Einspruch: Chinas Wachstum ist nicht vorhanden
Hallo software-engineer,
die meisten Daten aus China, wie Industrieproduktion, Handelzahlen, signalisieren KEIN Wachstum mehr. Das die Volkswirte noch eine Wachstumsrate von 6-7% ausrechnen, verstehe wer will. Ich kapiere das nicht.
Darum müsste Deine Aussage korrigiert werden: "In China gibt es einen überhitzten Kapitalmarkt, der m.E. eine Auswirkung des starken Wachstums der Realwirtschaft ist."
Der überhitzte Kapitalmarkt ist für mich eher ein Ausdruck des schwachen Wachstums der Realwirtschaft.
Das paradoxe daran ist nämlich, dass die Chinesen geglaubt haben, dass sie den fehlenden Gewinn, des schwachen Wirtschaftswachstums, durch Aktienkäufe ausgleichen könnten.
Denn wenn ich mich mit Freunden unterhalte, die viel in China unterwegs sind, bestätigten diese mir, dass die Geschäftsleute dort eher weniger verdienen - weil u.a. Russland und andere Länder nicht mehr so viele China Produkte (auch Schrottprodukte) kaufen können.
Die angehäuften Kapitalien flossen dann in den Aktienmarkt, in Gold, in Immobilien und sehr oft in "Schattenbanken", weil die "sichere" 10% Rendite versprachen.
Doch diese 10% sind unrealistisch und lassen sich mit stagnierender Wirtschaft NIEMALS bezahlen. Das Geld kann man auch nicht einfach wieder rausziehen. Schließlich wurden damit Kredite vergeben (sogar Aktienmarktkredite). Doch wenn der Aktienmarkt fällt und 1.500 Aktien vom Handel ausgesetzt sind, muss der Kreditgeber sein Kapital abschreiben.
Das könnten tausende Milliarden werden, die zurzeit noch niemand auf dem Radarschirm hat, weil niemand diese Ausleihungen richtig bilanzieren konnte.
Das ist das gefährliche zurzeit.
Allerdings gebe ich Dir recht, dass China sein Kreditwachstum und Wirtschaftswachstum wieder beleben könnte.
Nur so von heute auf morgen geht das leider auch nicht.
Erstens ist Chinas Verschuldung schon relativ hoch und zweitens müssen genug profitable Projekte gefunden werden. Momentan wird viel Geld in bankrotte chinesische Firmen gesteckt, als Liquiditätsspritze zur Lebensverlängerung. Das ist leider nicht nachhaltig.
Darum habe ich keine Hoffnung, dass Chinas Probleme über Nacht verschwinden.
Doch diese Probleme dort sind NICHT URSACHE, sondern nur AUSLÖSER, für die Aktienmarktkorrektur.
Denn die USA und Europa haben die gleiche Überschuldungstaktik gefahren und viele Übernahmen wurden mit Finanzhebeln finanziert, ohne damit Investitionen anzuschieben.
Darum wird es auch hier die nächsten Abschreibungen, diesmal auf "GOODWILL" Kapital geben.
Das wiederum trübt die Gewinnaussichten ein, zusammen mit schlechten Exportzahlen Deutschlands.
Da kann der DAX nicht so leicht steigen.
Auch Russland hat kein Geld mehr um aus dem Ausland zu kaufen. Das werden auch die anderen Osteuropäer bald merken und das schlägt teilweise auch auf den deutschen Mittelstand durch.
Mal schauen ob es so kommt, oder doch umgekehrt
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Gruß
Piter