Die Kreuzzuege sind ein interessantes Thema ...

CrisisMaven ⌂, Donnerstag, 14.01.2016, 12:43 (vor 3676 Tagen) @ Fidel4165 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 14.01.2016, 12:58

... insofern sie aehnlich elektrisierend auf die verarmten Massen gewirkt zu haben scheinen, wie die "mohammedanische" Fahne, hinter der man gegen die Unglaeubigen zu Felde zog.

Genau aufgrund einer Iranreise sind mir diese Überlegungen gekommen - und natürlich weil der gemeine Deutsche (wie ich) lange Zeit die "Weisen aus dem Morgenland" (heilige drei Könige) für Muslime hielt (600 Jahre vor Mohammed).

Da ja von Abraham an alles Muslime waren (ansonsten Ruebe runter), war das gar nicht mal so falsch.

Genau das beobachte ich auch. Wir Deutschen haben wieder einen Grund uns schuldig zu fühlen,

Schuld ist stets individuell. Eine Kollektivschuld kann es nicht geben. Nur: schuldig ist auch der Unterlasser.

obwohl es sich bei den Kreuzzügen "auch" um Rettungsaktionen gehandelt haben kann.

Das Problem, und weshalb ich so auf Mahnwachen herumreite: wer den Mob mobilisiert (drum heisst er so), der wird Sturm ernten. Wer die tausend Po- und Busen-Grabscher in und um den Koelner Hauptbahnhof kritisiert, moege sich vor Augen halten, dass der vom Papst losgetretene Mob sich unterwegs, auch in den christlichen Kernlanden, wesentlich schlimmer auffuehrte. Etwa so, wie die christlichen Armeen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland.

Ich finde es immer wieder zum Kreischen, wenn immer mal wieder zu Generalstreik, also eine im Zweifel verfassungswidrigen Massnahme, aufgerufen wird, wenn nicht mal fuenf Gesinnungsgenossen aufgetrieben werden koennen, die sich in ihrem jeweiligen Heimatort zusammenfinden moegen. Gleichzeitig aber entstehen Buergerwehren mit 1.500 "Likes", derer es nie bedurft haette, wenn man etwas frueher nur "dumm rumgestanden" haette.

Ich finde, dass es Zeit wird unverkrampft Leistungen zu nennen

Da spricht der Handwerksmeister. Auch hier wieder: auf individuelle Leistung kann man stolz sein, ebenso, wie man sich individueller Schuld schaemen kann.

Aber da, wo kollektive Leistung zu Auswuechsen wie Cargolifter, Transrapid oder Raumfahrtprogrammen fuehren, wo "der Naechste" nichts zu fressen hat, wird der Begriff der kollektiven Leistung fuer mich schal, wenn nicht bitter.

Das, worauf Deutsche stolz sein koennen, ist m.E. nicht z.B. Max Planck. Der konnte meinetwegen auf sich selbst stolz sein. Aber: wenn ich die Kollektivschuld wegen eines Himmler und Hitler ablehne, kann ich dann einen Kollektivstolz auf Planck fuer mich reklamieren?

Ich bin da ganz radikal, an die Wurzeln gehend: wenn der Nationalstolz die Deutschen nicht in die Katastrophe getrieben haette, braeuchten sie auch keinen Kollektivstolz. Ich weiss, ketzerische Gedanken, ungerne gehoert.

Umgekehrt waren viele im Dritten Reich ja stolz auf Hitler, haben sich aber des Juden Einstein geschaemt.

Man muss die Meinungsführerschaft der gesellschaftszerstörenden Gesinnungsterroristen brechen ...

Auch das "Brechen" ist mir schon zu martialisch. Ich halte es mit dem Wasser, das den Stein hoehlt und das Eis, das ihn sprengt. Oder mit Aikido, bei dem stets der Gegner den Streit anfaengt und ihn mit seiner eigenen Kraft schlichtet, unwillentlich zwar (anfaenglich), aber er kann einem keinen Vorwurf machen, denn was er spuerte, war er selbst.

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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