Ein einfacher Sachverhalt, den sich die wenigsten klarmachen...
...die diversen Entwaffnungsgesetze in den europäischen Ländern betreffen ja in Wahrheit nicht etwa eine kleine Anzahl von "legalen" Waffenbesitzern, sondern den ganzen, großen Rest der Völker.
In Deutschland leben 80 Millionen Menschen, davon 3.6 Millionen sogenannter "Legalwaffenbesitzer", wobei die Zahl durchaus niedriger ausfallen kann, da viele Leute mehrere sog. "waffenrechtliche Bedürfnisse" gleichzeitig haben und daher mehrfach in den verschiedenen Kategorien (Jäger, Sportschütze, Sammler, Waffenscheininhaber, Erben, o.ä.) auftauchen kann.
Die restlichen 76.4 Millionen haben nix. Zumindest nix "Legales" (d.h. brav beim Amt angemeldete Schießeisen) oder überhaupt noch Funktionsfähiges (auf dem Dachboden modert irgendein alter Karabiner aus dem 19. Jh. in zweifelhaftem Zustand vor sich hin).
Im Gegensatz zu diesen 76.4 Millionen auf dem Gesetzeswege entwaffneter Leute (keiner von denen kann sich auch nur einen Revolver im Laden kaufen gehen), haben wir Jäger, Schützen usw. unsere Hardware ja schon. Abgesehen von dem einen oder anderen Kleinkrieg gegen weitere Verschärfungsversuche durch die verpöbelte Obrigkeit könnte uns als vom Staat hochprivilegierten (Miß-/)Vertrauensträgern also alles vollkommen wurscht sein. Soll der Rest doch sehen, wo er sich einen Besenstiel oder einen Baumarkthammer besorgt, falls des nachts ein Fremder im Haus steht.
Die bloße Existenz der neostalinistischen Entwaffnungsgesetzgebung braucht uns nicht länger zu interessieren; wir haben die absurden Hürden schließlich genommen.
Der große Rest regt sich aber dennoch nicht auf, obwohl es ihn doch am allerhärtesten trifft.
Dabei ist das totale Waffenbesitzverbot, das wir z.B. in Deutschland und Frankreich haben (das Entwaffnungsgesetz, korrekt-helldeutsch: Waffengesetz regelt ja lediglich äußerst eng umgrenzte Ausnahmen zu diesem Totalverbot) erst seit 1972 in Kraft, davor hatten wir (mit kriegsniederlagenbedingten Unterbrechungen und der Anarchie der Weimarer Republik) mindestens 120 Jahre vollkommen freien Waffenbesitz in Deutschland - freier übrigens als in den USA, wo durch das case law des angelsächsischen Gewohnheitsrechts (common law) schon seit Jahrhunderten an vielen Orten Einschränkungen zum Besitz bestimmter Waffenarten und auch Trageverbote existierten.
Bis sich für diese deutsche Tradition des freien Waffenbesitzes und auch -tragens wieder ein rechtschaffenes Bewußtsein neuentwickelt, dürften Generationen vergehen. Die Gehirnwäsche hat seit 1972 auf diesem Sektor geradezu vorbildich funktioniert.
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Ainsi continue la nuit dans ma tête multiple... elle est complètement dechirée... ma tête.
- Luc Ferrari