Ein neues globales Anarchat auf neuer Bewusstseinsebene?
Grüezi BillHicks!
Grüezi Zara!
Kollektivismus (Debitismus) ist Rechtsetzung mittels organisierter
Gewalt.
Stimmt.
Wo immer dieser Anspruch vorhanden ist, belügt man sich selber über das
Wesen des Kollektivismus (Kommunismus/Kapitalismus) und sämtliche
Ausprägungen kollektiven Idiotismus (Debitismus).
Um das Belügen aufzuhören, muss doch erst mal klar gesehen werden können und dafür braucht es Zeit und die Möglichkeit zu differenzieren.
Für das klar sehen reicht der Differenzierungsgrad Kollektivismus = Kapitalismus = Kommunismus = Debitismus = Idiotismus für meine Begriffe nicht aus. Mehr dazu unten.
Im Grunde propagieren
solche Leute das Tauschmärchen als Fundament des Kollektivismus,
Tauschen von Sachen als basale Operation des Wirtschaftens (= Tauschmärchen) ist fundementaler Schrott.
Meine Intention ist die basale Operation des Wirtschaftens als juristischen (= idealistischen) Vorgang darzustellen und damit besser begreifbar zu machen.
Die Differenz von materieller Wirklichkeit und idealistischem Recht wird dort wo das Recht wirksam ist, durch organisierte Gewalt überbrückt. Wenn die organisierte Gewalt organisiert genug ist, muss sie so gut wie nie tatsächlich materiell wirksam eingreifen, weil sie es könnte, wenn sie müsste. Sie kann so im täglichen Leben sehr weit in den Hintergrund treten. Aber sie ist immer da. Zweifellos.
Kann die organisierte Gewalt erst gar nicht - organisiert - eingreifen, selbst wenn sie wollte, dann kann man sich auch auf das Recht nicht verlassen, weil auftretende Differenzen zwischen Recht und materieller Wirklichkeit nicht mehr überbrückt werden können und es herrscht zunehmend die unorganisierte Gewalt.
anstelle
der Realität, in der organisierte Gewalt das Fundament darstellt.
Ja, organisierte Gewalt ist das Fundament. Ich kann mich nur wiederholen: Auf dem derzeitigen Bewusstseinsstand meiner Mitmenschen ist mir organisierte, und gerade damit besser sichtbare Gewalt bei weitem lieber als unorganisierte Gewalt.
Der
bescheidene Anspruch dieser kapitulierenden Kollektivisten ist nicht das
Anarchat, die ursprüngliche Daseinsform des homo sapiens, sondern
lediglich eine abgeschwächte, quasi erträglichere Form der Gewalt
(Patriarchat / homo oeconomicus).
Der 'homo oeconomicus' beschreibt lediglich das Verhalten von juristischen Personen, die genau nach dieser Vorstellung designt wurden und die ausschließlich Vermögensentscheidungen zu treffen haben, d.h. innerhalb der Logik des Privatrechts operieren.
Wir sind aber nicht nur Bürger (Privatrecht, homo oeconomicus), sondern wir sind außerdem Staatsbürger (Öffentliches Recht, zoon politikon) und es gibt noch eine weitere Rolle: die des Menschen.
1. Bürger:
- formelle, prinzipiell erfüllbare und auflösbare Beziehungen, Entstehen per Vertrag
- Interesse: Nettovermögensmaximierung, da das freiwillige Gewinnmaximieren einer einzigen anderen Rechtsperson bereits für wirtschaftlichen "Zwang" bei allen anderen sorgt
2. Staatsbürger: formelle, prinzipiell erfüllbare Beziehungen, Entstehen per Befehl/Anordnung
Mediation von Öffentlichem Recht und Privatrecht per "Verfassungsrecht". Zudem: Abstimmung mit den Füßen bei offenen Grenzen.
3. Mensch: informelle, nicht juristisch erfüllbare Beziehungen
Wir haben alle drei Rollen. Dort, wo wir sie haben können. Und ich ziehe diesen Zustand einer Theokratie allemal vor. Du ja übrigens auch: Nicht umsonst lebst Du lieber in der Schweiz als in Saudi Arabien. Deshalb ist der Differenzierungsgrad Debitimus = Idiotismus = Kapitalismus = Kollektivismus = Kommunismus auch zu gering.
Was stimmt ist, dass alle Formen Typen von Herrschaftsformen sind, einschließlich der "Demokratie".
Nein, endlich aufhören mit diesen verlogenen Utopien, die zu immer neuen
Ausprägungen kollektiven Untergangs führen. Den Tatsachen ins Auge
sehen!
Tatsachen? "Wo ham' sie denn die?" (H. v. Förster)
Bei sozialen Belangen von "Tatsachen" zu sprechen machte nur dann Sinn, wenn man sich die Gesellschaft (society) eben irgendwie doch als triviale Maschine vorstellt, d.h. ein "etwas", das per aristotelischer Logik reduktionistisch beschreibbar wäre. Du weißt aber, dass dem nicht so ist, auch wenn gerade per Recht der Versuch gemacht wird, durch Rechtssubjekte und Rechtsobjekte eine solche Maschine - juristisch - zu bauen. Genau da ist das Recht, das auf klassischer Logik aufbaut, auch strukturell totalitär und reaktionär. Bei einer Suche nach (philosophischer) Kybernetik im Recht bin ich bislang aber nicht fündig geworden. Lediglich der "Osten" hat mit Kybernetik im Recht rumexperimentiert, aber näheres ist mir nicht bekannt.
Anarchat oder Untergang - ein dritter Weg ist eine historisch tausendfach
verifizierte Lüge.
Gotthard Günther beschreibt in "Entdeckung Amerikas", dass die "primitiven Kulturen" (Du nennst sie "Anarchat", wenn ich Dich richtig verstehe) weltumspannend gewesen seien, die sog. "Hochkulturen" aber immer nur lokal begrenzte Phänomene gewesen seien.
Er sieht Mitte der 1950er "Amerika" (er meint wohl vornehmlich die USA) als den "Treibriemen" für eine Hochkultur, die erstmals in der bekannten Geschichte der Hochkulturen "global" sein könnte.
2016 muss man sagen: sehr viel fehlt dazu eigentlich nicht mehr... Klar, im "Imperium" ("Treibriemen") spinnen allerhand Psychopaten herum usw. usf. aber so global wie heute waren wir wohl noch nicht unterwegs, die Rufe nach "Renationalisiserung" machen das so deutlich wie die Ausnahme, die die Regel bestätigt und sprechen vielmehr für mangelnde Organisation und Bewusstsein als dafür, dass es tatsächlich eine fundamentale Umkehr "zurück" zum Nationalstaat gäbe.
Vielleicht findet sich ja eine Art "Anarchat" auf einer völlig neuen, gleichwohl erneut globalen, Ebene.
Den "Übergang" von der globalen Gesellschaft des imperialen, turbokapitalistischen "Treibriemens" zum neuen, globalen Anarchat auf neuer Bewusstseinsebene suchen wir freilich noch
Hier hofft schon mal einer auf die Sozialdemokratisiserung der Weltwirtschaft. Ein Zwischenschritt zum globalen Anarchat?
Jeder neue Versuch endete im kollektiven Desaster.
Oder halt auch nicht. Nichts genaues weiß man nicht.
Grüsse, Zara
Danke für den Dürrenmatt-Auszug, schöne Grüße!
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BillHicks
..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.