Man muss die Summen nur anders verteilen...

Piter, Montag, 24.08.2015, 15:36 (vor 3804 Tagen) @ Zarathustra2605 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 24.08.2015, 15:46

Hallo Zara,

ich lebe in Russland, ich reiste früher auch in Asien und kenne daher die Länder sehr gut. Bei russischen Touristen wird Vietnam immer beliebter.

Also in allen Ländern, einschließlich Chinas, ist das Niveau BEI WEITEM nicht vergleichbar mit Ländern wie Deutschland, der EU oder den USA.

Natürlich gibt es Metropolen in China, die einen umhauen. Aber nur wenige Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums besteht noch erheblicher Infrastrukturbedarf. Von der Provinz ganz abgesehen.

Viele Dörfer in China, sind jetzt Städte. Sogar in Russland gibt es typische chinesische Siedlungen, wie wir das Überland in China kennen, die momentan nur aus Holzhütten bestehen. Dort leben ganze Familien mit Großeltern und Kindern. Ich bezweifle, dass diese Familien lange dort wohnen bleiben wollen. Die werden alles menschenmögliche tun, um sich eine Wohnung in der Stadt zu kaufen.

Hier was ein wirklich alter und erfahrener Experte dazu sagt:

http://mobius.blog.franklintempleton.com/de/2015/06/30/bauen-fuer-die-zukunft-infrastru...

China hat darum noch Wachstumspotenzial. Es muss aber sein Wirtschaftsleistungsniveau auf das neue Niveau heben, um weitere Vorfinanzierungen von neuer Infrastruktur zu erlauben.

Darum macht China jetzt eine Pause. Die kann auch 2-3 Jahre dauern. Es bleibt aber eine Pause.

Über Russlands Infrastruktur brauchen wir gar nicht diskutieren. Die müsste rundherum erneuert werden.

Nur macht das erstmal keinen Sinn, denn der Mehrwert einer erneuerten Brücke ist geringer, als die Brücke selbst... Eine Kanalisation ist vorhanden, eine Erneuerung würde nur kosten, aber kaum ökonomischen Nutzen bringen.

Darum muss es Projekte geben, wie die Seidenstraße oder die Eurasische Wirtschaftsunion, damit der Handel in Schwung kommt und neue Infrastruktur auch benutzt wird.

Politisch wird das hoffentlich ein Gegengewicht zur EU, USA werden. Viele asiatische Staaten warten nur darauf.

Es ist schon denkbar, dass eine weitere Runde eingeläutet werden kann.
Sicher bin ich mir aber überhaupt nicht. Wenn es so ist, dass wir jetzt
bei 2007 sind, dann kann man sich ausmalen, wieviele Billionen abermals
geschaffen werden müssten, um 2009 bis 2015 zu repetieren, auf einer noch
höheren Ebene. Die benötigten Summen werden immer grotesker.

Ja, die Summen sind das Problem. Aber man könnte diese im Rahmen einer Neuordnung des weltweiten Finanzsystems wohl doch abschreiben?

Also erst Aufschuldung, Profit und Wachstum und am Ende der Kollaps mit Abschreibung. Wobei der totale Kollaps des Weltfinanzsystems wohl noch 10 bis 20 Jahre dauern kann. Weil es eben nur dann, wenn die Milliarden an Asiaten auf mehr oder weniger westlich vergleichbaren Niveau sind, keine positiven Neuverschuldungseffekte mehr geben wird.

Indien versucht gerade zu China aufzuschließen, was halbwegs sogar gelingt. Wobei ich auch glaube, dass die dort auf halbem Wege stecken bleiben werden und Afrika wohl auf dem Viertel des Weges.

Doch was dort gerade begonnen wurde, das kann sich noch gut einige Jahre weiter erhöhen.

Man denke nur an die Milliarden Transferzahlungen der Asylanten nach Afrika... :-)

In Deutschland hat die arbeitende Generation auch noch 10-20 "harte" Jahre vor sich. Erst wenn die ins Rentenalter entlassen wird, fangen die Probleme richtig an.

Die Schweizer Pensionskassen sollen angeblich bis in 20 Jahren um 200% überschuldet sein.

Das bedeutet, es muss noch 10-15 Jahre getrickst werden. Dann kommt die HALBIERUNG aller Realrenten.

In den USA sollen die Pensionskassen für Transport- und Baugewerbe auch schon mehrheitlich bankrott sein. Habe gelesen, dass auch dort 50-60% Rentenausfälle drohen. Aber auch dort zögert man das mit Staatsverschuldung und Garantien noch hinaus, so lange es eben geht.

Doch in 10-20 Jahren kommt die Rechnung garantiert.

Da müssen wir uns nichts vormachen.

In Russland gint es auch noch viel Infrastruktur aus Sowjetzeiten. Die wurde ja auch abgeschrieben, aber heute weiterhin benutzt. Das wirtschaftliche Wohlstand Russlands ist mittlerweile halbwegs auch wieder auf dem Sowjethöhepunkt oder darüber, nur ungleicher verteilt.

Insgesamt sehe ich in Russland, Vietnam bzw. Südostasien sowie China (in 2-3 Jahren) durchaus das Potenzial, für mehr Verschuldung und Wachstum.

Jedoch sehe ich diese Staaten nicht in das US-Finanzsystem integriert, sondern nur leicht angebunden.

Die Schulden müssen sie darum aus eigener Kraft stemmen und sich dabei nicht zu sehr auf ausländisches Kapital, wie in Vergangenheit üblich, verlassen.

China hat das schon sehr gut hinbekommen. Alle anderen Länder Asiens und auch Russland, spüren erst jetzt was es heißt, wenn die Wallstreet das Geld abzieht und nach Hause schafft.

Ähnlich wie damals, nach dem 1. WK, als die USA einfach Deutschland und Österreich fallen ließen und den 2. WK provozierten...

Die Risiken sind darum enorm.

Gruß
Piter


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