Zerfall, weil das Verbindende fehlte
Die Komplexität des römischen Reichs ist unbestritten. Ich will diesem Historiker auch nicht völlig widersprechen. Jedoch, das römische Reich wurde nicht durch die Römer zum Reich, sondern dadurch, dass die römische Idee und Kultur von den anderen übernommen wurde. Man machte die "Barbaren" zu Römern. Damit konnte dieses relativ kleine Land seinen Kulturbereich soweit ausdehnen, dass es dieses riesige Imperium besaß. Innerhalb des Imperiums die kulturelle Welt, außerhalb die Barbaren.
Die spätere Phase des römischen Reiches ist aber durch die Besonderheit gekennzeichnet, dass diese Barbaren früher römisch wurden, eben dann aber nicht. Sie behielten ihre Kultur bei und damit wurde das römische immer weniger wert. Durch diesen inneren Bruch ist sicherlich auch das Funktionieren diese komplexen Staatsgebildes nicht möglich.
Daher ist dieses "Multi-Kulti" aus meiner Sicht einer der zentralen Punkte, jedoch niemals monokausal. Hätte es die Völkerwanderung nicht gegeben z.B. wäre wohl das Reich auch länger bestehen geblieben. Hätte es durch die Christinaisierung nicht eine Neubelebung gegeben, wäre es wohl schon früher zerfallen.
Daher ist meine These, dass es eine Vision, eine Leitidee, eine Leitkultur geben muss, unter der sich die Menschen als Gruppe/Volk usw. einen, um dann solch komplexe Staaten zu bilden. Dies ist aber das Gegenteil von Multi-Kulti, sondern eher ein Mono-Kulti.