Die Kunst des Handelns und Nichthandelns:
Insofern sollten wir doch bestrebt sein, uns aus diesem verdeckten
Schachspiel heraus zu halten.
Darauf gibt es gleich mehrere Antworten, die sich am Ende zu einer verbinden (und lassen wir uns dabei nicht von Esoterik, Taoismus und indischen Le(e/h)ren verführen, sondern suchen wir selber die Antwort - bei uns, denn Gott ist lebendig, wir sind seine Kinder, und ER will unsere Antwort auf das Leben!), denn schließlich geht es um Sein oder Nichtsein:
Wann handelt man? Wenn es nötig ist. Wann handelt man nicht? Wenn es nicht nötig ist.
Die Märchen haben recht: Hätte der Held die Existenz des Teufels geleugnet, so hätte er ihn nie erkannt und besiegt! Hätte er Gott nicht um Beistand gebeten, so hätte der ihm nicht helfen können. (Der Teufel aber sitzt innen und außen.)
„Wir kennen die Sphinx als Abbild der Großen Mutter, die quälende Fragen an diejenigen stellt, die unschuldig bleiben wollen. Auch Ödipus wollte unschuldig bleiben. Er lief von zu Hause weg, um der Prophezeiung zu entgehen, wonach er seinen Vater töten und seine Mutter heiraten würde, und indem er davor weglief und die Schuld zu umgehen versuchte, lief er direkt in sie hinein. ...
Mit anderen Worten, wenn er nicht eine solche Höhlung, diese unnötige weibliche Schwäche, ins sich hätte, könnte sie ihn nicht quälen. Ja, man kann sagen: Wäre er stark und männlich und nicht schon infiziert – und darum schwach –, könnte sie ihm gar nichts tun. Sein Mangel an Männlichkeit zeigt sich in dem babyhaften Schrei, daß er unschuldig ist. Als ob das etwas ausmacht! Statt seine Unschuld zu beteuern, hätte er wütend werden und einen Versuch machen sollen, sich zu befreien. Statt dessen diese passive Reaktion, seine Hoffnung, daß seine Unschuld ihn retten könnte – als ob das in unserer Welt etwas nützen würde! Die christliche Lehre hat das Böse eher dahin verharmlost, daß alles in Ordnung geht, wenn man unschuldig ist. Aber das auf diese Weise mißverstandene Christentum hat uns infantil gemacht und uns der gesunden instinktiven Haltung dem Leben gegenüber beraubt, weil wir alle versuchen, unschuldige Schafe zu sein, und dann sind wir natürlich hilflos! Das ist eine bestimmte Art falscher christlicher Haltung, daß nichts passieren kann, da man ja unschuldig ist, der Schutzengel wird schon auf dich aufpassen. Aber die Realität widerspricht dieser Lehre, weil die Unschuld in dieser Welt nichts nützt, auch in der Natur nicht. Sie lädt die Räuber ein. ...
Der pseudophilosophische Intellektualismus ist doppeldeutig, weil er, wie ich schon sagte, ein Weg ist, dem dominanten Zugriff der Mutter teilweise zu entfliehen, aber er ist unvollständig, weil er nur mit dem Intellekt unternommen wird und daher nur der Intellekt gerettet ist. Genau das kann man an der Tragödie des Ödipus-Mythos sehen, wo Ödipus den Fehler begeht, auf die Frage einzugehen, statt der Sphinx zu sagen, daß sie gar nicht das Recht hat, solche Fragen zu stellen, und daß er sie zusammenschlagen wird, falls sie nochmal so etwas fragt. Stattdessen gibt er eine sehr gute intellektuelle Antwort. Die Sphinx treibt das Spiel sehr klug weiter, indem sie scheinbar Selbstmord begeht. Er klopft sich selber auf die Schulter und – fällt direkt mitten in seinen Mutterkomplex hinein, in die tragische Zerstörung, einfach weil er die Frage beantwortete und sich dann selbst für sein Entfliehen aus der Schwierigkeit lobte. Er rettet seine geistige Männlichkeit, opfert jedoch seinen Phallus. Seine erdhafte Männlichkeit läßt er zurück, die den Lehm formt, die die Realität ergreift und gestaltet. ...
Der Augenblick der Tat ist nicht die Zeit zum Diskutieren. (Die endlosen uns aufgezwungenen Diskussionen, Fangfragen, Anwürfe und Beschuldigungen sind taktische Ablenkungsmanöver, um uns zu fesseln und zu lähmen, während der Feind weiterarbeitet und vorwärtskommt. – Anm.) ...
Er hat praktisch nichts Unrechtes getan außer eben, daß er nichts getan hat! Er hat gesündigt, indem er keine Sünde beging. Er hat nicht G E L E B T. Wenn Sie leben, sind Sie gezwungen zu sündigen; wenn Sie essen, dann können andere diese Speise nicht haben. ... Leben ist mit Schuld verbunden, und er hat dadurch, daß er nicht lebte, nicht viel aktive Schuld auf sich geladen, dagegen aber einen enormen Berg von passiver Schuld ... und das ist genauso grausam und unmoralisch wie eine sogenannte schlimme Tat.“
Marie-Louise von Franz: „Puer aeternus – Der ewige Jüngling“
„Das nachchristliche Abendland wird von einem schwarzen Loch verschlungen. Ein Volk, das seine Vergangenheit verleugnet, ist seiner Zukunft unwürdig. Sollte das Abendland seine Zukunft anderen Kulturen überlassen, ist es um seine Freiheit geschehen. Ein Volk, das seine Souveränität durch fremde Kulturen unterwandern läßt, versinkt in der Anarchie. Durch das humanistische Denken ist das nachchristliche Abendland so abgestumpft, orientierungslos, geistig tot und blind, daß es seine eigenen Feinde schützt, bewaffnet und nicht einmal mehr wahrnehmen kann, daß es ins offene Messer rennt. Durch die Gleichschaltung aller Werte steht die Demokratie mit dem Rücken zur Wand. Die multikulturelle Gesellschaft wurde zum Nährboden für einen religiösen Rassismus, bei dem es keinen Platz mehr für anders Denkende und Glaubende gibt, wenn er einmal die Macht ergreift. Unter dem Vorwand, daß Gewalt Gegengewalt bewirkt, gibt man dem Tyrannen grünes Licht. Diese Einstellung ist ein Zurückziehen positiver Kräfte zu Gunsten negativer Kräfte, ein Zeichen der Ohnmacht und des Versagens. Durch die feige Einstellung des christlichen Abendlandes werden die Feinde der Juden und Christen nur in ihrem Fanatismus ermutigt. Das durch Toleranzduselei manipulierte und verblendete Abendland ist für den kolonisierenden Islam ein Geschenk Allahs. Verschiedene Bewegungen, Kirchen und Parteien beschleunigen und begünstigen die zum Verderben führende Unterwanderung des Abendlandes. Die Bewohner von Troja müssen genauso naiv, manipuliert, korrupt, blind und abgestumpft gewesen sein wie das heutige Abendland, als sie das Trojanische Pferd in ihre Stadt einführen ließen. Der Islam war von jeher im Krieg mit dem Rest der Welt, nur wenn er nicht anders konnte, hielt er still, um den günstigen Augenblick abzuwarten. Wie nie zuvor schlägt das aufwachende Tier im Kernland des »Dar al Harb« zu.
Wie das wird, wenn in naher Zukunft – als Folge des Zusammenbruchs der UdSSR, der Mauer und des Aufkommens der russischen Mafia – die Terroristen die atomare, bakteriologische oder chemische Waffe besitzen werden, ist nicht auszudenken. Zu dem inzwischen ‚normalen‘ Terrorismus und den Erpressungen werden die staatsterroristischen Regierungen und die fanatischen Islamisten bald den Raketenterrorismus hinzufügen können. Trotz EG-Größenwahn scheint niemand fähig, die Notbremse zu ziehen. Um das Volk nicht zu beunruhigen, wird weiter gehandelt, als wäre alles in bester Ordnung, als funktioniere alles gut, wäre alles fest im Griff. Nur keine Panik, die ‚Zauberlehrlinge‘ werden durch einige ‚Zauberformeln‘ wie Atomsperrvertrag, Abrüstung, Gleichgewicht der Kräfte, Friedensverhandlungen u.a. das Volk entzücken und beruhigen. Dies ist nichts Neues. Solches Lügen und Beschwichtigen hatten wir bereits in den Dreißigerjahren; man wußte, wo es anfing, aber nicht, wo es enden würde. Dem Volk wurde das versprochen, was es sich wünschte, und gesagt, was es gerne hörte. Das Volk wurde betrogen und belogen und wollte es so. Niemand wollte die Wahrheit sehen. denn sonst hätten sie reagieren müssen. Weil sie aber nicht reagierten, konnte Hitler fünfzig Millionen Menschen mit in den Abgrund ziehen. ...
Was eine einfache Bauersfrau erkannte, haben die europäischen Politiker, wie es scheint, bis heute noch nicht begriffen. A. Gessarentz schreibt: ‚Eine einfache Bäuerin im Westerwald erzählte mir, daß sie während des Ersten Weltkrieges zu ihrem Pfarrer gegangen sei und ihm gesagt hätte, daß sie den Krieg bestimmt verlieren würden. Darüber sei.der Pfarrer ganz empört gewesen und hätte gefragt, wie sie zu dieser Überzeugung gekommen sei. Sie aber hätte geantwortet: „Wir sind mit den Türken verbündet, die die Christen massakrieren. Darum kann Gott uns keinen Sieg geben. Sehen Sie, der fromme König Josaphat der Juden hat sich mit dem gottlosen König Ahab verbündet, darum hat Gott ihn bestraft.“‘ Und Gessarentz fährt fort: ‚Sehr oft haben einfache Leute mit ihrem unverdorbenen Verstand eine klarere Sicht als viele schlaue Politiker.
Wer hat schließlich Recht behalten? Die einfäche Bäuerin, die auf Gott vertraute, oder die Politiker, die ihre Hoffnung auf die Türken gesetzt haben? Die ungetrübte Aussage einer deutschen Bäuerin ist viel mehr wert als die raffinierteste gottlose Klugheit von tausend Staatsmännern und militärischen Machthabern. Deutschland hat heute alles verloren, was Friedrich der Große und Bismarck gewonnen hatten. Gott läßt sich nicht spotten. Er ist der Beschützer der Schutzlosen.‘“
Marius Baar: „Kollision der Kulturen“
Wer seine eigenen Leute opfert, damit es ihm gut geht, wird vom Krieg gefressen. Notwehr dagegen hat noch keiner verboten, denn wenn es hart auf hart kommt, gilt das:
„Im Märchen von Hänsel und Gretel ist in der Hexe die böse, dämonische Mutter symbolisiert, die den Hunger der Kinder dazu benutzt, um sie in ihre Gewalt zu locken. Sie will die Kinder für sich haben (beherrschen, versklaven, kastrieren, töten – Anm.), sie will sie nicht freilassen und mit ‚fressender Mutterliebe‘ für ihre Bedürfnisse verschlingen. Es wird auch der Wunsch der Kinder erzählt, in einem versorgten Haus zu verweilen, in dem die lockende Hexe eine – wenn auch trügerische – Geborgenheit (die falsche „Sicherheit“! – Anm.) verspricht. Die Kinder müssen sich selbst befreien, indem sie die Hexenmutter vernichten. Es gibt keinen leichteren Weg. Es geht um den Mut, die Hexe zu töten – oder das eigene Leben geht im Hexenbann verloren.“
Hans-Joachim Maaz
(Für die Pazifisten: Das geht auch friedlich, durch Streik, Boykott, Mahnwachen, Schweigemärsche, Zivilcourage, Solidarität, Zusammenhalt usw.)
„Feiger Gedanken Bängliches Schwanken,
Weibisches Zagen, Ängstliches Klagen
Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei.
Allen Gewalten Zum Trutz sich erhalten,
Nimmer sich beugen, Kräftig sich zeigen,
Rufet die Arme Der Götter herbei!“
Johann Wolfgang von Goethe
Und die Zögernden üben sich im Gelassenheitsgebet:
"Lieber Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."