Ursachen und Folgen überhöhter Sparquote ..

Beo2, NRW Witten, Dienstag, 28.04.2015, 10:51 (vor 3915 Tagen) @ Rybezahl2460 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 28.04.2015, 10:58

Hallöchen Rybezahl.

Wenn das Volk weniger sparen würde, bräuchte sich der Staat weniger zu verschulden.

Aber warum denn?

Weil:

__ 1) .. Jemand hat Kredit aufgenommen, um das von Dir gesparte Geld in Umlauf zu bringen .. und sorgte damit, dass die Wirtschaft überhaupt läuft. Nun aber wartet er, dass das Geld in Form von Einnahmen zu ihm zurückkommt, damit er tilgen kann.
__ 2) .. Jemand muss das von Dir gesparte Geld durch Kreditaufnahme ersetzen, damit die Wirtschaft weiterläuft. Er wird aber kaum tilgen können, solange "sein Geld" von einem Anderen gespart wird. Es gibt nur einen einzigen Akteur, der nicht (netto) tilgen muss: Es ist der Staat. Deshalb kann nur der Staat als Neuschuldner für die Sparer "einspringen".
__ 3) .. Geldvermögen ist gleichbedeutend mit politischer Macht. Wir haben eine (Geld)Scheindemokratie. Das wiederum bedeutet, dass 10% der Bevölkerung hierzulande die Gesellschaft beherrschen und gestalten .. zu eigenem Vorteil. Sie bedienen sich dabei der politischen Parteien (= kommt von "Partei nehmen").
__ 4) .. Die Auftürmung gigantischer Geldvermögen birgt ein gefährliches Potential für eine Hyperinflation in sich, insbesondere bei besonders wertvollen Gütern wie Grund & Boden, Rohstoffen, Flora und Fauna, Wasser etc.. Es ist mit einem Pulverfass vergleichbar.
__ 5) .. 25% der Bevölkerung leben hierzulande in Armut. 50% können nichts sparen.
__ 6) .. Wir haben eine chronische Rezession in der Binnenmarktwirtschaft.
__ 7) .. Sparen bedingt Ausfälle bei den Steuereinnahmen (z.B. bei Umsatz- und Verbrauchssteuern; mittelbar auch bei Einkommen-, Gewerbesteuer etc.).
__ 8) .. Übermäßiges Sparen ist ein Krankheitssymptom der Gesellschaft .. chronische AaaNGST! Andere wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld.
__ 9) .. Überhöhte Sparquote (> BIP-Wachstumsrate) ist ein sicheres Zeichen für ungesund schiefe Einkommensverteilung. Als Maß für diese Schiefe gilt die Differenz aus "Mittelwert ≠ Median" (in % des Medians).

Die Steuern, die er zum Selbsterhalt braucht, fordert er doch uneingeschränkt ein.

Nein. Sparen bedingt direkte Ausfälle bei den Steuereinnahmen und fördert die Rezession (= rückläufige Wachstumsrate).

Dass die Steuern nicht reichen, den Staatshaushalt zu finanzieren, ist eine andere Sache.

Nein. Wenn nicht gespart würde, könnten die Steuereinnahmen reichen, um den Staat vollständig zu re'finanzieren.

Was hat das mit den "Sparern" zu tun? Jeder kauft doch das, was zum Leben nötig ist. Warum sollte jemand mehr kaufen, als zum Leben nötig ist?* Gespart - oder "Gesammelt" - wird das, was am Ende des Monats übrig bleibt.

Nein. 25% der Bevölkerung können ihren Grundbedarf nicht decken. 50% können nichts sparen. Die eigentlichen Sparer wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld:
http://www.welt.de/wirtschaft/Wirtschaftslexikon/article6209348/Deutschland-hat-eine-ho...

"Die Sparquote ist nur ein Durchschnittswert, sie schwankt tatsächlich erheblich mit der Höhe des Haushaltseinkommens. Geringverdiener oder Hartz-IV-Haushalte sind gezwungen, ihre gesamten Einkünfte immer sofort auszugeben, ihre Sparquote ist zumeist sogar negativ. Haushalte mit einem Nettoeinkommen von 1500 bis 2000 Euro haben eine Sparquote von 2,4 Prozent, Haushalte mit über 5000 Euro netto im Monat sparen 21,8 Prozent und so weiter."

Da könnte man ja auch sagen: Löhne runter - damit am Ende des Monats nichts übrig bleibt; Ergo: Nicht gespart werden kann. Alternativ: Spenden!

Nein. Das (Real-) "Löhne senken", praktiziert in den letzten 20 Jahren, hat nicht zu sinkender Sparquote geführt:
http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-02/infografik-sparquote-deutschland

Mit Gruß, Beo2


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