Ein wahnsinnig wichtiges Thema.

re-aktionaer, Samstag, 12.11.2016, 03:31 (vor 3406 Tagen) @ Morpheus4582 Views

Die Frage nach dem Überschuss an Arbeitskräften in den kommenden Dekaden treibt mich auch um. Maschinensteuer und Rückbau ist meiner Meinung nach keine Option. Was machbar ist, wird gemacht.
Wenn man in die Geschichte sieht, dann gab es mal eine ähnliche Tendenz im Rahmen der Industriellen Revolution. Erst kamen die sog. Weberaufstände zum Beispiel, weil die Textilindustrie sämtliche Weber ökonomisch ruinierte (und das waren eine Menge Leute). Dann, als sich die Industrie durchgesetzt hatte kamen natürlich die diversen Arbeiterbewegungen.
Was man vielleicht von damals als Erkenntnis mitnehmen kann, ist:
- Die Weber hatten keine Chance - und so werden auch Taxi und LKW Fahrer, Supermarktkassierer etc... über die Klinge springen.
- Arbeit wurde stressiger (vgl. Fabrik zu Landarbeiter am Feld) dafür hat sich relativ Rasch eine faktische Halbierung der Arbeitszeit eingestellt.
- Verteilungskämpfe und Strukturen für den Interessenausgleich (Gewerkschaften) mussten zwingend entstehen um eine nachhaltig funktionierende Marktsituation herzustellen.

Meiner bescheidenen Meinung nach wird dieser brutale Kahlschlag in den nächsten 20 Jahren förmlich neue Utopien was Arbeit/Verteilung/Gesellschaft betrifft ERZWINGEN. Die Idee, jedes Individuum auf einem freien Arbeitsmarkt konkurrieren zu lassen wird stringenten, alternativen Beschäftigungskonzepten
weichen müssen. Will man sich eine positive Zukunft erdenken, so nehme ich an, dass die Gesellschaften/Staaten wieder darauf zurückgehen müssen, die Besteuerung von Unternehmensgewinnen als Hauptfinanzierungsmöglichkeit zu erschließen, da es nur mehr relativ wenige steuerpotente Gehälter geben wird, die man absahnen kann.
Es wird so etwas wie eine Mindestsicherung geben müssen und man wird im Rahmen dieser die Menschen auch mit einer Beschäftigungstherapie versehen müssen, damit sie auf keine dummen Ideen kommen. Wenn man schlau ist, dann nutzt man die obsoleten Arbeitskräfte um staatlicherseits Dienstleistungen zu organisieren, die heute undenkbar, weil "unfinanzierbar" wären. Von intensiver 1:1 Kinderbetreuung, 24h Parkwächtern, Helfer im öffentlichen Raum, Altenpflege etc...
Der erste Arbeitsmarkt wird bestehen bleiben mit Löhnen die drastisch über der Mindestsicherung liegen. Ich könnte mir also eine sehr schöne Zukunft ausmalen. Die Voraussetzung ist aber natürlich ein sehr breites Umdenken - und was man auch nie vergessen sollte:
Der Terminator! Der war 1984 eine ferne Dystopie. Durch die Filme ist die Angst vor derartigen Entwicklungen antizipiert und damit spätestens seit den 90ern abgefrühstückt. Jetzt aber steht er tatsächlich vor der Türe und wie es so ist - wenn einer zu oft "Feuer" geschrien hat, ignoriert es dann jeder, wenn es wirklich brennt. Das exponentielle Wachstum unserer Elektronikhirne, deren Vernetzung und neuerdings erste Lernfähigkeiten, könnten uns als Menschen schon ziemlich bald, ziemlich blass aussehen lassen. Und dann wird der Herr Computer entscheiden, ob es für die Erde nicht doch besser wäre, eine invasive, expansive, parasitäre Spezies auf ein erträgliches Maß zu reduzieren um das Ökosysthem und den Genpool des Raumschiffes Erde zu erhalten.


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