Warum wird gegen den Dieselmotor gehetzt?
Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Pkw von Volkswagen findet augenblicklich eine regelrechte Hetzjagd gegen den Dieselmotor an sich statt.
Galt er vor Jahrzehnten als lahmer Stinket, hatte er sich mit der Einführung von Turboaufladung und Direkteinspritzung über die Jahre zu einem enorm leistungsstarken und verbrauchsgünstigen Motor entwickelt, der aktuell vielen Benzinen überlegen ist, da er deutlich mehr Drehmoment im häufig genutzten Drehzahlbereich entwickelt und darüberhinaus auch weniger verbraucht. Oxidationskatalysator und Partikelfilter sorgen zudem dafür, dass der Schadstoffausstoß reduziert wird.
Trotzdem nehmen die Medien jetzt das "VW-Skandälchen" zum Anlass, den modernen Dieselmotor per se in Bausch und Bogen zu verdammen. Besonders schädlich sind plötzlich nicht mehr die Rußpartikel, die ja beim Diesel gefiltert und verbrannt werden, sondern die Stickoxide, von den der Dieselmotor prinzipbedingt (Verbrennung mit Luftüberschuss) mehr ausstößt, als ein Benzinmotor.
Es wird so getan, als ob Benziner "sauberes Abgas" produzierten (quasi Atemluft), der Dieselmotor dagegen "dreckiges Abgas" mit gesundheitsschädlicher Wirkung.
Schaut man sich die gesetzlichen Abgasgrenzwerte (z.B. Euro 5) an, kann man feststellen, dass der Dieselmotor zwar 3x mehr Stickoxide ausstoßen darf, als ein Benziner, dieser dafür aber 2x mehr Kohlenmonoxid und 2x mehr flüchtige Kohlenwasserstoffe. Kohlenmonoxid ist ein tödliches Gas und flüchtige Kohlenwasserstoffe krebserregend. In der Summe darf ein Benziner von diesen drei Schadstoffen 1,16 g/km emittieren, der Diesel nur 0,73. Zudem produzieren die modernen direkteinspritzenden Benziner jede Menge Rußpartikel, die augenblicklich durch keinen Filter reduziert werden.
Der Benzinmotor ist also im Vergleich keineswegs der sauberere Motor - im Gegenteil. Warum nur wird auf einmal so gegen ihn gehetzt?
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"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."
Arthur Schopenhauer