Anders machen:

Orodara, Donnerstag, 12.11.2015, 12:35 (vor 3733 Tagen) @ Prophet3467 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 03.02.2016, 20:29

Hallo Prophet!

Es wird ja niemand dazu gezwungen, Konsum- und Arbeitssklave zu sein.

Doch schon, durch eine debitistische Gesellschaft, aus der ein durchschnittlicher Mensch gar kein Herauskommen sieht. Und wenn doch, dann sorgen schon einige Paragraphen, Klauseln und "wohlmeinende" Worte dafür, daß man es doch lieber unterläßt. Nur sehr wenige Leute haben die Standhaftigkeit und den Mut, wirklich auszusteigen.

Wenn du die Vorteile einer Unternehmerschaft erkannt hast, dann werde halt
selbst Unternehmerin und biete Güter und Dienstleistungen an, die andere
Menschen benötigen oder konsumieren wollen. Dann wirst du auch hundert.

Sehr hilfreicher Tipp, wenn der eigene Beruf wegrationalisiert wurde und das andere, was man kann, gar nicht gebraucht wird, weil die Welt mit Automaten und Sexrobotern zugestellt wird! Aber man kann ja weiter probieren, bis man 100 ist![[top]] Wenigstens haben die Anderen dabei etwas zum Lachen.[[zwinker]]

Nein, im Ernst, die meisten Unternehmer schaffen das nicht. Die gehen
meistens an Schlaganfällen und Herzinfarkten zu Grunde. Oder legen sich
auf Bahnschienen, wenn es mal nicht mehr so gut läuft und sie sich mit VW-Aktien verzockt haben.

Wären sie weniger feige, egoistisch und anspruchsvoll, dann würden sie auch 100. Bei den Mitteln!

Viele sind psychisch schwer gestört nach jahrzehnterlanger Unternehmerschaft.

Nein, nicht nur die, sondern fast unsere ganze Gesellschaft... Nicht umsonst gibt es den Witz: "Ein Mann kommt nach dem Tod in die Hölle. Dort sieht er drei riesige Kessel stehen, mit Menschen darin. Nur auf einem Kessel ist ein Deckel. Der Mann fragt den Teufel nach dem Grund, und dieser antwortet: "Im ersten Kessel sind Deutsche. Denen habe ich gesagt, sie sollen drinnen bleiben. Da sie gehorchen, braucht es keinen Deckel. Im zweiten Kessel befinden sich Russen. Wenn einer herauswill, halten ihn die anderen zurück. Also können wir uns da auch den Deckel sparen. Im dritten Kessel gibt es Juden. Daher muß ein Deckel drauf, denn sonst sind alle weg."

Und zum "Ausbeuten" gehören immer zwei: einer der ausbeutet, und einer
der sich ausbeuten lässt. Deswegen hielt ich den Anton Schlecker nie für
einen schlechten Menschen, obwohl er immer in die Ausbeuter-Ecke gestellt
wurde. Niemand wurde gezwungen, einen Job beim Schlecker anzunehmen, wenn
er das für Ausbeuterei hielt. Oder?

Wer denkt, daß es Sklaven besser geht als ihren Besitzern? Oder gilt da der Satz, daß Sklaven ihre Ketten mit aller Kraft verteidigen?

Schlecker hätte ja ein bißchen mehr Rücksicht auf die Gesundheit seiner Kunden nehmen können. Auch ein Unternehmer darf Moral haben. Aber da das wohl immer seltener wird, erlebt man tatsächlich unvergeßliche Begegnungen mit Chefs von Ladenketten, die einem ganz offen sagen: "Ja, wir verkaufen Computergames, Horror und Gewalt, weil das die jungen Leute wollen!", und solche glorreichen Dialoge:

Angestellter: "Hallo Chef, da hat sich ein Kunde beschwert, daß das Warensortiment immer schlechter wird! Er war sichtlich verärgert."

Chef: "Wie alt war denn der gute Mann?"

Angestellter: "Ich schätze, so um die 60."

Chef: "Na, da gibt es doch überhaupt kein Problem! Wenn er 60 ist, dann wird er bald sterben. Und die jungen Leute kennen das alte Sortiment nicht! Da klagt keiner mehr!"

Angestellter: 'Oh, ich sage lieber nichts, sonst wird mir gekündigt, und dann stehe ich auf der Straße!'

Kunststück! Wenn man den jungen Leuten auf der anderen Seite Psychopharmaka, Zucker und andere Drogen reinstopft plus ihnen Militärwaffen (Spyphones) in die Hand drückt und sie auf der anderen Seite mit Games, Horror und Gewalt abfüllt, können sie sich auch nichts anderes wünschen. Das ist Präemption live. Oder eben Verantwortungslosigkeit, Nötigung und Mißbrauch auf der ganzen Linie durch Unternehmer.

Natürlich ist das auch von den Konsumenten dumm. Keiner von denen kann behaupten, daß er kein Gehirn hätte. Der Angestellte müßte kündigen, nach diesem Vorbild: "Legt die Arbeit nieder!" Wenn es einer tut, dann machen es Andere auch und es breitet sich nach Sheldrake's morphogenetischem Feld immer weiter aus, genauso wie mit den Mahnwachen. Bis es kippt.

Die Steuer zahlst nur du als Konsument, ob sie nun Einkommensteuer (des
Unternehmers) oder Mehrwertsteuer oder Mineralölsteuer oder Tabaksteuer
heißt. Konsumierst/kaufst du nichts, zahlst du auch keine Steuern.
Eigentlich eine einfache Sache. Man kann seine Steuerlast also locker auf
die Hälfte drücken, wenn man will. Ganz raus aus der Nummer kommt man
vermutlich nicht, aber dennoch fast. Es ist immer eine Gratwanderung
zwischen Steuern zahlen und einem unbequemen Leben.

Ehrlich gesagt, ziehe ich nach dem o.g. Vorbild ein unbequemes Leben vor. Warum soll ich Andere opfern, damit es mir gut geht? Zumal mittlerweile, wo die Erde aufgeteilt und kahlgefressen , das ganze Leben nur noch eine Existenzkrise ist. Zarathustra's Stammesgesellschaft ist für mich im Moment der einzige sichtbare Ausweg aus der Sackgasse. Gott hat dieses Modell nicht umsonst entwickelt und bis heute überleben lassen. Aber einige Unternehmer und Konsumenten haben ihren freien Willen gründlich mißbraucht.

viele Grüße
Orodara


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