Monstervortrag über Gerechtigkeit und Recht

Zarathustra, Dienstag, 16.08.2016, 08:26 (vor 3481 Tagen) @ BillHicks2116 Views

Grüezi BillHicks!

Lieber Cascabel,

Wenn Du am Tage von Gerechtigkeit träumst, wäre es interessant
zu wissen, wovon Du nachts träumst... reine Zeitverschwendung.


Gerechtigkeit ist der Anspruch an sämtliches Recht.

Kollektivismus (Debitismus) ist Rechtsetzung mittels organisierter Gewalt.

Ist nicht einmal mehr dieser Anspruch vorhanden (von der Erfüllung dieses
Anspruches mal ganz abgesehen), so sind Gesetze lediglich als Recht
getarntes Unrecht.

Wo immer dieser Anspruch vorhanden ist, belügt man sich selber über das Wesen des Kollektivismus (Kommunismus/Kapitalismus) und sämtliche Ausprägungen kollektiven Idiotismus (Debitismus). Im Grunde propagieren solche Leute das Tauschmärchen als Fundament des Kollektivismus, anstelle der Realität, in der organisierte Gewalt das Fundament darstellt. Der bescheidene Anspruch dieser kapitulierenden Kollektivisten ist nicht das Anarchat, die ursprüngliche Daseinsform des homo sapiens, sondern lediglich eine abgeschwächte, quasi erträglichere Form der Gewalt (Patriarchat / homo oeconomicus).

Dass das Recht
dialektisch
ist, hilft beim direkten Verstehen dieser Zusammenhänge leider nicht (weil
es mit klassisch aristotelischer wahr/falsch-Ingenieurs-Ontologie schlicht
nicht zu erfassen ist). Es bleibt im Prinzip trotzdem so.

Die Beschäftigung mit Gerechtigkeit als "reine Zeitverschwendung" zu
bezeichnen sagte womöglich einiges über Deine Frustration, die ich ob der
Dialektik des
Rechts
übrigens sehr gut nachvollziehen könnte. Gleichwohl käme
für mich das Stehenbleiben in dieser Frustration einer Kapitulation
gleich.
Danke, nein Danke.
Weitermachen! Fragen stellen!

Nein, endlich aufhören mit diesen verlogenen Utopien, die zu immer neuen Ausprägungen kollektiven Untergangs führen. Den Tatsachen ins Auge sehen!
Anarchat oder Untergang - ein dritter Weg ist eine historisch tausendfach verifizierte Lüge. Jeder neue Versuch endete im kollektiven Desaster.

Gruß

Cascabel


Schöne Grüße!


(Zitat aus: „Monstervortrag über Gerechtigkeit und Recht, nebst einem Helvetischem Zwischenspiel“ Friedrich Dürrenmatt Vortrag 1968/69)

Der Prophet Mohamed sitzt in einer einsamen Gegend auf einem Hügel. Am Fuße des Hügels befindet sich eine Quelle. Ein Reiter kommt. Während der Reiter sein Pferd tränkt, fällt ihm ein Geldbeutel aus dem Sattel. Der Reiter entfernt sich, ohne den Verlust des Geldbeutels zu bemerken. Ein zweiter Reiter kommt, findet den Geldbeutel und reitet damit davon. Ein dritter kommt und tränkt sein Pferd an der Quelle. Der erste Reiter hat inzwischen den Verlust des Geldbeutels bemerkt und kehrt zurück Er glaubt der dritte Reiter habe ihm das Geld gestohlen, es kommt zum Streit. Der erste Reiter tötet den dritten Reiter, stutzt, wie er keinen Geldbeutel findet, und macht sich aus dem Staube. Der Prophet auf dem Hügel ist verzweifelt. „Allah“ ruft er aus, „die Welt ist ungerecht. Ein Dieb kommt ungestraft davon, und ein Unschuldiger wird erschlagen.“ Allah, sonst schweigend, antwortet: „Du Narr! Was verstehst du von meiner Gerechtigkeit! Der erste Reiter hatte das Geld, das er verlor, dem Vater des zweiten Reiters gestohlen. Der zweite Reiter nahm zu sich, was ihm schon gehörte. Der dritte Reiter hatte die Frau des Ersten Reiters vergewaltigt. Der erste Reiter, indem er den dritten Reiter erschlug, rächte seine Frau.“ Dann schwieg Allah wieder. Der Prophet, nachdem er die Stimme Allahs vernommen hat, lobt dessen Gerechtigkeit.

Grüsse, Zara


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