Schweiz vs. Nachbarn
Das ist nur eine Frage des Grades der Protektion der Arbeitsplätze
(Arbeitsverbot, Mindestlöhne, willkürliche Bevorzugung von
EU-Arbeitern
etc.).
Ich glaube, hier irrst Du Dich.
Schon möglich.
Das ist klassische Ökonomie österreichischer Prägung - es ist von
Mises. Der
Debitismus hingegen legt nahe, dass Mises nicht recht habe, dass die
Arbeitsstellen
von den Unternehmern und deren Bereitschaft zu investieren, abhängt.
Dottore vertrat hier aber auch Mises' Ansicht.
(Mises: https://wiki.mises.org/wiki/Unemployment )
Das Drücken auf die Löhne ist eine "beggar thy neighbor" Strategie, die
das Kapital
in Märkte, die von hoher Wettbewerbsfähigkeit und damit niedriger
Margen, lenkt. So
wird Kapital vernichtet und nicht gebildet.
Das sehe ich wiederum nicht so. Es geht nicht um's Drücken der Löhne, sondern um Löhne, die nicht künstlich gesetzlich, sondern am Markt gebildet werden.
Daher die hohen Löhne in der Schweiz, die hohe Kapitalbildung, hohe
Rankings im internationalen
Vergleich bezüglich Produktivität und Innovationskraft.
Die Schweiz hat doch gerade deshalb hohe Löhne, weil sie jahrzehntelang wesentlich mehr am Markt als durch gesetzliche Protektion gebildet wurden. Die These ist, dass durch gesetzliche Protektion die Produktivität behindert wird, Firmen abwandern oder nicht hierherziehen, und im Gefolge dann erst recht Druck auf die Löhne entsteht.
Ich gebe aber zu, die Sache ist komplex. Man könnte dem natürlich entgegen halten, dass ein hohes Lohnniveau zu mehr Investition in Automatisierungen zwingt. Was hat das zur Folge? Ersetzen von Arbeitern durch Maschinen und damit weniger Arbeitsplätze; oder aber eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt und damit zusätzliche Arbeitsplätze? Die Schweiz hat wohl das ausgewogenste Optimum erreicht.