mehrheiten. Man ist lieber schlechter Lehrer als herausragender Metzger.... weil das Kollektiv aus Neid Leistung bestraft und demütige Anpassung belohnt? Das ist das nächste Thema, das sich diskutiert gehört

Man muss die Meinungsführerschaft der gesellschaftszerstörenden

Gesinnungsterroristen brechen ...

Auch das "Brechen" ist mir schon zu martialisch. Ich halte es mit dem
Wasser, das den Stein hoehlt und das Eis, das ihn sprengt.

Bosheit macht manchmal Pause, Dummheit nie. (Ortega y Gasset)
Ich suche noch nach den geeigneten Mitteln um bei verantwortungslosen Gesinngungsethikern die Dummheit unverhüllt ans Tageslicht zu fördern.
Die Mahnwache hat jetzt schon Menschen miteinander vernetzt und wir helfen uns gezielt, damit niemand mehr allein in unfairen Diskussionen unter geht. Denn unfair sind die Mittel, die die Meinungsführer hemmungslos anwenden.

Oder mit
Aikido,
bei dem stets der Gegner den Streit anfaengt und ihn mit seiner eigenen
Kraft schlichtet
, unwillentlich zwar (anfaenglich), aber er kann einem
keinen Vorwurf machen, denn was er spuerte, war er selbst.

Ich hoffe es wird.

Fidel


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