Bekämpfung von Hausbock, Holzwürmern und -parasiten und Co.

Literaturhinweis, Samstag, 10.12.2016, 12:02 (vor 3379 Tagen) @ SevenSamurai4733 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 10.12.2016, 12:06

Die Literatur ist wie bei Spinnentieren wie Milben und Krätze auch bei Hausbock und anderen Holzparasiten ähnlich dünn gesät.

Wie bekämpft ihr Holzwürmer?
Oder ist es besser, das befallene Produkt (Schrank, Bilderrahmen) komplett zu entsorgen?

Aber aus der Beratungspraxis:

- es gibt den sog. Hausbock, das sind große Holzkäfer, die vor allem Dachstühle befallen, und deren Larven das Holz auffressen, Bohrmehl in den Gängen hinterlassen (an dem man sie zweifelsfrei erkennen kann, auch wenn alle gerade ausgeschlüpft sind) und die die Standsicherheit von Holzbauwerken gefährden. Der Hausbockbefall ist, wie Termiten und der Hausschwamm, eine baupolizeilich meldepflichtige Schädlingsart. Das befallene Holz muß fachgerecht behandelt, ausgebautes muß verbrannt werden.

- Daneben gibt es jede Menge andere Holzschädlinge, in Parkett (z.B. Parkettkäfer), in Holzmöbeln, Türen, Fensterrahmen, Bilderrahmen, Holztreppen usw. Diese gefährden i.d.R. nicht die Standsicherheit oder Haltbarkeit, breiten sich jedoch u.U. weiter aus und sind mindestens ästhetisch unbefriedigend sowie wertmindernd. Bei Holzleitern mit z.T. dünnen Wangen und Sprossen ist dagegen Vorsicht geboten. Holzleitern dürfen daher auch nicht deckend gestrichen werden, um eine Sichtprüfung nicht zu behindern.

Auf den Hausbock will ich mal nicht eingehen, bleiben die anderen Befallsarten.

Grundsätzlich kann man es mit Wärmebehandlung versuchen. Dazu kann man ein befallenes Möbelstück etc. z.B. in eine Sauna stellen und trocken auf ca. 80 Grad Celsius aufheizen, dann sind nach einer oder mehreren Stunden garantiert sowohl Eier wie Larven und die Insekten selbst abgetötet. Da erhitztes Holz nicht mehr so 'gut schmeckt' ist zudem ein gewisser Schutz gegen Neubefall gegeben.

Aber Vorsicht: gerade antike Stücke sind u.U. noch mit Knochenleim geleimt, der erweicht bei diesen Temperaturen und das 'gute Stück' zerlegt sich u.U. in Einzelteile, die man, will man den Wert nicht mindern, ebenso fachgerecht auch mit zeitgenössischem Leim restaurieren muß. Das gleiche gilt für Oberflächenbeschichtungen mit z.B. Schellack u.a. wärmeempfindlichen Materialien. Auch kann es zu Harzausfluß kommen.

Ausfrieren ist weniger sicher (etwa im Winter draußen lassen), anders ist das mit Wolle (Motten) und Kleidung in der Tiefkühltruhe bei mindestens minus 20 Grad Celsius.

Ansonsten ist das Mittel der Wahl die chemische Bekämpfung, sei es als Begasung (scheidet für den Privathaushalt aus, bedarf einer entsprechend eingerichteten Fachwerkstatt) oder mit flüssigen Mitteln, heute meist auf Pyrethroid-Basis, da Lindan/DDT u.a. Chlorkohlenwasserstoffe heute verboten sind, es sei denn, es geht um Termiten in bestimmten Weltregionen.

Bei vorhandenem Befall müssen diese Mittel dann aber mühsam mit einer medizinischen Spritze mit entspr. Kanüle in jeden einzelnen Gang injiziert werden und dann das Material mit einer entspr. chemisch ausgerüsteten Holzschutzlasur auch noch zur Sicherheit oberflächenbehandelt werden. Letzteres kann bei antiken Stücken sich evtl. verbieten, jedenfalls sollte man bei wertvollen Stücken den Rat eines erfahrenen Restaurators einholen. Gibt's u.U. kostenlos in einem nahegelegenen staatlichen Museum, wenn es eine entspr. Abteilung führt.

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