Im Kapitalismus sind auch die Kompromisse nicht besser, als das System selbst

nemo, Donnerstag, 23.07.2015, 00:29 (vor 3836 Tagen) @ Bernadette_Lauert4951 Views

Hallo Bernadette!

Du startest aus meiner Sicht gleich mit dem übertriebenen Part. Lass mich
mal ein paar Prämissen setzen:
Wenn ich im folgenden das Wort "Rechtsstaat" verwende, heißt das nicht,
dass ich mit dem Deutschen Staat zufrieden wäre oder ihn gar verteidigen
will.
Aber was seine Existenz angeht, komme ich wieder aus Schmidt im P.S. oben
zurück. Existieren muss er schon. Sonst ist es eben wie da in der Ukraine.

Nein, In der Ukraine versuchen zwei Gewalt-Systeme die Vorherrschaft zu
erlangen. Geo-Strategie auf Kosten des Landes und des Volkes. Eines
dieser Systeme ist noch ein bisschen aggressiver und gewalttätiger
als das andere.

Aus denklogischem Ableiten (z.B. Kant) und empirischer Beobachtung
(verlinktes Ukraine-Vid von vorgestern).
Der Punkt ist, nemo: Das Leben ist immer ein Kompromiss. Nichts
funktioniert perfekt.

Im Kapitalismus sind auch die Kompromisse nicht besser,
als das System selbst.

Und ser Rechtsstaat an sich ist Teil eines Kompromisses, den wir gefunden
haben. Weil das mit dem Recht des Stärkeren, den Banden und den
Privatarmeen ist ein Phänomen, welches wohlbekannt ist, auf diesem
Erdenrund.

Komm doch mal weg von den blutrünstigen Räuberbanden. Die werden
gelassen, weil es dem System nützt. Wenn sie dem System nicht mehr
nützen, werden sie verboten und entwaffnet.

Dagegen hilft nur Rechtsstaat PLUS. Mit neuer Wirkformel. So wie wenn die
Waschmittelindustrie ein verbessertes Verfahren auf den Markt bringt. Oder
nehmen wir die Energiewirtschaft. Da klingt es glaubhafter, Obwohl auch
"Omo" mit verbesserter Wirkformel daher kommen könnte.

Wo beginnt denn der Rechtsstaat im kapitalistischen System und wo endet er?
Alles Interpretationssache und letztlich Lüge: Die Macht geht vom Volke aus. [[zwinker]]

Meinst Du, das wäre ihm in Afghanistan auch gelungen, wo der Staat so
kaputt ist, dass es kein Schulwesen gibt und privat nur ein paar Reiche
unterricht hätten... Letztlich weil der Staat destabilisiert und die Leute
arm sind:

Du hast das Datum bei dem Afghanistan Bild vergessen. [[zwinker]]

Es stellt sich nur die Zusatz-Frage, was genau es alles schlecht an
diesem System ist. Der IMK, Geheimbünde, Oligarchen mit Privatarmeen sind
keine staatlichen Einrichtungen oder allgemein gesprochen, nicht in
öffentlichen Hand. Die halt mitunter besser agiert als der unsichtbaren
Hand des Marktes. Die fördert oft Fehlentwicklungen (Marktversagen). Ein
Rechtsstaat schützt uns gegen Willkür mit Firmen, Nachbarn und seitens
Verbrechern sowie Pribvatarmeen. Auch wenn er zugegebenermaßen an anderer
Stelle Probleme bereitet.

Ich würde sagen: "menschenimmanent", vor allem so lange die
Allgemeindenke auch auf Staatsebene ums goldene Kalb tanzt.

Das goldene Kalb haben wir selbst erschaffen und tanzen nun drum herum.
Das nennt man Kapitalismus. Man könnte ebenso gut damit aufhören.
Leider ist das System die Grundlage unseres Rechtssystems. Deswegen
sitzen auch überall Kriminelle in den Führungspositionen. Der Rechtsstaat
schützt uns nicht vor Krieg, Gentechnik, Patenten, Betrug und Banken.
Das ist reine Einbildung. Ein Rechtssystem, das seinen Namen verdient,
würde so etwas von vorne herein ausschließen bzw. ein Instrument sein,
das solche Entwicklungen verhindern kann.

Das kann es ja auch nicht sein. Ein (!!!besserer!!!) Staat ist nötig.
Wenn den bestehenden die USA kapott machen, brennt der Hut. Freilich
müssen wir ihn verbessern. Von mir aus auch ganz grundsätzlich. Neue
Kompromisse finden.

Nicht Kompromisse. Grundsätzliche Werte.

Gruß
nemo


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