ich darf ergänzen

nereus, Montag, 21.11.2016, 17:44 (vor 3397 Tagen) @ pigbonds3216 Views

Hallo Pigbonds!

Dich hatte ich erwartet. [[freude]]

Du verweist auf das Camp Seliger im Sommer 2013 mit der Flagge der DNR und auf das Treffen, welches lange vor dem Maidan-Umsturz stattgefunden hat.
Damit suggerierst Du den Eindruck, daß â€žgewisse Kreise“ bereits ein halbes Jahr zuvor eine Flagge kreierten, junge Menschen rekrutierten und die Abspaltung der DNR schon vor dem Maidan geplant war.

Wenn man das ohne Zusammenhang serviert bekommt, dann wird man in der Tat nachdenklich.
Doch was berichtet uns denn die sogenannte Lügenpresse zum Thema Donezker Republik?

Im November 2006 steht ein bärtiger Mann in einer braunen Lederjacke auf einem zentralen Platz von Donezk und sammelt Unterschriften. Er versucht, Menschen zu überzeugen, dass ihre Region, das ostukrainische Gebiet Donezk, eine souveräne Republik werden soll. Er und andere Aktivisten tragen Plakate wie „Nato tötet Slawen!“ Es ist auch eine Demo gegen „Faschisten“, die mit der Orangenen Revolution 2004 in Kiew an die Macht gekommen seien.

Quelle: https://www.welt.de/politik/ausland/article128065029/Der-Mann-der-die-Republik-Donezk-e...

Ach was?
Schon 2006 gab es diesen Plan. Aber weswegen denn?
Weil 2 Jahre zuvor in Kiew geputscht worden war. Aha.
Weiter heißt es in dem Artikel:

Es wehen russische Fahnen und Zarenbanner in Schwarz-Weiß-Gold. Auch schwarz-rot-blaue Fahnen mit einem Doppeladler sind zu sehen, die kaum jemand kennt.

Das mag schon sein, aber diese Doppeladler-Fahne existierte bereits im Jahr 2006 und zwar als Antwort auf die NATO-Orientierung der Westukraine, die mit gewisser Sorge in der Ostukraine beobachtet wurde.
Eine theoretische DNR war also seit mindestens 7 Jahren ein Thema .. für den Fall der Fälle.

Das Umdrehen der Ukraine DURCH den Westen ist bestens dokumentiert und wird offiziell auch überhaupt nicht groß verschwiegen, wie der alte Zbig und Stratfor-Friedman uns per Buch-Lektüre und Video-Clip ausführlich erläutern.
Die Idee, eine DNR zu gründen, war also eine Folge dieser Einmischung von außen.

Warum täuschst Du hier die Leser, die weder Russisch können, noch Lust haben den Dingen auf den Grund zu gehen?
Und wie war das eigentlich im Jahr 2004?

Die Orangene Revolution (manchmal auch Kastanienrevolution wegen der Kastanienbäume in Kiew) war eine Serie von Protesten, Demonstrationen und einem geplanten Generalstreik in der Ukraine. Auslöser waren die ukrainischen Präsidentschaftswahlen 2004, bei welcher auf beiden Seiten Wahlfälschungen der jeweiligen Gegenseite gemeldet wurden.
..
Die Proteste begannen am Tag nach der zweiten Wahlrunde, nach der Stichwahl zwischen Ministerpräsident Wiktor Janukowytsch und Oppositionsanwärter Juschtschenko, als sich die offiziell geschätzten Wahlergebnisse deutlich von den Nachwahlbefragungen unterscheiden, die nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht wurden;
eine dieser Exit Polls gab Juschtschenko einen Elf-Prozent-Vorsprung, während amtliche Resultate Janukowytsch einen Vorsprung von drei Prozent gaben.
Obwohl andere Exit Polls und Vorwahlumfragen den offiziellen Wahlergebnissen entsprachen, beriefen sich die Kreise um Juschtschenko naturgemäß auf die für sie günstigere Umfrage.
Die Anhänger Juschtschenkos sowie die Beobachter der OSZE gingen von einem Wahlbetrug zugunsten Janukowytschs aus.

Andere internationale Beobachter zum Beispiel von den zwölf Mitgliedstaaten der EMO (aus der „Gemeinschaft unabhängiger Staaten“) und von der BHHRG konnten zwar auch Wahlverstöße feststellen, jedoch keine, die das Wahlergebnis ernsthaft beeinträchtigten, da die Verstöße im Vergleich zu den gültigen Stimmen verschwindend waren und da von beiden Seiten gegen die Wahlgesetze verstoßen wurde.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Orange_Revolution

Ich zitiere aus Wikipedia, nicht unbedingt der Hort der Wahrheit in politischen Angelegenheiten.
Aber selbst hier nimmt man die damaligen Ereignisse kritisch zur Kenntnis.
Das offizielle Ergebnis entsprach also durchaus den Umfragen und externe Wahlbeobachter fanden das Ergebnis weitestgehend in Ordnung.
Nur paßte dieses Resultat nicht in die Pläne der Geostrategen, daher mußte etwas Pfeffer in die nationale Wunde gestreut werden.

Und aus diesen Gründen suchte man im Ostteil des Landes, welches traditionell Rußland zugeneigt ist, perspektivisch nach Alternativen, weil man offenbar ahnte, was ggf. noch drohen könnte.
Und was macht unsere Propaganda-Schleuder?
Sie verdreht entweder die Fakten oder unterschlägt sie einfach.

Also, nochmals zum Mitschreiben.
Nicht Putin bereitete heimlich die Abspaltung der Ost-Ukraine vor und der Westen rettete Kiew vor den Klauen des aggressiven russischen Bären, sondern der Westen nahm massiv Einfluß auf das korrupte Gesindel des ukrainischen Establishments – welches sehr wohl auf beiden Seiten des Dnjepr existierte – und erfüllte sich seinen feuchten Traum endlich am Horizont des NATO-Einflusses die Zwiebeltürme der Basilius-Kathedrale zu erahnen.

mfG
nereus


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