Eine Frage zu den Jean Painschen Versuchen und zum Kohlenstoff

Leser68, Montag, 03.08.2015, 11:34 (vor 3824 Tagen) @ Konstantin5010 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 03.08.2015, 12:29

Hallo Konstantin,
Du hast Recht, ich hätte auf jeden Fall noch die Webseite von Native Power mit reinnehmen müssen.

Könnte es sein, dass der/die Biomeiler, die Jean Pain gebaut hatte, nicht die optimale Abwärmenutzung hatten?

Er hatte seine Kunststoffschläuche ja um einen dicken Kern herum, vertikal übereinander, gewickelt. Ich nehme an, dass dadurch doch einiges an Wärme ungenutzt verlorgen ging, weil an vielen Stellen im Biomeiler der Abstand zwischen Material und Schläuchen zu groß war, weil das Häckselmaterial, auch wenn es gut gewässert ist, doch noch einen hohen Wärmeleitwiderstand hat.

D.h. die in seinem Buch (S. 49) angegebene Wärmeleistung von etwa 14 kW für einen Biomeiler von 50 Tonnen (gewässert?) hätte sehr wahrscheinlich um einiges gesteigert werden können.

Je mehr Kohlenstoff im
Humus gebunden wird (Ziel von Witte), um so weniger Wärme wird frei. Je
mehr Kohlenstoff bei der Verrottung umgewandelt wird zu CO2 und damit
gasförmig freigesetzt wird (CO2 ist dann wieder wertvolles
Pflanzendünger-Gas) um so mehr Wärme produziert der Meiler und umso mehr
Wärme kann man für das Haus nutzen.

Wenn ich die Texte, die ich bisher zum Thema Biomeiler gelesen habe, und die Videos, die ich dazu gesehen habe, richtig deute, dann ist die anaerobe Kompostierung DIE Methode, um diesen Humus zu erzeugen, oder?
In den Bauanleitungen und auch in den Videos wird aber immer darauf hingewiesen, dass man zusätzlich zum Wässern das Häckselmaterial bei jeder neuen Lage auch verdichten soll. Dies führt doch aber gerade zu diesen anaeroben Zuständen und damit zu einer geringeren Wärmleistung?
Auch der Einbau eines Biomeilers zwischen Betonwände verhindert doch eine ausreichende Belüftung?

Was ich dabei auch nicht ganz verstehe, ist, wieso ausgerechnet die obere Fläche, die Dachfläche, möglichst unbedeckt sein soll. Dass man den Regen nutzt, der durch den Biomeiler wandert und den Meiler schön feucht und aktiv hält, ist mir klar, aber wieso wäre UV-Licht so wichtig, wenn doch ca. 80-90 % des Meilers eh keinen Kontakt zur Sonne haben?


Man sollte auch noch hinzufügen, dass der "Brennwert" der Biomasse durch die Verwendung eines Biomeilers höher ist als bei der reinen Verbrennung, so sind zumindestens die Erfahrungen von Native Power, oder?
Und noch ein weiterer Hinweis zum Thema Biomasse in Treibstoff umwandeln: Wie ich in einem vorherigen Beitrag gezeigt habe, ist es selbst in Mitteleuropa möglich, Pflanzenöl UND Getreide GLEICHZEITIG auf dem gleichen Feld wachsen zu lassen und das Pflanzenöl ZUSÄTZLICH zum normalen Getreideertrag zu ernten. D.h. es gehen keine Nahrungsmittel verloren, wenn man Biotreibstoffe nutzt, im Gegenteil. Beim Getreide wird sogar die Qualität besser!


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