Kann ich nicht beantworten

politicaleconomy, Dienstag, 17.03.2015, 17:14 (vor 3951 Tagen) @ nereus2423 Views

Hallo nereus,

ich habe nicht genug Insiderwissen, um Deine Frage fundiert beantworten zu können. Ich kann auch nur Bruchstücke beobachten. Ja, man kann Snowden und die Stratfor-leaks vielleicht so interpretieren, daß "das Imperium" eben nicht völlig monolithisch ist, sondern auch innere Brüche zeigt.

De facto dürfte es ja nur ein relativ kleines, aber sehr einflußreiches Netzwerk von Leuten sein, die derartige Strategien plant und umsetzt - aber mithilfe eines ganzen Netzes von Idelogien, Think Tanks, persönlichen Beziehungen etc. Auch da könnte es Aussteiger geben, die Material leaken lassen, wie es überall solche Leute gibt.

Ich hatte ja auch auf Äußerungen von Kissinger hingewiesen, die in eine eher mäßigende Richtung deuten.

Ich weiß aber nicht wirklich etwas detailliertes dazu. Aber Kräfte in den USA zu suchen, mit denen man GEGEN die von Friedman beschriebene geopolitische Strategie kooperieren kann, und sich mit diesen zu vernetzen, halte ich für enorm wichtig.

Du schreibst:

Aus dieser Konstellation schlußfolgere ich, daß dieses Video aus Chicago
nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt war, denn es konterkariert
doch komplett das permanente Lügenpressen-Gequake.

Wie kam also das Video auf Youtube?
Nimmt die breite Masse solche Ergüsse nicht zur Kenntnis, weil sie in den
Milliarden von Datenströmen einfach untergehen oder gab es hier eine
gezielte Indiskretion?

Über die Motive desjenigen, der das Video ins Netz gestellt hat, zu spekulieren, halte ich für müßig. Friedman hat seine Ansichten ja nicht zum ersten mal vorgetragen, sondern publiziert sie seit Jahren in seinen Büchern.

Der Ausschnitt, der populär wurde und herumgereicht wird, wurde ja von "Deutschland+Russland" am 12.3. ins Netz gestellt, der komplette Vortrag von Friedman stand schon am 4.3. im Netz und wurde vom Chicago Council on Global Affairs, wo der Vortrag stattfand, ins Netz gestellt.

So populär bei Alternativmedien wäre er wohl nicht geworden, ohne "Deutschland+Russland" ihn dieser community auf ihrem youtube-Kanal präsentiert hätte.

Was mich eher wundert, ist Friedmans Ansage, "man wisse nicht, wie Deutschland handeln werde", und "davon würden die nächsten 20 Jahre Geschichte abhängen".

Momentan nehmen die Deutschen den USA mit ihrer Strategie innerhalb der Währungsunion das "divde et impera" ja sehr bequem ab - mithilfe der US-Ideologie des einzelwirtschaftlich verblendeten Neoliberalismus, den die USA selbst gar nicht praktiziert, sondern nur von seinen Vasallen vorschreibt. D ist hier nach wie vor williger Helfer der USA, und noch dazu vermutlich ahnungsloser williger Helfer (Merkel und Schäuble kapieren nicht im geringsten die Funktionsweise einer Währungsunion, von Makroökonomie ganz zu schweigen).

Die Deutschen selbst also treiben einen Keil zwischen Gläubiger- und Schuldnerländer und zerstören das "Projekt Europa" und den Euro. Auch die Achse Berlin-Paris wird von Schäuble/Merkel und deren "Vice Chancellor" Hollande zerstört. Die USA könnte also einmal mehr Gewinner sein und die "Alleinschuld" am Schlamassel wieder mal den Deutschen in die Geschichtsbücher schreiben.

Würden die Deutschen sich dagegen von ihrer US-Hörigkeit lösen und für eine gesamteuropäische Lösung optieren, Europa vis a vis den USA als eigenen Machtblock mit potentieller Teilnahme an einer eurasischen Union (Friedens- und Freihandelsachse Paris-Berlin-Moskau) "framen", sähen sich die USA sicherlich gezwungen, noch sehr viel offensichtlichere Strategien des Eingreifens zu verfolgen, und dann kämen ihre Interessen auch viel offener ans Tageslicht.


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