noch eine Ergänzug zum Thema
Wolfgang Eggert hatte sich mit dem Thema in einer Serie des COMPACT-Magazins beschäftigt.
Hier ein Auszug.
COMPACT: Was war für Sie der Punkt, in den Fall Peggy einzusteigen? Wo war der Moment, wo Sie gesagt haben, dass es sich lohnt zu „wühlen“?
W. E.: Der Punkt liegt bereits ganz am Anfang des Falls. So wie er angefasst wurde.
Es ist die polizeiliche Besetzung, die man herangezogen hat und die klar in den Bereich „Organisierte Kriminalität“ – also Menschenhandel, Drogen, Waffen, Rotlicht – weist.
Da ist Mafia-Experte Wolfgang Geier, Chefermittler bei den damals so genannten Dönermorden, dortselbst Kopf der SOKO Bosporus, die damals nicht ohne Grund Spuren in der türkischen Unterwelt abklärte. An der Seite des Kriminaldirektors finden wir im Fall Peggy Deutschlands „besten“ Profiler Alexander Horn, ein Mann für die „großen Fälle“. Weshalb der Münchner auch bei den Dönermorden Geier zur Seite stand. Wo es seinem Marktwert nach auch Sinn machte.
Im Fall eines verschwundenen Mädchens wirkt seine Besetzung dagegen überzogen – auf den ersten Blick.
Und da ist die Polizistin Anja Wittig, die zum Teil undercover arbeitete, wiederum im Milieu Organisierte Banden-Kriminalität (OK). Auch sie taucht im Aufklärungsstab der Dönermordserie auf und wird 2001 von der thüringischen Polizei zur bayerischen „Soko Peggy“ delegiert. Im Jahr darauf gehört sie der thüringischen Sonderkommission „Goldfasan“ an, die mehrere Morde einer internationalen Bande untersuchen wird.
COMPACT: Länderübergreifende OK-Ermittler? Bei einem verschwundenen Mädchen aus der Provinz klingt das, naja, etwas „over the top“!
W. E.: Moment, es kommt noch „besser“: Bei der Sonderkommission „Goldfasan“ lernt Peggy-Special-Agent Anja Wittig einen Kollegen kennen, der „beruflich“ mit echten und falschen Nazis aus dem NSU-Umfeld und mit V-Leuten zu tun hat und mit dem sie eine Lebensgemeinschaft eingeht: Mike Wenzel. Wenzels Vorgesetzter wird 2011 für das Wohnmobil in Eisenach zuständig sein, in dem die Leichen der NSU-Uwes gefunden werden. Wenzels Nichte ist einer sehr bekannte Polizistin, die ihrerseits im OK-Milieu verdeckt ermittelt, mit Verbindungen zur extremen Rechten sowie wiederum zur Schlapphutszene: Michèle Kiesewetter, ein angebliches NSU-Opfer. Und eng befreundet mit der außerplanmäßigen Peggy-Ermittlerin Wittig. Ein Freund von Anja ist Medienberichten zufolge recht eng mit dem Betreiber jenes Szeneladens, aus dem die Ceska-Pistole kam, mit der die NSU neun Menschen ermordet haben soll.
COMPACT: Und diese Frau wurde von den Thüringern in den Bayerischen Ermittlungsstab beordert?
W. E.: .. wo sie dann mit den NSU-Ermittlern Geier und Horn am vermeintlichen Allerweltsfall Peggy Knobloch arbeitete, richtig. Für diese, sagen wir „politische“ Besetzung scheint es nur eine naheliegende Erklärung zu geben. Nämlich die, dass die Behörden das Verschwinden des Mädchens ebenfalls und frühzeitig für ein Politikum hielten, das den Aufwand rechtfertigte. Das ´Warum´ kann ich Ihnen nachhaltig aufschlüsseln.
Quelle: http://www.compact-online.de
Interessanterweise ist die Quelle inzwischen tot!
Daher empfiehlt es sich einmal mehr Artikel zu brisanten Themen separat zu sichern.
mfG
nereus