Grundsätzliches zu meinem Verständnis von Forenarbeit im Gelben und zu Mr.A

Silke, Samstag, 05.12.2015, 20:23 (vor 3714 Tagen) @ Hinterbänkler4110 Views
bearbeitet von Silke, Samstag, 05.12.2015, 21:14

Lieber Hinterbänkler,

Also ich hab große Probleme mit Ashitakas Schreibe...

Das macht doch nichts.
Es sind nur Angebote. So wie bei mir damals. Nicht klicken, wenn man es nicht erträgt.
Er hat eine Meinung zu vielen Sachen, die er meistens nach Forumsregeln vertritt.
Dabei bleibt er sehr hartnäckig, teils sehr geduldig und sachlich, teils grenzwertig oder grenzüberschreitend den anderen Foristen gegenüber - das passiert jedem hier mal.

Es sind harte Zeiten, wir sind auf der Zielgeraden…

Paris ist ein schwieriges Thema weil der Gruppendruck massiv, und das Thema sehr emotional besetzt ist.
Ausgerechnet Assad hat in seinem Interview neulich gefragt, warum für uns das Leben eines im Mittelmeer ertrunkenen Jungen mehr zählt als das eines bei Kriegshandlungen in Syrien getöteten Kindes.
Das weltbekannte Bild wurde zurecht gelegt.
Darf ich da nicht Zweifel haben an dem Bild, egal wie traurig ich über den Tod des Kleinen bin?
Darf ich da nicht Zweifel an allen Bildern haben, die mir vorgesetzt werden?
9/11, 7/7, Utøya, Boston Marathon, Charlie Hebdo usw. alles stinkt vorn und hinten auch von Bayern bis ins Sauerland.
Immer sind/seien? dabei mehr oder weniger viele unschuldige Menschen getötet worden.
Ich war aber nicht dabei.
Ich bekomme nur Informationen serviert von privaten oder zwangsfinanzierten Interessengeleiteten Medien, Truthern, SpinDoc's, Schlapphutträgern und der PC-Journaille.
Da muss ich doch irgendwann mal aufhören, mich ständig zu erregen und fragen: Was ist denn hier im Kern los?
Denn: schalte ich die Medien an habe ich sofort ein riesiges Getöse in der Wohnung und in meinem Kopf mit Terror, Terror, Terror - rund um die Uhr, Tag für Tag, Jahr für Jahr, das Blut quillt auf meinen Fußboden und die Tränen und der Sabber.
Schalte ich die Medien aus, wird es ganz still - in meiner Wohnung in meinem Kopf, in meinem Dorf, in den Städten um uns herum und in der Umgebung, in die ich mich im In- und Ausland begeben habe.
Ich treffe Menschen die leben, arbeiten, tanzen und lachen wollen.
Menschen die mehr oder weniger gepanzert sind, aber noch erreichbar – ich kann noch Kontakt halten, muss dabei aber teils eine Gratwanderung vollführen.
Da kann ich mir doch einmal das Scripted Reality-Konzept anhören, oder nicht?

Letzter Entscheider über Verbleib oder Rausschmiss hier bleibt @Elli, @Moderator und @Chef. Sie müssen sich und das Forum schützen, machen das hervorragend und geraten oft genug in eine Zwickmühle. Bei akut ablaufenden Themen mit aufwühlendem Inhalt ist das doppelt schwer - meinen Respekt dafür!

Ich verstehe seine Texte nur zu max. 27 Prozent.
Und das auch nur, wenn ich sie mir 5 mal angetan habe.

Das glaube ich Dir nicht. Manchmal muss man sich reinfühlen. Manchmal wird man von der Komplexität überlastet, aber es sind doch wichtige Texte, so wie Deine auch, und es sind nur Einladungen, Angebote, Mitteilungen. Du musst doch nicht alles annehmen.

Das ist eine schlechte Voraussetzung, um einen Roman zu genießen und
seine fiktiv versteckte Botschaft zu verinnerlichen.
George Orwells 1984 habe ich vor 40 Jahren nur einmal gelesen und zehre
heute noch davon.

Das geht mir auch so.
Das war aber ein ganzes Buch, dass mich in einer sensiblen Phase berührt hat. Ich kenne aber genug Leute, die es als Schund oder unwichtig entwerten würden.
Mit vielen von diesen Leuten muss oder will ich aber weiter zusammenleben. Also kann ich wichtige Themen wie den Debitismus hauptsächlich nur hier im Forum und mit meinem Mann besprechen. Draußen interessiert der Debitismus keinen Menschen weit und breit.
Geld kommt aus dem Automaten und Zeit zum Lesen und Denken bleibt nicht weil das Hamsterrad und unsere Scheinwelt mit ihrer Scheinbefriedigung von Scheinbedürfnissen ruft und wir alle von uns selbs überlastet werden ohne es zu merken.
Eine Woche in der Natur mit einem instinktiv handelnden Tier lässt mich merken, wie laut, beschleunigt, erregt, hektisch und selbstbeschädigend – wie sinnlos wir teilweise sind.
Nichts von Entspannung, Ruhe, Souveränität, Freude und Befriedigung im Moment.
Wir rasen, schwer beschädigt, vom „Gestern“ kommend, am „Jetzt“ und „Hier“ vorbei, um ins „Morgen“ zu stürzen.

Bisher ging ich davon aus, dass ich nicht zu den Dümmsten gehöre, nur
wenn ich Ashitaka lese umschleicht mich immer genau dieses Kimochi warui.

Auch das macht nichts.
Wer D.Quinn, Nietzsche u.a.m. gelesen und verstanden hat gehört nicht zu den Dümmsten.
Lass Dich nicht umschleichen.

Tatsächlich lese ich Ashitaka praktisch gar nicht mehr.

Für mich Pflichtlektüre und das Meiste ab in meine Sammlung wie auch viele von Deinen Texten. Das tiefe Verständnis des Debitismus und der berührten und durchdrungenen Fachrichtungen ist schon sehr spannend.

Du kommst bisher zum Zwischenergebnis: "Nichts tun".
Das ist viel besser, als freudig oder grölend aktiv mitzumachen.
Wir sind aber nun einmal weder subsistent noch autark – also hängen wir mit drin und sind tief verstrickt wie @Olivia schön beschreibt.

@Ashitaka kommt im Prinzip zum gleichen Ergebnis wie @Dottore: "Keine Chance zur Veränderung, da alles systemisch verankert ist vom ersten Augenblick des Erhebens einer Waffe zur Unterwerfung von vormals Gleichen bis heute".
Das gleiche Wirkprinzip. Die gleiche Tragödie seit mehreren tausend Jahren - schuldlos verschuldet. Ohne Schulden läuft nichts. Unsere Träume sind auf Schulden gebaut. Wir versinken in Schulden. Wieso?
Patriarchat, Götter, Ackerbau mit Vorratshaltung, Viehzucht und Viehzüchtigung, Menschenzucht und Menschenzüchtigung usw. bis zum Kollektivismus.
Aber ich muss doch nicht alles freiwillig und eifrig mitmachen und kann viel für mich und mein Umfeld tun. Ob es im großen Bild nutzt ist unwichtig. Trotzdem schreibe ich weiter.

Ich kann doch auch mal aufhören, mich an den Symptomen zu erregen sondern sehr intensiv an der Wurzel des Übels forschen und mit zunehmendem Verständnis artgerechter agieren.
Ich kann dann besser lieben, vergeben, verzeihen und vergessen - Metta

Ich denke, er weiss auch wie er wirkt, aber...
...was soll's.

Was soll das?
Mit seiner beruflichen Tätigkeit und familiären Situation sollte er schon wissen wie er wirkt und tut das natürlich auch.

Mag er die Wörter neu geordnet haben und verstanden haben, wie die Welt
im Innersten funktioniert.

Mensch, was ist denn nur los auf den hinteren Plätzen?
Du hast so viel geleistet und erreicht und klingst jetzt so frustriert...
Mach bitte einen Faden auf, in dem Du schilderst, was Dich nervt.
Dann können wir alle vielleicht gemeinsam ein Stück weiter kommen und Dich irgendwie entlasten. Vielleicht ein Albtraum? Den habe ich auch.

@Kurt hat nicht umsonst vom gelben Bewusstsein gesprochen.
Es geht auf und nieder, da muss hart gearbeitet werden, zäh wie @Zara und bestimmt wie @pigbonds. Es lebt, wächst und droht zu entarten bei zunehmend schädlichen Umfeldeinflüssen und unzureichender Resilienz.

Ja, er scheint verstanden zu haben.
Tiefes Verständnis der Materie ist eine Voraussetzung um das hier überhaupt erst schreiben zu können:
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

Glückwunsch ihm!

Nicht so traurig und trotzig. Glückwunsch auch Dir zum Erreichten.

Ich habe den Eindruck, dass es ihm egal ist, ob dieses Verständnis auch
bei anderen wächst.

Dann schau mal, wie oft er sich die Mühe mit gelben Newbies gemacht hat wie mit @Silberengel und all den Anderen.

Danke und Gruß
Hinterbänkler

Gib halt nicht auf. Das wird schon wieder.
Ich mag jetzt nicht noch mehr schreiben.

Ganz liebe Grüße an Dich und die Deinen
Silke

Kurt Tucholsky

Den mag ich auch [[top]]


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