" ... , die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist."

Uwe, Donnerstag, 22.12.2016, 20:00 (vor 3368 Tagen) @ nereus5518 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 22.12.2016, 20:13

Hallo, @Nereus!

Die Verschiebung des Entladungstermins vom Vormittag auf den Nachmittag wird wohl verständliche Gründe gehabt haben, jedenfalls wohl nicht den, ein Fahrzeug für einen Terroranschlag gegen 20:00 "zur Verfügung zu stellen", oder habe ich Deine Gedanken vollkommen falsch interpretiert?

Ausgehend von den Zeiten, die in dem Bericht genannt wurden, gibt es ein Zeitfenster zwischen Lokalisierung des Fahrzeuges vor oder auf dem Grundstück Friedrich-Krause-Ufer 16 um 16:52 und der Todesfahrt gegen 20:00 auf dem Breitscheidplatz von drei Stunden.

Vermutlich wie Michael Krause, meine auch ich die möglichen Strecken, die vom Startort zum Breitscheidplatz führen bezüglich ihrer örtlichen Gegebenheiten einigermaßen zu kennen.

Sofern keine "Spazierfahrten" unternommen wurden, benötigt man für die ca. 5,0 bis 5,5 km lange Strecke mit einem Pkw ca. 10 bis 20 Minuten je nach Verkehrsaufkommen und es gibt auf diesen Straßen durchaus erhebliches Aufkommen zu dieser Zeit.

Mit dem Lkw seinen 30 bis 40 Minuten berechnet, so dass eine Zeitspanne von mehr als zwei Stunden verbleibt, die das Fahrzeug andernorts umher gefahren oder gestanden war, mit welcher Besetzung auch immer.

Das Abschleppen eines derartigen Fahrzeuges zum Zwecke, es näher in den Breitscheidplatz zu bringen, scheint mir eher unverständlich, da der Zweck dafür sich mir nicht erschließt, zumal das Fahrzeug wohl auch ohne dieses Abschleppen zweieinhalb Stunden vom „Ortungsradar“ verschwunden war.

Das Abschleppen zur Budapester Straße scheint mir auch deswegen "ungereimt", da der fließende Straßenverkehr in der Budapester Straße durch einen in "Wartestellung" befindlichen Lkw blockiert gewesen wäre und unweigerlich die hilfreichen Verkehrseinsatzkräfte auf den Plan gerufen hätte. Welcher Plan geht ein derartiges Risiko ein, frage ich mich.

Ein vorgelegene Parkmöglichkeit bei Fahrt über Putlitzbrücke – Stromstraße – Lessing-Brücke hätte es mit Wahrscheinlichkeit naheliegend auf der Straße des 17. Juni oder der Altonaer Straße gegeben (vor dem Bundespräsidenten Sitz, Schloss Bellevue, ist eh das Parken verboten – "Einfahrt" über Perleberger Straße – Paulusstraße – großer Stern). Das ist etwas mehr als zwei Drittel des Weges vom ersten Standort zum Breitscheidplatz.

Nun meine ich gelesen zu haben, dass das Fahrzeug von der Kantstraße den Breitscheidplatz erreicht hat. Diese Route ist vom vermeintlich angenommenen Ausgangspunkt mit diesem Fahrzeug nur durch Straßen mit erhöhten Verkehrsaufkommen und überwiegend einspuriger Fahrbahn je Richtung erreichbar. Sie führt über Alt-Moabit – Helmholtzstraße – Leibnitzstraße - Kantstraße (ca. 7 km, wohl nahezu ohne Chancen, einen derartigen Lkw in Parkstellung zu halten).

Soviel als Vorwort, ehe ich auf deine Fragen eingehe.

https://pbs.twimg.com/media/C0GyPACXAAEJCFx.jpg

[/b]Feststellung im obigen Link von M. Lejeune[/b]: «Der LKW muß vom Friedrich-Krause-Ufer 16 zur Budapester Straße, nahe Breitscheidplatz, abgeschleppt worden sein.»

Ich muss zugeben, dass mir der zwingende Grund des Abschleppens nicht einsichtig ist, da ich die technischen Dinge zur Überwachung der Fahrzeuge nicht kenne und damit auch nicht die, wie man sie für mehr oder weniger kurze Zeit umgehen oder "austricksen" kann.

Eine Zugmaschine mit einem beladenen Trailer in den Schlepp zu nehmen, um ihn in abbiegungsreichen Fahrten durch den Berufsverkehr zu bugsieren, zeugt von Können (in "heute"-Nachrichten gehört, dass der Gesuchte aus Tunesien geflohen sei, weil man ihm u.a. eines LKW-Diebstahls beschuldigte).

@nereus: «Wie konnte der Wütende das so schnell organisieren?»

In meinen Gedanken kommt das Abschleppen noch nicht vor. "When you have excluded the impossible, whatever remains, however improbable, must be the truth.", lässt Arthur Canon Doyle seinen Sherlock Holmes dozieren. Bis zum Abschleppen des Fahrzeuges gibt es wohl noch andere Möglichkeiten, die zuvor ausgeschlossen werden müssten.


@nereus: «Und warum hat er, wenn er bewaffnet war, nicht das Fahrzeug bewegt, wie es war?»

Die Nachrichtenlage scheint mir in diesem Punkt zu vage. Ich konstatiere, wenn der Gesuchte tatsächlich im Zusammenhang mit einem vermeintlichen Besuch im der Behörde "Friedrich-Krause-Ufer 24" in dieser Gegend ist, wird er wohl unbewaffnet dort hingegangen sein (ob es dort Detektoren im Eingangsbereich gibt, würde an dieser Stelle ein investigativer Journalist ermitteln - bin aber keiner). Auch ist wohl festzustellen, dass man über Tatwaffen und Eigener keine veröffentlichte Aussagen hat.


@nereus: «[…] denn genau diese Verzögerung war die Grundlage aller nachfolgenden Geschehnisse, welche schließlich in diese Katastrophe mündeten.»

Bedeutet dass jetzt Deiner Meinung nach, dass
a) "Planung" von dieser Verschiebung ausgegangen ist,
b) diese Verschiebung die Ausführung ermöglichen sollte oder
c) eben Zeit-Ort-Gelegenheit passten?

Im Übrigen könnte ich auch der Theorie von Michael Krause folgen, wenn ich mir nur erklären könnte, warum man sich als "werdende/r Attentäter", die bzw. der den Plan haben bzw. hat etliche Menschen zu töten, sich der Unwägbarkeit aussetzt, die durch die Begleitung des polnischen Kraftfahrer ausgehen kann … und das vielleicht drei Stunden lang.

Gruß,
Uwe


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